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Tue, 08 May 2007
Blogtod
Zeit hier einmal kurz das Ende meiner Blogzeit zu verkünden. Naja,
zumindest vorerst. Die Zeit ist einfach zu knapp, um zwischen den
täglichen Aufgaben hier noch halbwegs lesbare Einträge zu schreiben.
Das hat natürlich auch seine guten Seiten: Die knappe Zeit rührt
schließlich daher, dass es mit der Selbstständigkeit läuft. Und wie
sehr mich das zufrieden stellt kann ich kaum ausdrücken.
Also, hier geht es weiter wenn ich vierzig bin und wieder mehr Zeit
habe. Oder so. Bis dahin, macht's gut und danke für den Fisch.
P.S.: Das englische Blog läuft natürlich weiter.
Posted at: 19:25 |
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category: /deutsch
Thu, 12 Apr 2007
Vorfreude

(Bild von djmq)
Ach ja, da geht einem das Herz auf und die Sonne scheint
herein. Frühling, Hitze und der ganze Krams... Kann ich doch drauf
verzichten, wenn ich so ein schönes Winterbild sehe. Da fühlt man doch
die prickelnde Kälte auf der Haut und es ergreift einen eine wilde
Vorfreude. Man hofft geradezu, die warmen Tage mögen schnell
vergehen...
Wie es geht Dir nicht um den Schnee? Du hast nur kein anderes Bild von
der Stelle im Internet gefunden? Ja, das ist mir doch egal. So, Du
ziehst da hin? Guck doch: Grau in Grau. Wird auch nicht anders sein
als anderswo in Hamburg.
Pah, Altbau. Blödsinn, Zweisamkeit. Guck Dir doch mal die Flocken
an. Da wird einem doch wohlig ums Herz. Da rieselt leise der
Schnee... Umziehen... ne, wirklich...
Hamburg
Wohnung
Altbau
Posted at: 22:40 |
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category: /deutsch/hamburg
Sun, 11 Feb 2007
Hamburg, Lesung: Strictly British

Könnt ihr mir doch nix erzählen. Da ist doch einer mal Sonntags zu
Kaffee.Satz.Lesen gelaufen, fand das ja alles ganz nett, hat sich
allerdings gedacht: "Ich will aber Tee. Yes, indeed."
Durch einen kurzen Tip auf der Party gestern bin ich also mit meinem
Nordlicht heute auf der Konkurrenzveranstaltung des Kaffe.Satz.Lesen
gelandet. Und ich muss sagen: "Very british, very nice."
Der Eintrittspreis war zwar doppelt so hoch wie bei der gewohnten
Sonntags-Veranstaltung, aber dafür gab es dann die Scones, Sandwiches
und den Tee gratis. Und die Scones waren genial. Dazu richtig fette
Sahne und eine geniale Himbeer-Sauce. Göttlich.
Lesung? Ach so, ja. Gelesen wurde natürlich auch. Stilecht im
holzgetäfelten Salon mit zwei antik gekleideten Vortragenden. Oscar
Wilde in Original-Ambiente und in Original-Version. Ich musste
zugegebenermaßen aufmerksamer sein als bei einer deutschen
Lesung. Aber ganz wunderbare Geschichten.
Wer Tee brauchte musste nur seine Britische Flagge heben und schon kam
die Bedienung geeilt. Wir wurden allerdings stilecht vorgewarnt:
"Please be patient though. They are only women..."
Wunderbarer Nachmittag. Das nächste Mal steht noch nicht fest, aber
ich hoffe es war für die Veranstalter ein voller Erfolg und es findet
noch einige Male statt. Hier die Webseite: Strictly British
kultur
hamburg
british
Oscar Wilde
autorenlesung
kaffeesatzlesen
lesung
Posted at: 20:19 |
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Fri, 09 Feb 2007
Hamburg, Theater: Impromptü vs. Stadtgespräch

Nach längerer Zeit gab es mal wieder das kostenlose Impro-Doppelpack
im Bürgertreff Altona-Nord. Impromptü vs. Stadtgespräch. Sehr schöner
Abend.
Ich erinnere mich noch gut an letztes Jahr, als ich den ersten
Auftritt beider Gruppen gesehen habe. Damals war ich selber noch auf
der Suche nach einem Team. Ich also gleich nach der Aufführung mal
einen von den Jungs angequatscht, ob man denn nicht bei ihnen
mitspielen könne. So habe ich Klaus Friese kennen gelernt, der diesmal
souverän die Moderation übernommen und sich wacker geschlagen hat.
Diesmal wurde Team gegen Team gespielt und das Stadtgespräch hatte da
die Nase leicht vorne. Und das obwohl beim "Unparteiischen" (nicht
ganz zu Unrecht) das türkisfarbene Hemd unter der weißen Weste
vermutet wurde. Schließlich ist der Mann vollwertiges Mitglied von
Impromptü. Aber er hat das gegnerische Team sehr fair gewinnen lassen.
kultur
hamburg
theater
theatersport
Posted at: 23:53 |
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category: /deutsch/hamburg
Wed, 07 Feb 2007
British sun

