auf.kante
Gunnar macht sich selbststaendig und fliegt auf
die Schnauze
wird erfolgreich. Wer mag darf zuschauen.
Gunnar is starting his business. He will certainly
fail succeed. You may watch.
auf.kante

Thu, 03 Aug 2006

Bloggen für Legastheniker

Manchmal stelle ich mir schon die Frage ob man Leute wie mich so völlig ungebremst an das Internet heran lassen sollte. Schließlich darf man nicht vergessen, dass es Menschen in unserem Land gibt, die sich aktiv um den Erhalt der deutschen Sprache kümmern. Nicht zu vergessen glanzvolle Initiativen wie die Rechtschreibreform, die sich der Verbesserung unserer wohlklingenden Muttersprache verschrieben haben.

Und dann komm ich.

Ich meine jetzt mal ehrlich: Mir sind doch sämtliche Regeln zur Kommasetzung im Deutschen vollständig unbekannt. Und das ist nicht erst seit gestern der Fall. Zu Schulzeiten haben wir mal ein Diktat direkt nach den Sommerferien geschrieben. Ich bin mit Pauken und Trompeten und einer sauberen Sechs durch gerasselt. Mehr rote Kommas kann kein Text verkraften.

Also das war damals von Herrn Krey natürlich nicht nur deshalb fies, weil man als Schüler ja quasi als unbeschriebenes Blatt aus den Sommerferien zurück kehrt. Sondern vor allem deswegen, weil ich dann plötzlich in so einen Legastheniker-Kurs musste. Der wurde zwar nicht offiziell so betitelt, aber wenn sich nachmittags fünf Schüler mit einem Deutsch-Lehrer treffen, um sich mit Grundschul-Grammatik herum zu plagen, wie soll man das schon nennen?

Nur gebracht hat es mir natürlich gar nichts. Fast zwanzig Jahre später muss ich also gestern frustriert feststellen, dass meine Deutschkenntnisse nicht mal mehr zum Lachen sind.

Vielleicht habe ich mich auch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, als ich einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben habe. Der Inhalt war offensichtlich brauchbar genug, aber es kam eine sprachliche Anmerkung: Ich könnte ja vielleicht noch ein paar von den Passivkonstruktionen eliminieren, die würde der Chefredakteur nicht so gerne sehen.

Und da sitzt man nun. Denkt über sich, die Welt im Allgemeinen, die Schlechtigkeit von Herrn Krey im Speziellen und die Bedeutung des Wörtchens "Passiv" nach. Gegenteil von Aktiv halt. So rumliegend. Irgendwie inaktiv. Aber wie zum Teufel identifiziere ich ein solches Ding in meinem eigenen Sprachsalat?

Und fragen wir uns doch mal ehrlich: Solche Leute dürfen unbeschränkt bloggen? Mittlerweile kann schließlich jedes Kleinkind das Internet bedienen. Die können die Seiten hier lesen. Die könnten glauben, das gehört so. Unsere Sprache hat schließlich schon den Ansturm hipper, englischer Trendwörter nur mit schweren Schäden überstanden.

Und jetzt komm ich.

Also liebe Kinder: Der bekloppte Onkel hat nicht den Funken einer Ahnung was er hier eigentlich tut. Und wenn ihr nicht mit dreißig so enden wollt wie er und Blogeinträge verfasst, die eine Beleidigung für die Schule Eurer Jugend sind, dann tut Euch einen Gefallen und sucht mal rechtzeitig nach "Passiv" in der Wikipedia. Ihr wißt ja wie so etwas geht.