auf.kante
Gunnar macht sich selbststaendig und fliegt auf
die Schnauze
wird erfolgreich. Wer mag darf zuschauen.
Gunnar is starting his business. He will certainly
fail succeed. You may watch.
auf.kante

Sun, 30 Jul 2006

Grrrr

Da gebe ich heute morgen noch clevere Tipps dazu ab wie man sich in Richtung innerer Ruhe bewegt. Reichlich einfältig wenn man sich dann gegen Abend selber auflöst. Ich hasse die Momente in denen es das Hirn schafft sich selbst in den Reißwolf zu schmeißen.

Sat, 29 Jul 2006

Schwedische Küche

Die schwedische Küche ist ja nun nicht besonders reichhaltig an interessanten Rezepten. Vielleicht einmal abgesehen vom Surströming, den hierzulande aber aus Rücksicht vor den Nachbarn wohl kaum jemand wirklich verzehren wird.

Aber dass ich dann auch noch meine Gäste ordentlich versalze, indem ich die komplette Marinade der Sardellen über das Janssons Frestelse kippe. Hätte nicht sein müssen. Jetzt hat Schweden ganz verloren. Was lernen wir daraus? Das man Rezepte doch einmal ausprobieren sollte, bevor man die Welt damit beglückt.

Der Fisch war allerdings allererste Sahne. Ich wusste gar nicht, dass ich einen derartig genialen Fischladen gleich vor der Haustür habe. Aber ich lebe ja jetzt auch im Norden, da muss so etwas schon sein.

Fri, 28 Jul 2006

Hamburg, Theater: Die Hochzeit des Figaro

Sicherlich eine der schönsten Theaterbühnen des Hamburger Sommers: Der Wohlers Park. Man hockt sich mit seiner Flasche Wein irgendwo auf den Boden zwischen den hundert restlichen Zuschauern und genießt die Komödie, die sich zwischen den Bäumen des Parks entfaltet.

Wenn man ehrlich ist, sind zwar weder das Stück an sich, noch der Gesang wirklich hunderprozentig, aber die schauspielerische Leistung war grandios. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Vorstellung nichts kostet und gegen Ende nur um eine Spende gebeten wird. Das "Bühnenbild" zwischen den Bäumen hat die romantische Stimmung wunderbar unterstützt und so kann ich nur jedem Hamburger oder Zugereisten empfehlen hier einen sehr entspannten und unterhaltsamen Abend zu genießen.

Wed, 26 Jul 2006

Map flickr to your file system (flickrfs-1.2.9)

FlickrFS is a python script that uses the FUSE library and the Flickr API in order to map the magic of flickr into your file system. It can be used to upload, retrieve and edit your own images. In addition it allows you to search the image database based on tags. Identified images will end up as a standard image folder on your disk.

The flickrfs ebuild in my overlay got updated to 1.2.9 now and it should work with the cvs based ebuilds for FUSE and python-fuse. I had some trouble with the python bindings for fuse lately so I felt it was easier to migrate to cvs based ebuilds. Any hints on a stable fuse version and the corresponding python bindings that work fine?

Tue, 25 Jul 2006

Seem to make this a habit ... layman-1.0.6

Did not help that I had the new version in my overlay for a while ... Needed to fix a bug and released 1.0.6.

Mon, 24 Jul 2006

Hamburg, Theater und Lesung: Freiluft-Kultur

Im Sommer ist das kulturelle Angebot ja deutlich reduziert, denn wer will schon Abends in einem stickigen Kino oder überhitzten Theater sitzen. Dann doch lieber mit einem kühlen Bier an Elbe oder Alster den Sonnenuntergang genießen.

Ab und zu lässt sich aber auch beides kombinieren. Zum Beispiel am Sonntag bei Poets on a Beach am lauschigen Elbstrand. Oder auch bei den Elfen im Park, die leider auf ihrer Homepage die aktuellen Termine nicht erwähnen. Aber laut taz dreht sich seit letzter Woche jeweils Donnerstags und Freitags im Wohlers Park alles um Mozart (bis zum 13.8.).

Kostet übrigens beides nichts.

layman-1.0.5 is in the tree

The new layman version moved from my overlay to the portage tree. The most important change is the way layman handles errors in the global list of overlays. layman should now refrain from updating your local list if it receives garbage from the gentoo webserver. Please report any problems with the new version to bugzilla or the ticket system of the project site.