Nein, das haben sie schon nett gemacht. Die Briten. Das mit dem
Wetter. Anfang Februar auf der Insel, die nicht gerade für ihre
sonnigen Strände berühmt ist. Ich gebe zu, dass ich etwas Nebel
erwartet hatte.
Extra für uns hat aber der höfliche Brite für himmlisch wolkenfreies
Wetter gesorgt. Und das fast ein ganzes Wochenende lang. Da will man
ja nicht meckern.
Gut, die Queen mochte uns nicht wirklich persönlich begrüßen. Aber das
habe ich ihr noch so gerade durchgehen lassen. Schließlich haben wir
the queen schon die Woche vorher gesehen. Da will man nicht meckern.
Und ehrlich gesagt war es mir dann ja doch lieber mit dem lieben Felix
durch Cambridge zu spazieren. Hach, ein sonniges Wochenende. Genau was
ich gebraucht habe.
Vereinigtes Königreich
Elizabeth II. (Commonwealth)
Cambridge
Posted at: 00:59 |
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Fri, 02 Feb 2007
Grummel...
Ich bitte darum, diese Woche zu streichen. Das war ja mal gar nix. Die
fing mit Migräne and und hörte unproduktiv auf. Zwischendrin auch
nicht richtig was gepackt.
So und ich fahr jetzt auf die Insel, besuche die Queen und geb mir im
Pub die Kante. Genau, saufen kann ich auch auf Kante.
Tschö... auf das die nächste Woche mich mehr bereichert.
Posted at: 13:03 |
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category: /deutsch/reise
Fri, 26 Jan 2007
Das geht nicht

Dein Finanzamt, Dein Garant für fröhliche Telefonate:
Guten Tag, Finanzamt Hamburg-Eimsbüttel.
Ja, guten Tag. Wrobel hier. Sie hatten mir einen Brief geschickt und
mir mitgeteilt, dass ich mich von der monatlichen
Voranmeldepflicht für die Umsatzsteuer befreien lassen kann. Da
wollte ich mich erkundigen, was ich dafür machen muss.
Hm. Geben sie mir mal ihre Steuernummer.
54/331/13464
Hm. Kann ich mir nicht vorstellen, dass wir ihnen etwas geschickt haben.
Naja, ich habe hier ihren Brief vom 9.1. diesen Jahres vor mir liegen.
Warten sie, ich sehe mal nach.
Irgendwo im Hintergrund Suchgeräusche, in der Ferne dudelt das Radio
vor sich hin...
Ah ja. Das ist ein maschinelles Schreiben, nicht wahr? Die Daten
werden hier ja immer automatisch ausgewertet und dann geht ein
entsprechendes Schreiben raus.
Ja und kann ich mich dann von der Pflicht zur monatlichen
Voranmeldung befreien lassen?
Nein, das geht nicht.
Aber hier steht doch: "Sie haben die Möglichkeit, die Befreiung von
der Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen und Entrichtung von
Vorauszahlungen zu beantragen."
Hm, kann ich mir nicht vorstellen, dass es diese Möglichkeit
gibt. Warten sie, ich schaue mal nach.
Eine Weile später...
Ah, ja. Wenn sie unter einem bestimmten Satz an Umsatzsteuer liegen,
können sie sich von dieser Pflicht befreien lassen.
Ja und was muss ich tun, um mich nun befreien zu lassen? Schicke ich
ihnen einen Brief?
Nein. Ich kann das ja hier umstellen.
Klickgeräusche.
So, das wärs.
finanzamt
telefon
hamburg
Hamburg-Eimsbüttel_(Stadtteil)
lesung
Posted at: 09:53 |
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Wed, 24 Jan 2007
Leise rieselt...

.. der erste Schnee des Jahres. Ja, er ist auf dem Bild schwierig zu
erkennen. Aber ein bisschen Mühe kann man sich schon
geben. Schließlich ist nicht gesichert, dass wir in diesem Jahrhundert
dieses Phänomen in Hamburg nochmal beobachten werden können.
Also ich habe jedenfalls mal zu Isas Wintergetränk gegriffen, um
feierlich auf den ersten Schnee zu trinken.
Hamburg
Winter
Schnee
Posted at: 16:15 |
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Tue, 23 Jan 2007
Abgewendet

Irgendwann Abends. Dir bleiben ein paar Minuten auf diesem
Bahnsteig. Umsteigen in Altona. Die Hände in den Taschen vergraben
wanderst Du ziellos zwischen den vergitterten Süßwaren und der
Bahnsteigkante hin und her.
Du nimmst das Pärchen nur am Rande wahr. Wie sie da so gegen die
Plakatwand gelehnt stehen. Irgendwie in Umarmung. Nur wie sein Arm um
sie gelegt ist, das stimmt nicht ganz. Und fordert Deinen zweiten
Blick.
Seine Hand ist verkrampft in ihr Genick gepreßt, hält sie im harten
Griff und presst sie mit der Wange gegen die Wand. Seine Augen sind zu
Schlitzen verengt. Und er giftet sie an: "Warum machst Du das, eh?
Warum machst Du das?"
Sie weint nur. Was sie sagt kannst Du nicht verstehen. Er zieht sie
nach vorne, seine Gesicht entgleist verzerrt und er spuckt ihr eiskalt
ins Gesicht. Mit Verachtung.
Als Du zwei Schritte auf ihn zugehst, schaut er Dich an. Der gleiche
Blick. Er braucht das "Komm nur" nicht auszusprechen. Gesicht und
Körper sprechen mehr als deutlich. "Komm nur, wenn Du meinst Dich hier
einmischen zu müssen."
Aber er lockert seinen Griff. Lässt sie los. Sie befreit sich, wendet
den Kopf. Tränen und Spucke laufen ihr die Wangen hinunter. Sie wischt
sich einmal fahrig mit dem Ärmel über das Gesicht. Und bleibt. Sie
bleibt stehen, unternimmt nichts.
Und so verharrst Du. Bleibst stehen und lässt nur den Blick hinter
beiden her wandern.
Irgendwann Abends. Dir blieben ein paar Minuten auf diesem
Bahnsteig. Dir ist eiskalt.
U-Bahn
hamburg
Bahnhof_Hamburg-Altona
Gewalt
Posted at: 00:46 |
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Mon, 22 Jan 2007
Schon irgendwie schön

Es sind irgendwie nur kleine Freuden. Aber für jemanden wie mich, der
aus einem anderen Feld kommt und jetzt etwas artfremd durch das
Berufsleben eiert, durchaus geeignet etwas zu erfreuen. Zum einen die
Tatsache, dass man meine Arbeit schon bestellen kann bevor sie
überhaupt fertig ist. Und zum anderen, dass Amazon mich bewirbt, wenn
man nach meinem Namen sucht.
Treibt einen ja auch noch mal mehr an. Schon irgendwie schön.
Gentoo_Linux
Buch
Autor
Posted at: 23:48 |
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Sat, 13 Jan 2007
Der kühle Norden

Nun bin ich eigentlich schon eine Weile aus dem hohen Norden
zurück. Schön war es. Gemütlich war es. Aber das Nordlicht habe ich
vermisst.
Kalt war es. Geschneit hat es nicht. Lassen wir das Thema. Das Wetter
ist ja momentan sowie in aller Munde.
Da oben Internet zu bekommen ist wie in der Steinzeit. Gutes altes
Modem und ein unzuverlässiger Provider. Kinders, wenn ich an die Zeit
vor dreizehn Jahren zurückdenke. Was man da noch alles ausgehalten
hat.
Egal, ich bin froh wieder an meinem Datenhighway zu sitzen. Nur die
Zeit zum Bloggen habe ich irgendwo zwischen der Vorweihnachtszeit und
der Rückkehr verloren. Ich entwickle mich zum vollständigen
Sonntagsblogger.
Värmland
reise
Schweden
Weihnachten
bloggen
Posted at: 23:32 |
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Thu, 11 Jan 2007
Erinnerungen

Ganz einfach wunderbar an diesen Abend zurück erinnert zu werden. Da
will man doch glatt wieder auf die Bühne. Ganz lieben Dank an
Klaus Friese für die Bilder.
Heute Abend war wieder Probe. Und Ole von Beust war zu Besuch. Hat
sich reichlich über die Jugendkriminalität aufgeregt. Wollte mal
ordentlich in seiner Stadt aufräumen. Kann ja auch nicht angehen, dass
rücksichtslose Fahrradgangs anderen Kindern das Taschengeld und die
Handys abzocken.
Spannend zu beobachten. Richtig schade, dass wir das Ende der
Geschichte nicht gespielt haben. Aber im realen Leben weiß man ja auch
nicht wie es ausgeht.
theatersport
hamburg
impro
Ole_von_Beust
Jugendkriminalität
Posted at: 23:01 |
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Sat, 23 Dec 2006
Bin dann mal weg

Bis in das neue Jahr im hohen Norden. Ein bisschen frische Luft
schnuppern, mein Wissen weiter in Schriftform bringen, Tee trinken und
lesen.
Wünsche fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
P.S.: Weihnachten schon vorbei, aber bis man hier oben in der Wildnis
den Zugang ins Internet gefunden hat dauert es halt etwas.
Värmland
reise
Schweden
Weihnachten
Posted at: 20:01 |
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category: /deutsch/reise
Fri, 22 Dec 2006
Hamburg, Theater: Ich bin glücklich