Fri, 21 Jul 2006

Changes to the kolab groupware overlay

The Kolab2 on Gentoo overlay has been restructured yesterday for an improved development process. The most recent ebuilds have now been marked "stable" within the overlay. They have been available for several weeks and there were no major bug reports. In addition to the stable ebuilds the overlay will now always provide two unstable ebuilds that represent the most recent development releases. Since these ebuilds come from the bleeding edge of the Kolab CVS they have a higher chance of being broken. But with the new structure you should always have the option to revert to the older or the stable ebuild if necessary.

Because of the switch the unstable ebuilds could be broken at the moment and bug fixing will continue next week. Just to be on the safe side you should remove the unstable flag from your package.mask for the packages dev-perl/perl-kolab and net-mail/{kolabd, kolab-resource-handlers, kolab-webadmin}.

There is still no real release date for Kolab-2.1 which is one reason for the structural change. It looks like the overlay will work on the CVS basis for a while longer.

Thu, 20 Jul 2006

Mobelithe-WG

So, das Internet wird jetzt erst mal nicht mehr weiter mit meinem nicht vorhandenen Gesangstalent belästigt. Trotzdem eine interessante Erfahrung, weil ich zum Beispiel beim lauten Sprechen mittlerweile einige Dinge an meiner Atmung bewusster wahrnehmen kann.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte, war die Mobelithe-WG, die ich durch Zufall in den Wirren meiner Gesangsbemühungen unter den Tags bei Technorati entdeckt habe. Die Bewohner der Berliner WG sind allesamt Schauspieler und sie dokumentieren sich ihren Weg zum Ruhm. Ich kann die Seite zwar nicht uneingeschränkt empfehlen, weil die paar Videos, die ich mir angesehen habe, ungefähr so kreativ waren wie der Name der WG. Aber die schrägen Töne und schiefen Klänge hatten es mir angetan.

Begging for trac-0.10

I am really, really longing for the spam filtering features of trac-0.10. Only the web admin and the additional ticket deletion plugin make working with a trac installation possible at the moment. But still it is unnerving to revert the daily amount of spam.

Tue, 18 Jul 2006

Singen nach der Etosha-Methode (2)

Hm, zweiter Teil des Fernstudiums in Sachen Gesang (meine Reaktion auf den ersten Teil). Ich gebe zu, dass es mich diesmal doch etwas peinlich berührt. Hecheln, summen und huhen ist ja alles noch ganz nett gewesen. Aber diesmal zuckte mein Zeigefinger nach Abspulen der Aufnahme ganz ungewöhnlich stark in Richtung "Löschen". Egal, jetzt muss es auch sein:

Und last but not least:

Ja, was soll ich sagen? Ich bin selbst leider nicht taub genug, um das Resultat für unbedenklich zu erklären. Aus Fairneß der Etosha-Methode gegenüber muss ich aber zugeben, dass meine Erwartungen, in nur zwei Tagen mit Hilfe eines Internet-Lehrgangs an Weltruhm zu gelangen, etwas hoch gesteckt waren.

Nein, um ehrlich zu sein hat es Spaß gemacht. Und ich glaube mir sind zwei oder drei Dinge bewusst geworden, an denen ich herum probieren kann. Aber die Karaoke-Bar hat noch etwas Zeit gewonnen.

Another round of bugfixing for layman (1.0.5)

I added a new version of layman to my overlay for testing purposes. I'll move it to portage next week in case I don't find any major problems.

Changes for this version:

  • Proxy support (ticket #23)
  • Support for darcs overlays (thanks to Andres Loeh)
  • Documentation for using local files as overlay lists (ticket #32)
  • Addional option -S as a shortcut for -s ALL (ticket #33)
  • Improved handling of network problems and corrupt downloads (ticket #34)
  • Fixed doctests (ticket #36)
  • Corrected handling of overlay urls specified on the command line (ticket #37)
  • Fixed incorrect fetch documentation (ticket #38)

Please report problems to bugzilla or my project site.

Mon, 17 Jul 2006

Singen nach der Etosha-Methode

Vor zwei Monaten habe ich vollen Ernstes die Worte von mir gegeben: "Singen finde ich zwar schon interessant, aber das hebe ich mir für später auf." Ich dachte dabei an die Zeit mit Fünfzig, wenn vielleicht mein Hörvermögen schon etwas nachlässt oder mir meine Umwelt einfach völlig egal geworden ist.