Sechs Menschen tuscheln aufgeregt hinter der verschlossenen Tür,
kichern verhalten und versuchen krampfhaft mit ihrem Adrenanpegel klar
zu kommen.
Ich glaube das ist der Moment den ich am meisten liebe. Bevor Du raus
gehst. Wenn Du Dich bereit machst, um auf die Schnauze zu fallen. Los
zu lassen. Etwas zu tun, was Du nicht kannst. Dich auf andere zu
verlassen, Dein Bestes zu geben und zu wissen, dass Dein Bestes eben
nicht gut genug ist. Sich an die eigenen Grenzen zu bewegen, zu
lieben, dass sie da sind und manchmal den Schritt darüber hinaus zu
wagen.
Sechs Menschen laufen auf die Bühne, geben sich keine Chance mehr auf
den Weg zurück. Schalten die Navigation aus und beginnen für den
Moment zu leben.
Meine Eltern sitzen in der ersten Reihe. Das Nordlicht in ihrer
Mitte. Familiär eingemeindet. Links davon die Improszene, Kamera im
Anschlag. Mitte links die lieben Mitspieler von der
Mittwochstruppe. Noch mehr Profiaugen. Hinten rechts sehr gute
Freunde. Hier bin ich plötzlich nicht mehr anonym. Aber das würde mir
nur auffallen, wenn ich wirklich noch denken würde.
Sechs Menschen gleiten durch die Szenen, vertrauen einander und
spielen. Sie scheitern, sie brillieren, sie versagen und sie
unterhalten. Sie leben ihre Leben auf der Bühne.
Ich bin Mörder, mal schwul, gelegentlich tot, auch alt und
gebrechlich, rette Deutschland vor den Russen und bin zu guter Letzt
ein Hase. Als Häschen scheitere ich grandios und mich rettet nur der
Fangschuss. Ein schöner Tod auf der Bühne.
Sechs Menschen verbeugen sich ein letztes Mal, lassen die Spannung
fallen, verweben sich mit den Zuschauern und sind wieder da, unter den
Lieben.
Vielen lieben Dank an jeden der da war. Ihr habt uns echt viel
Energie gegeben und das war perfekt. Absoluten Dank an Ralf, der
leider wegen Krankheit ausgefallen ist, aber großen Anteil daran
trug, dass wir gespielt haben.
kultur
hamburg
theater
theatersport
Posted at: 01:14 |
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Wed, 20 Dec 2006
Hamburg, Theater: Mal in eigener Sache

Nun treten wir wirklich morgen Abend auf. Es gab doch einige Probleme
und Energietäler zu umschiffen, bis jetzt wirklich sicher ist, dass
wir uns morgen Abend das erste Mal auf die Bühne trauen und einer
kleinen Menge Publikum stellen werden. Zumindest wohlwollendem
Publikum.
Aufregend genug. Als ich hier das letzte Mal auf einer Bühne gespielt
habe, kannte ich noch keine Sau in Hamburg. Und da niemand im Publikum
saß, mit dem ich auch nur ansatzweise verwandt, verschwägert oder
sonst irgend wie verbunden gewesen wäre, war das eine lockere
Angelegenheit. Das ist diesmal nicht mehr so und wird es spannender
gestalten.
Es war überraschend zu sehen, wie viel Selbstzweifel wir als Gruppe
besitzen. Bei zwei heftigen Irritationen kurz vor dem Auftritt ist es
eigentlich ein kleines Wunder, dass die Energie gereicht hat, um den
morgigen Abend wirklich zu stemmen. Gruppendynamik ist schon
spannend. Besonders wenn man drin steckt.
Jetzt lasse ich mich überraschen wie es morgen wird. Klar, wir sind
alles Laien, also kann man nichts Spektakuläres erwarten. Aber ich
hoffe es wird nett werden. Und ich glaube es wird uns vor allem Spaß
machen und die Energie für mehr Bühne geben.
kultur
hamburg
theater
theatersport
Posted at: 16:37 |
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category: /deutsch/hamburg
Tue, 12 Dec 2006
Hamburg, Lesung: Kaffee.Satz.Lesen wird ein Jahr alt
Während ich diesen Morgen so durch die Post wühle und Antworten
formuliere, bleibe ich bei einer Nachricht hängen und frage mich, wann
ich eigentlich das erste Mal beim Kaffee.Satz.Lesen war? Könnte das
vor einem Jahr gewesen sein? An die Weihnachtslesung letztes Jahr kann
ich mich noch gut erinnern, aber war ich schon einmal vorher dort?
Ich nehme mir den Moment, die Termine der vergangenen Lesungen durch
zu gehen und in meinem Tagebuch nach zu blättern. Eintrag vom
18.12. letzten Jahres:
Was allerdings den Tag deutlich verschönert hat, war meine
Entscheidung zur Weihnachtslesung "Kaffee.Satz.Lesen" zu gehen. War
eine sehr kurzfristige Entscheidung, nachdem ich
ein Foto von der letzten Lesung gesehen habe. Kurz nach
Kaffee.Satz.Lesen gesucht, festgestellt, dass es im Dezember
am 18.12. stattfindet und mir noch zehn Minuten bleiben um los zu
düsen. War extrem überfüllt und ich habe nur noch einen Sitzplatz auf
einer Kante bekommen. Fragt sich ob so viele Leute wegen der Lesung
oder dem Glühwein und Keksen gekommen waren. War aber beides sehr
gut. Schon faszinierend, dass es so viele gute Autoren in Hamburg
gibt.
Als ich das lese muss ich lächeln. Mir war nicht mehr bewusst, dass
mich Kerstin indirekt dazu verleitet hat, zu dieser Veranstaltung zu
gehen.
Irgendwie macht mich das fröhlich. Und ich freue mich auf Sonntag. Auf
Glühwein, Gebäck und Kuchen. Und Hamburgs wunderbare Autoren.
Posted at: 09:29 |
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category: /deutsch/hamburg
Wed, 06 Dec 2006
Hamburg, Lesung: Transit #31

Obwohl ich nach dem letzten Mal Transit ja nicht ganz so überzeugt
nach Hause gegangen bin, hat mich dann diesmal die Begeisterung wieder
vollständig erwischt. Abwechslungsreicher war es noch nie.
Hellmuth Optiz als eröffnender Autor hat zwar anfänglich qualitativ
etwas tief gestapelt aber dann einen wunderbaren Wechsel zwischen
charmanten und tiefsinnigen Gedichten hin gelegt. Sehr angenehmer
Einstieg.
Anja Frisch folgte dann mit einer gut konstruierten Geschichte,
einfühlsam aus Kinderaugen erzählt.
Und an Cornelia Travnicek schieden sich dann nach der Pause die
Geister. Jedenfalls der meiner Schwester und der meinige. Ich liebe
diese Art melancholischer Texte, brauche da nur die Augen zu schließen
und verliere mich irgendwie. Aber Geschmäcker sind verschieden.
Den runden und gelungenen Abschluß machte Nora Gomringer mit viel
Humor, Sprechkunst und Schauspielerei. Beeindruckende Geschwindigkeit
beim Wechsel der Stimmlagen. Könnte man auch sehr gut beim
Improvisationstheater gebrauchen.
Sehr facettenreicher Abend und absolut gelungen. Nur leer war es
irgendwie. Mir war nicht klar, dass sich das Publikum bei Lesungen und
Fußball so stark überschneidet. Ich habe aber dazu gelernt. Spätestens
als Daniel meinte:
Och, ich hätte ja auch ganz gerne Fußball geguckt.
Schäm Dich ;) Die Alternative war besser.
kultur
hamburg
autorenlesung
lesung
Posted at: 21:18 |
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Mon, 04 Dec 2006
Pastoren und Perücken

Ich stolpere durch das finstere Treppenhaus. Einen rettenden
Lichtschalter kann ich nicht erblicken und so entgeht meiner
Wahrnehmung der Fahrstuhl, der die folgenden sechs Etagen
leichtfüßiger überbrückt hätte. Leicht schnaufend erobere ich den
letzten Treppenabsatz, befinde mich unter dem Dach und betrete die
erleuchtete Wohnung.
Hey, hallo. Ich habe gerade von Dir erzählt. Wir wollen "Nobody is
perfect" spielen und ich meinte, dass sei sicher voll Dein Ding.
Mein Hirn schnauft leider noch etwas verzögert irgendwo hinter mir die
Treppe hinauf und so brauche ich träge verstreichende Sekunden, bis
der Gag auch bei mir aufschlägt und ich das Gesicht zu einem gequälten
Lächeln verziehe.
Ich werde an den Spieltisch bugsiert, erhalte ein Bier für die
geistige Unterstützung und beginne mir wildeste Lexikon-Erklärungen
auszudenken. Und siehe da: Die Frau hat recht. Voll mein Ding. Ich
habe wirklich Chancen auf Mister Imperfect.
Nur der Pastor, der ist zu durchtrieben und gewitzt für mich. Es war
mir nicht klar, dass man diesem Menschenschlag heutzutage auch nicht
mehr vertrauen kann. Besondere Eigenart von Ludwig XIV am Hofe? Er hat
allen untersagt eine höhere Perücke zu tragen als er selbst. Erstunken
und erlogen, aber genial plausibel. Schämen sie sich, Herr Pastor. So
bin ich ja nicht mal perfekt unperfekt.
wg
spiel
perfektionismus
pastor
Posted at: 20:54 |
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category: /deutsch/rest
Tue, 28 Nov 2006
Gehen sie nie in ein Theater
Also jedenfalls nicht in Reinbek. Das ist auch so ein Städtchen, von
dessen Existenz ich als einjähriger Hamburger noch nichts geahnt
habe. Angesichts des pulsierenden Lebens, dass einem dort unten
entgegen schlägt, wäre dieser Zustand auch in meinen nächsten dreißig
Jahren in Hamburg unverändert geblieben. Aber aus zeittechnischen und
organisationstaktischen Gründen kam ich heute in den Genuss von
mehreren Stunden Reinbek.
Schiller. Kabale und Liebe. In einer Schulaula. Nein, das Stück war
ganz nett. Der Schiller hat sich schon Mühe gegeben. Die Hälfte
des Laien-Ensembles ebenfalls. Und so hätte man einen netten Abend
haben können.
Hätte können. Wenn denn nicht einige Schulkinder irgendwie in diesen
Saal zwangsverfrachtet worden wären. So fiel denn die Entscheidung
schwer, ob man sich lieber auf die Dauerbeschallung der fünf
gelangweilten Jungs hinter einem konzentriert oder auf das Drama auf
der Bühne.
Ich neige ja nicht gleich dazu andere in ihre Schranken zu
verweisen. Was in diesem Fall aber auch an der Deko der Feindgruppe
lag: Patronengurte, Nietengürtel, Totenköpfe. Der durchschnittliche
Theaterbesucher in Reinbek eben. Aber nach der Pause hatten wir die
Schnauze voll und ich musste todesmutig meines Amtes walten.
Und siehe da: Reinbek ist halt doch nur plattes Land. Die sehen zwar
nach Hamburg aus, sind aber tief drinnen ganz zarte Seelchen. Will
sagen, sie haben gekuscht... Dafür fingen dann ersatzweise die
gelangweilten Girlies auf der anderen Seite ein tödliches Gegacker an,
das uns die zweite Halbzeit begleitet hat.
Gehen sie nie in ein Theater. Jedenfalls nicht in Reinbek.
hamburg
reinbek
schiller
theater
Posted at: 23:19 |
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category: /deutsch/impro
Sun, 26 Nov 2006
Du bist so durchschnittlich