Ebenfalls vor zwei Monaten musste ich allerdings singen. Ich habe das erst später etwas ausführlicher verarbeitet. In der Zwischenzeit wurde mir schon mehrfach angedroht, dass ich irgendwann mal in eine Karaoke-Bar mitgeschleppt werde. Damit ist natürlich etwas mehr Panik-gespeiste Energie da, um es doch mal irgendwie zu versuchen. Aber um ehrlich zu sein, sah Fünfzig als rundes Alter immer noch nach einem guten Zeitplan aus.

Als dann aber die Nachschwester von sich gab, dass sie gerne singen können würde und daraufhin Etosha mit

Kannst du sprechen und rufen? Dann kannst du auch singen.

kommentierte, kam ich um eine eigene Bemerkung nicht herum. Eigentlich wollte ich nur wissen wo ich denn die Hinweise zum Eigenstudium im Netz finde. Herausgekommen ist eine eigene Anleitung zum Singen von Etosha. Das ist nun wirklich nett und ich kann es wohl kaum unbeantwortet stehen lassen.

Glücklicherweise haben mich sowohl Jens-Jakob als auch Moni im vergangenen halben Jahr ausreichend bearbeitet, so dass das Land der unmöglichen Peinlichkeiten für mich irgendwie kleiner geworden ist.

Also, Zeit für meinen ersten Podcast:

Gunnar lernt singen nach der Etosha-Methode

Mit vielem herzlichen Dank an Etosha! Macht Spaß ;)

Ich nehm mir jetzt 'nen Euro ...

... und verballer den in der Eisdiele. Jawoll!

Nachtrag:

Pampelmusi ... Mmmmh ...

Sun, 16 Jul 2006

Teufel los im Millerntor-Stadion

Da dachte ich jetzt, ich könnte mich mal ein wenig auf St.Pauli einstimmen und mir wenigstens das Stadion ansehen. Vielleicht würde mich das ja motivieren mir in der nächsten Saison ein Spiel anzusehen.

Gut, es ging ja eigentlich nur um Open-Air-Kino. Und dazu noch Tendenz Frauen-Film: "Sommer vorm Balkon". Aber der Film ist schließlich gut. Außerdem wurde mir letztes Wochenende zufälligerweise der Original-Balkon gezeigt. Inklusive Apotheke. Und da hätte ich ja dann schon mal ein positives Ereignis mit dem Stadion verbinden können.

So saßen wir dann um zehn gespannt auf unseren Plätzen.

22:00

...bla ... bla ... möchte sie begrüßen zu den Filmnächten am Millerntor ... bla ... bla ... Tschüss! ... Äh, nein, ... Viel Spaß!

22:10

Ich hab's gleich, dauert nur noch fünf Minuten.

22:25

Wir haben leider ein technisches Problem mit dem Projektor, dauert nur noch fünf Minuten.

22:40

Dem Ingenieur ist nichts zu schwör... bitte gehen sie noch nicht. Ich hab's gleich.

22:55

Ja, tut mir leid, wir haben immer noch ein Problem mit dem Projektor. Soweit ist jetzt eigentlich alles ok, aber ich brauche noch eine Schraube. Dann dauert es nur zwei Minuten und es kann losgehen.

23:15

Wir stehen in der Schlange nach draußen, lassen uns unser Geld wieder zurück geben. In dem Moment rennt jemand mit einer kompletten Filmspule an uns vorbei. Als wir wieder auf dem Fahrrad saßen lief der Film dann hinter uns an.

Das war ja mal eine wirklich tolle Verarsche. Von wegen Schraube. Die fehlte höchstens beim Ingenör. Also Millerntor-Stadion erst mal negativ besetzt.

Sat, 15 Jul 2006

Entzug

Bei zwei Improvisations-Gruppen habe ich um Asyl gebeten und an mehreren anderen Stellen nach entsprechenden Gruppen gefahndet. Aber alles schon eingespielte Teams, die derzeit keinen Nachwuchs-Bedarf haben.

Mit anderen Worten: Ich bin bis September auf Entzug. Theater-Entzug. Mir war vorher nicht klar, dass mir das schwer fallen würde. Tut es aber.

In meiner Not lerne ich Gedichte auswendig. Auch wieder so etwas, womit man mich als Schuljunge hätte quälen können. Heute dagegen kann ich ganz wunderbar darüber berichten, was daran fasziniert und begeistert. Ich vermute, dass ich mich langsam von der Jugend entfremde.