Man sagt einer Frau nicht: "Du bist so normal." Und nein, nicht mal
die Erweiterung "angenehm normal" hätte den Karren aus dem Dreck
befördert. Es ist ja nicht mal so, dass ich behaupten könnte, ich
wüsste nicht, wie der Satz "Du bist so ..." weitergehen würde. Ein
wenig habe ich in meinen dreißig Jahren doch gelernt: aufregend,
wunderbar, sexy, klug, elegant, schön. Schön geht immer.
Normal.
Die Wahl des Mannes, der sich an vernichtenden Blicken erfreut. Dem
vor Säure triefender Spott auch nichts mehr anhaben kann. Der auch
ansonsten gerne über glühende Kohlen läuft.
Das sind dann so die Momente in denen ich mir denke an dieser ganzen
Sache, Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars, könnte doch etwas
dran sein. Nur wo ich eigentlich herkomme ist mir noch nicht so ganz
klar geworden.
Die Retourkutsche dann gestern in der Mail: "Du bist so
durchschnittlich." Wurde mit einem lachenden und einem weinenden Auge
hingenommen.
frauen
schön
fehler
venus
Posted at: 00:58 |
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category: /deutsch/rest
Thu, 16 Nov 2006
Spieglein, Spieglein...

Da liegt dann dieses Foto. Und es gefällt mir. Warum weiß ich nicht so
genau. Ich kann mich nicht daran erinnern mein Gesicht wirklich zu
mögen. An mein Profil darf ich gar nicht denken. Aber das Bild
dort. Das mag ich. Und ich frag mich, ob ich das bin.
Da ist dann dieses Spiegelbild. Und ich versuche dieses Foto darin zu
finden. Ist es der Winkel? Die Beleuchtung? Augen? Es gelingt
nicht. Es ist nicht da. Und doch bin das ich auf diesem Bild. Wie hat
sie das gemacht? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist das auch nicht
wichtig. Schließlich muss ich lächeln, wenn ich dieses Bild sehe.
Fotografie
Portrait
Bild
Posted at: 17:45 |
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category: /deutsch/rest
Mon, 13 Nov 2006
Umschalten

Wenn ich Montag morgens so langsam in den Arbeitsfluß gekommen bin, im
Hintergrund leise das Radio dudelt, mein Fuß unbemerkt mit wippt und
noch etwas Kaffee-Duft in der Luft liegt, dann sieht alles nach einer
guten Woche aus.
Nur frage ich mich, warum mir diese seltsamen Menschen im Radio den
schönen Morgen mit heißen News über die Scheidung von Britney und
Kevin versüßen möchten. Haben die nichts Besseres zu tun?
Zeit umzuschalten... das Radio friedlich weiter dudeln zu lassen, den
Kaffee-Duft in die Nase zu saugen und das leise Klimpern der Tastatur
zu genießen. Montag morgen...
Montag
Radio
Posted at: 07:44 |
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category: /deutsch/rest
Sat, 11 Nov 2006
Heimat