Eigentlich wollte ich auch nur vorwarnen: Sollte in Eimsbüttel in naher Zukunft ein offensichtlich geistig verwirrter Mensch in Altenglisch bizarre Monologe über Liebe und Hass durch die Straßen schmettern - keine Sorge. Der Typ ist nicht gefährlich und sie brauchen auch nicht die Polizei zu informieren. Das mit der Liebe und dem Hass gehört bei Shakespeare so.

Thu, 13 Jul 2006

Sonette und so

Als Vollblut-Informatiker hat man gewisse Vorteile: Man kann auf Unwissenheit plädieren.

Natürlich nicht auf technischem Gebiet. Bei jedem Computer-Problem ist man der Willi vom Dienst. Unabhängig davon ob man die Software je bedient hat oder nicht, wird einem bereitwillig ein hohes Grundvertrauen zugesprochen. Natürlich sind aber auch die Erwartungen entsprechend hoch und die sollten im eigenen Interesse nicht enttäuscht werden. Sonst gehört man ganz schnell zu der Informatiker-Gruppe, die nun wirklich zu gar nichts zu gebrauchen ist. Also die Jungs, die mit Hornbrille verstockt in ihrer Ecke sitzen und sich auch im dichten Gedränge nie über zu wenig Freiraum beklagen müssen.

Nein, da ist man schon lieber Informatiker, der wenigsten in Notsituationen noch einen gewissen Marktwert besitzt.

Auf künstlerischem Gebiet darf man dagegen nach Herzenlust Unwissenheit bekunden. Nein, man kann sogar bewusst auf Wissen verzichten ohne gleich vor Scham im Boden zu versinken, weil man sich dem gesellschaftlich verlangten Grundniveau kultureller Bildung verweigert.

Als ich heute so überlegt habe, dass ein Sonett wohl irgend so etwas Spezielles in Richtung Gedicht oder auch Musikstück oder halt so kultureller Krams sein müsste, fand ich die Idee mein Allgemeinwissen über die Wikipedia zu bereichern ganz famos. Manchmal hat man ja so den Eindruck, dass da Wissensbrocken im Hirn herumschwirren, die sich noch präzisieren lassen.

Folgende zwei Sätze bereiteten meinem Ansinnen dann jedoch ein jähes Ende:

Die einzelnen Zeilen (Verse) des italienischen Sonetts sind Elfsilbler mit meist weiblicher Kadenz. Dem entspricht im Deutschen der jambische Pentameter,...

Weil man muss das mal so sehen: So ein Sonett, das ist halt so ein kultureller Krams. Und das ist ja schon mal eine klare Idee der Sache an sich. Manchmal verwässert zu viel Präzision die Dinge ja auch. Da gibt es auch so etwas mit dem Wald und vielen Bäumen. Aber das ist eine andere kulturelle Geschichte.

Und was war jetzt genau Dein Problem mit Windows?

Wed, 12 Jul 2006

Vorsicht

Ja, ich sollte vorsichtiger sein. Einfach so Städte als "Stadt der Liebe" zu deklarieren. Das habe ich vor fast zwei Jahren schon einmal getan. Damals habe ich Stuttgart als Zentrum der Liebe betitelt.

Ich wurde milde belächelt. Mehr als zurecht. Man hätte mich ruhig gleich für vollkommen durchgeknallt erklären können. Vielleicht hätte mich das ansatzweise zum Nachdenken angeregt. Wie ich mich kenne aber vermutlich eher nicht.

Nach fünf Monaten im neu ausgerufenen Zentrum für die Liebe dieser Welt - ja, ich kann egozentrisch sein - stand ich vor mehr Scherben als ich mir das je für mein Leben hätte ausmalen können.

In dem Sinne lasse ich die Liebenden dieser Welt vielleicht doch lieber weiter nach Paris pilgern. Oder benenne als Stadt der Liebe den einzigen Ort wo sie hingehört: das Herz.

Tue, 11 Jul 2006

Abschied von Lüneburg

Eine allerletzte Improvisation auf Lüneburger Parkett. Es ist schade zu gehen wenn man etwas lieb gewonnen hat. Aber es bleibt auch das Gefühl, dass es richtig ist, sich weiter zu bewegen.

Ganz großen Dank an Katja, die mich mit den Worten verabschiedet hat, dass unsere letzte gemeinsame Improvisation vor zwei Wochen das Bewegenste gewesen sei, das sie bisher gespielt hat. Ein Kompliment, das ich nur erwidern konnte.

Manchmal sind die leisen Momente die Eindrucksvollsten.

Ich wünsche Euch jedenfalls weiterhin alles Gute und hoffe wir spielen noch ab und an gemeinsam!

Mon, 10 Jul 2006

Stadt der Liebe

Paris? Das ich nicht lache!

Schon mal in Hamburg gewesen?

An der Kaimauer der Außenalster gesessen und den Sonnenuntergang genossen? Zugesehen wie die Tore zur Welt zu blauen Leuchtfeuern werden?

In den Sanddünen gesessen, den Wind im Haar, auf den Hafen geblickt? Die leise italienische Musik im Hintergrund, dem orange glühenden Himmel verfallen?

In einem kleinen Kanu über das Wasser geglitten und den Rücken der Stadt betrachtet? Unter Brücken dem Sonnenuntergang entgegen gepaddelt?

Paris? Das ich nicht lache!

Sun, 09 Jul 2006

Gewalt

Wenn dieser Knilch Zidane sich gegen Worte nicht ebenfalls nur mit Worten wehren kann, dann ist das reichlich daneben. Aber egal, solche Sitten muss man ja nicht übernehmen.

Was mich an dem Abend auf der Berliner Fanmeile deutlich mehr geschockt hat, waren einige Sekunden reale Gewalt.

Der Typ mit den glasigen Augen hatte meine Begleitung zwar kurz irgendwie angepackt und sie irritiert, aber er ist glücklicherweise weiter gegangen. Schnurstracks auf einen anderen Jungen zu und den mal willenlos in den Drahtzaun rein geschubst. Der wusste kaum, wie ihm geschieht, aber er fing an sich zu wehren. Und schlug zurück. Einen größeren Fehler hätte er wohl nicht machen können, denn genau dieser Moment wurde von der Security wahrgenommen.

Kein schöner Anblick als gleich vier Mann den Jungen unter sich begruben, brutal in den Sand und ins Gebüsch pressten. Dem eigentlich Schuldigen erging es zwar etwas besser, aber mit drei Mann war er auch nicht schlecht bedient und lag ebenfalls kurz darauf am Boden.

Es ist also manchmal nicht mal zu empfehlen selbst physische Gewalt mit Gleichem zu vergelten. Aber ich glaube mit solch einer Botschaft rennt man bei Zidane dann auch ins Leere.

Sat, 08 Jul 2006

Shake

Ich werde wohl nie wieder eine solche Stimmung in einem Theater erleben. Da wurde mit der Laola begonnen und in Ekstase geendet.

Was die 16 Teams aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt an diesem Abend auf die Bühne gebracht haben, war einfach unglaublich. In den vier Stunden improvisiertem Theatermarathon wurde gesponnen, gelitten, gesungen und geliebt.

Den Beginn machten die Kanadier, Kolumbianer, Franzosen und das Team aus Russland. Ein Reigen aus sechs Paaren die alternierend ihre Geschichten in je drei Akten aus der Luft zauberten. Für mich am eindrucksvollsten war die Liebe zwischen der Französin und dem Russen, die tragisch an seiner Unfähigkeit auch nur ein Wort zu sprechen, zerbrach. Manchmal sind eben die stillen Momente die wunderbarsten. Was sicherlich auch für die kanadisch-russische Pantomime galt, bei der eine Sitzgelegenheit still und doch äußerst machtvoll umkämpft wurde.

Im krassen Gegensatz dazu die kanadisch, kolumbianische Liebesgeschichte zwischen zwei Männern. Was macht man schon mit der Publikumsvorgabe, dass sie sich lieben, weil sie beide Papageien sammeln? In diesem Fall ein Drama, in dem im ersten Akt die Liebenden einem scheinbar friedlichen Papagei - der Kolumbianer in einer hervorragenden Doppelbesetzung - die Käfigtür öffnen, nur um mit anzusehen, wie der plötzlich mörderische Papagei dem Kolumbianer das Gesicht zerhackt. Im zweiten Akt schwört nun der Kanadier dem verunstalteten Kolumbianer ihn in immer währender Liebe vor allen Papageien dieser Welt zu beschützen. Doch der Kolumbianer, vor der schweren Wahl zwischen seiner Liebe zu dem Kanadier und den Papageien entscheidet sich für die bunt gefiederten Freunde. Und damit nimmt das Drama seinen Lauf. Der Kanadier, tief getroffen durch die Zurückweisung, entbrennt in Hass und begibt sich auf einen Kreuzzug gegen die Papageien dieser Welt. Im dritten Akt schließlich, der letzte Papagei dieser Erde. Der Kanadier schleicht sich hinterlistig an und man bangt um das letzte befiederte Exemplar dieser Gattung. Doch als Beschützer und Retter der Entehrten tritt der Kolumbianer wieder auf die Bühne. Es kommt zum alles entscheidenden Showdown: Einem Slow-Motion Karatekampf, bei dem der Kolumbianer aufgrund überragender athletischer Fähigkeiten gewinnt. Der Kanadier, gebrochen am Boden, der Kolumbianer über ihm, das Gewehr im Anschlag. Der Verlierer fleht um einen möglichst schnellen Tod. Doch der Kolumbianer erkennt im letzten Moment seine wahren Gefühle, erschießt kurzerhand den Papagei und es kommt zum kaum noch erhofften Happy-End.