Und manchmal... manchmal da flechtet sie ganz ungezwungen die Worte
"hünen und püdünen" in den Satz. Und dann lächle ich in einem Winkel
meines Herzen, weiß, dass ich jetzt im Norden bin, und fühle mich ein
wenig zu Hause.
hamburg
slang
heimat
Posted at: 22:58 |
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Thu, 09 Nov 2006
Inkompatibel
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, warum ich auf diesem
Planeten gelandet bin. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es
Sinn macht, dass ich an einem Ort existiere, an dem es Fahrräder
gibt. Ich fühle mich zunehmend inkompatibel mit dieser technischen
Errungenschaft.
Das liegt eigentlich weniger an der Tatsache, dass ich grundsätzlich
unfähig bin langsam zu fahren. Eventuelle Begleitung gesteht mir
hechelnd am Ende der Fahrt, dass ich die Sache doch etwas zu flott
angehe. Fahre ich allein, dann erreiche ich meinen Zielort meist nur
mit maximalem Durchfluss aus allen Schweißdrüsen und nass
durchtränktem T-Shirt.
Nein, das Problem ist, dass die Dinger im Allgemeinen versuchen meine
Gegenwart zu meiden. Selbst wenn sie mir rechtmäßig gehören. Am
erfolgreichsten war dabei mein Vehikel in Heidelberg.
Ich bin von Natur aus notorischer Fußgänger und benutze das Fahrrad
eigentlich nur dann, wenn ich schnell irgendwo ankommen muss. An
irgend einem Abend an den ich mich im Nachhinein nicht mehr wirklich
erinnern konnte, muss ich es damals in Heidelberg wohl eilig gehabt
haben. Ob nun Party oder Kneipe oder was auch immer an diesem Abend
geschah, zum Ende des Abends war ich wohl deutlich gelöster als zu
Beginn. Und bin völlig entspannt nach Hause gegangen.
Irgendwann zwei Wochen später habe ich dann begonnen mich zu fragen,
wo eigentlich mein Fahrrad ist. Leider gab es bei der versuchten
Rekonstruktion der Zusammenhänge einfach keine ausreichende Menge an
Hinweisen mehr. Mehr als ein paar wahrscheinliche Orte abzusuchen ist
mir nicht geblieben. So steht wohl heute noch irgendwo in Heidelberg
ein verwaistes, violett-schwarzes Damen-Rad, das sich diebisch freut
seinem Herrchen entkommen zu sein.
Nun fahre ich in Hamburg seit zwei Monaten wieder Fahrrad und es kommt
wie es kommen muss: Dienstag Abend nach Transit bricht mir mein
Schlüssel im Schloss ab. Klare Verweigerungstaktik von Seiten meines
Fahrrades. Ich weiß auch nicht, was ich ihm getan habe. Es redet
einfach nicht mit mir.
Ich überlege noch kurz, ob ich Merlix zu Hilfe rufen soll. Schließlich
kommt der mit seiner Herzdame klar und sollte doch eigentlich mit
allen Wassern gewaschen sein. So ein bockiges Fahrrad ist nix für
den. Aber er verschwindet schon als ferner Schatten um die nächste
Ecke.
Also bleibt mir nichts, als mein Gefährt einsam auf der Schanze
nächtigen zu lassen. Kann mir schon denken, wie es die ganze Nacht
sehnsüchtig auf einen gierigen Langfinger wartet, nur um mir zu
entkommen. Aber nicht mit mir. Und es braucht auch nicht zu glauben,
dass es noch gut genug aussieht, um einfach so jeden Kerl abschleppen
zu können.
Und ich komme wieder. Den nächsten Tag mit schwerem Gerät. Naja, einer
kleinen Zange. Um das Schlüsselblatt aus dem Schloß zu befreien. Und
mein eigen Hab und Gut wieder fröhlich nach Hause zu fahren, nachdem
ich das Schloss mit meinem Zweitschlüssel geöffnet habe. Dem
Zweitschlüssel. Genau dem Zweitschlüssel, den ich in aller Hektik zu
Hause vergessen habe.
Da stehe ich nun mit meiner kleinen Zange auf der Schanze und
realisiere, dass eine Zange einfach kein Bolzenschneider ist. Dass ich
mal wieder verloren habe. Und bin mir sicher, dass es Absicht ist. Ich
selbst kann einfach nicht so blöd sein, dass ich die Zange mitnehme
und den Schlüssel vergesse. Nein, so blöd kann ich nicht sein, will
ich nicht sein,... es muss das Fahrrad sein.
Ob es heute noch da steht? Bekomme ich eine zweite Chance? Oder ist es
fremd gegangen? Ich befürchte das Schlimmste und beginne einen
generellen Hass auf Fahrräder zu entwickeln.
Aber manchmal, manchmal habe ich das Gefühl es liegt an mir. Manchmal,
wenn z.B. die Nachtschwester mich als Apraktiker bezeichnet, dann
denke ich, ich brauche Hilfe.
Aber ach, was soll ich mir Gedanken machen. Solange mich meine Füße
noch tragen. Und ich mir kein Auto kaufe.
Posted at: 09:48 |
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category: /deutsch/hamburg
Sat, 04 Nov 2006
Andere Zeit
Als mir dieses Foto von Dir in die Hände fällt halte ich inne. Es ist
eines der Fotos, die ich liebe. Du schaust mich nicht an, aber Du
lächelst. Scheinst ein wenig zufrieden mit Dir und der Welt. Wir sind
irgendwo an der Westküste. Im Fenster nichts als Nebel und wir beide
beim Kaffee. Alter Holztisch, frische Blumen und einige Bilder in
Deinem Rücken. Ich kann mich nicht daran erinnern wo wir dort sind. Es
spielt keine Rolle. Was zählt ist dieses Lächeln auf Deinen Lippen.
Als ich Dich das letzte Mal umarmt habe, hat Dein Körper gezittert.
Wir haben geweint. Du hast mich angesehen und gesagt: "Ich werde mich
bessern." Und ich habe diese Welt verflucht.
Posted at: 01:35 |
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category: /deutsch/reise
Fri, 03 Nov 2006
Der letzte Vorhang

Kann mir jemand erklären, warum ich das ein Jahr lang gemacht habe?
Bin ich mit meinem Einzug in die Hansestadt irgendwie unbemerkt zum
Exhibitionisten geworden? Bloggen für sich genommen ist ja schon
schlimm genug. Aber darüber hinaus in einer Erdgeschosswohnung zu
leben und bewusst keine Gardinen anzubringen.
Natürlich, ich habe Erkenntnisse gewonnen. Ich kann ganz wunderbar
nachvollziehen, warum sich die eine oder andere Oma mit ihrem Kissen
in das Fenster lehnt. Die Integration in die Nachbarschaft passiert da
quasi wie von selbst. Mittlerweile grüße ich eine ganze Reihe Leute
aus den umliegenden Häusern nur vom Sehen und Gesehen werden. Ganz
besonders gerne die Nachbarin aus Nummer 14, die eine ganze Weile
jeden Morgen an meinem Fenster vorbei gejoggt ist und die ... aber das
gehört nicht hier her.
Auch die Bandbreite der Reaktionen, wenn jemand in mein Fenster hinein
stiert, fasziniert. Von "Wenn er da schon sitzt, kann ich auch gucken"
bis zu "Oh Gott, oh Gott, er hat gesehen, dass ich geguckt
habe.... Ewige Verdammnis!". Frauen, die lächeln und fröhlich
winken. Ja, ja, nur einmal. Aber es will doch erwähnt sein.
Wiegt das den Verzicht auf eine gesicherte Privatsphäre auf?
Kaum dass ich meine Nähmaschine aus dem Schrank geholt habe und dazu
ansetze mir Gardinen zu nähen, erfasst mich ein unerwartetes,
unbändiges Gefühl der Freude. Und mir wird schlagartig klar, dass ich
die Privatsphäre vermisst habe. Warum ich das nicht vorher begriffen
habe, bleibt mir aber ein Rätsel.
Und nun ist er gefallen, der letzte Vorhang. Und ich bin allein. Und
fröhlich.
wohung
gardine
exhibitionismus
Posted at: 22:23 |
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Mon, 30 Oct 2006
Hamburg, Theater: Kurz notiert