Es ist schwierig, den Spielwitz und die Spielfreude, die ein solches Team in dem Moment auf die Bühne bringt, in Worte zu fassen. Als Zuschauer bleibt einem nichts als in jedem Moment erstaunt und fasziniert auf die Bühne zu starren, sich mal leise, mal laut zu freuen und einfach nur glücklich zu sein.

Das Highlight des Abends war unbestreitbar das Musical, das von Schweden, Japan, USA, England und den Belgiern auf die Bühne gebracht wurde. Die Vorgabe sollte ein Fußball-bezogener Beruf sein. "Kabinenwart". Bei solchen Vorschlägen kommt man nicht umhin, anfänglich den Kopf zu schütteln und sich zu fragen, wie das denn bitte schön funktionieren soll.

Der Kabinenwart "Crap", der sich so danach sehnt auch einmal ein großer Fußballstar zu sein. Der aber nur die T-Shirts der Männermannschaft zu kratzigen Stofflappen zu Grunde waschen darf. Der verzweifelte Manager, der angesichts sinkender Zuschauerzahlen kurz vor dem Verkauf seines Teams steht. Die Mädchenmannschaft, die in letzter Sekunde eine Hoffnung auf Rettung zu sein scheint. Nicht jedoch mit dem Kapitän der Männermannschaft, der aus bitterem Neid beginnt düstere Intrigen zu spinnen und versucht den Kabinenwart zu finsteren Machenschaften zu bewegen. Und zu all dem kommt dann noch der böse Manager des verfeindeten Teams, der mit einer Wette vor dem entscheidenden Spiel alles auf eine Karte setzt.

Und trotz widrigster Bedingungen gewinnt das Mädchenteam. Der Manager darf sein Team behalten, bekommt sogar seine Frau zurück. Männer entscheiden sich dazu, dass sie lieber Frauen wären. Und der Kabinenwart findet schließlich heraus das Liebe mehr zählt als Fußball. Und all das einfach aus der Luft gegriffen. Ich habe meinen Mund an einigen Stellen einfach nicht mehr zu bekommen.

Wenn es nach dem Publikum gegangen wäre, hätten die Schauspieler nie nach Hause gehen dürfen. Die Laola ging kontinuierlich durch das Zelt, es wurde spontan "That's the way I like it" angestimmt. Als das auch noch von Drummer und Keyboarder unterstützt wurde, war das Zelt am Kochen. Es gibt nichts Schöneres, als wenn sich Menschen aus allen Nationen gemeinsam so freuen können.

Ein Abend den ich nie vergessen werde.

Wir fahren nach Berlin

Besser gesagt nur ich. Die deutsche Mannschaft hat sich ja am Dienstag klammheimlich das Ticket Richtung Stuttgart gesichert. Sauerei. Vor allem weil die eigentliche Party dann wohl heute abgeht und ich nun mal, komme was wolle, ins Theater gehe.

So werde ich dann wohl doch kein großartiger Fußballfan mehr.

Sat, 01 Jul 2006

Der Weltenraum bleibt leer

Worte kullern silbern aus dem Munde,
springen hell vergnügt in harte Runde.

Wirbeln wild im bunten Glitzerreigen
um sich fremden Perlen stolz zu zeigen.

Kaum erhascht der Blick das Sternenflirren,
bleiben leere Reflektionen, die verwirren.

Stolzer Glanz gedacht so glühend groß,
spiegelt bittere Verzweiflung bloß.

Ein wild erdachter Fluss, gehofft auf Sinn,
läuft ohne Fracht ins Nirgendwo dahin.

Wären es bloß leise Tropfen auf der Haut,
die sanft im Nichts verklingen ohne Laut.

Doch dieser Reigen kommt von übler Brut
und färbt die Erde tief mit düsterem Blut.