Ein paar vermischte Theater-Events der nächsten Tage: Heute Abend gibt
es Impro-Theater von Hidden Shakespeare im Schmidt Theater. Würde ich
super gerne sehen, weil ich die Gruppe selbst noch nicht gesehen habe,
aber eigentlich nur Gutes berichtet wurde. Aber das war dann heute
etwas zu kurzfristig, so dass ich nicht da sein werde.
Donnerstag dann definitiv eine Empfehlung:
ICE CUBE / frozen minds. Das Stück das Jens-Jakob im letzten Jahr im
Rahmen des Eigenarten Festivals gebracht hat, war sehr sehenswert. Es
wird wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder visuell aufwändig, einsam
und etwas melancholisch. Karten heute reserviert.
Für Freitag schlummert dann noch das Ticket für Hänsel und Gretel in
meiner Tasche. Da muss ich mich aber erst mal überraschen lassen wie
es wird. Kommentar folgt am Wochenende.
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hamburg
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Posted at: 17:45 |
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Hamburg, Lesung: Die rosa-rote Lesung

Meine Güte war das voll gestern. Kaffee.Satz.Lesen platzte aus allen
Nähten. Gar nicht auszudenken wenn es letzten Monat genau so voll
gewesen wäre. Da bin ich exakt um vier zur einleitenden Musik in die
gemütliche Stube geplatzt. Und bekam den letzten Platz neben einer mir
damals noch völlig unbekannten Dame. Hätte der gleiche Platzmangel wie
gestern geherrscht... Herr Paulsen hätte mich wahrscheinlich wieder
nach draußen in die Kälte schicken müssen. Mit völlig unkalkulierbaren
Schäden für mein Gemütsleben. Kaum auszudenken. Aber das Schicksal war
mir vor einem Monat wohl gesonnen.
Gestern war ich pünktlich. Die Dame neben mir die Gleiche. Nur diesmal
deutlich vertrauter. Und irgendwie hatte Kaffee.Satz.Lesen diesmal
diesen seltsam rosa-roten Touch. Ist das sonst jemandem aufgefallen?
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Posted at: 17:29 |
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Sat, 28 Oct 2006
Neuland

Manchmal hat man Treibsand unter den Füßen. Aber wenn ich
Entscheidungen treffen muss habe ich nicht gerne Sand zwischen meinen
Zehen. Ganz im Gegenteil. Von mir aus darf der schwarze Asphalt unter
meinen Füßen brennen. Hauptsache er ist hart und mein nächster Schritt
ist sicher.
Es gibt den einen oder anderen Bereich in dem ich ohne Nachzudenken
wie über steinharten Beton laufe. Aber mit Sicherheit nicht im
Verlagswesen. Wissenschaftliche Artikel habe ich ab und an
geschrieben, aber um Recht und Ordnung haben sich da andere
gekümmert. Und Veröffentlichungen in Computerzeitschriften sind ja
auch keine Epen.
Also liegt hier vor mir Treibsand. Ein Vertrag über ein Buch. Meine
Wenigkeit als Autor.
Und wieder einmal lasse ich mich fallen. Diesmal in die Arme von
Freunden und Bekannten. Eine Lektorin, einen Buchautor und einen
Verlagschef. Und habe plötzlich wieder sicheren Boden unter den
Füßen. Was für ein gutes Gefühl. Danke!
Jetzt muss ich es nur noch schreiben. Mit Freude.
neuland
vertrag
autor
schreiben
gentoo
Posted at: 09:41 |
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Fri, 27 Oct 2006
Hamburg, Lesung: Kaffee.Satz.Lesen am Sonntag

Ist mal wieder am Sonntag. Nummer 33 oder so. Kann ich mich gerade
nicht daran erinnern. Ist aber auch egal, weil ist ja eh immer
schön. Und es ist auch wieder ganz Hamburg da. Also ich jedenfalls
auch. Und der Merlix halt. Ja und ganz viele, die ich kenne. Eben
Hamburg. Man sieht sich.
kultur
hamburg
autorenlesung
kaffeesatzlesen
lesung
Posted at: 23:40 |
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Pisa

Als ich noch in der Schule war, gab es keine Pisa-Studie. Kann ich mir
also immer einreden, dass bei uns damals noch alles in Ordnung
war. Und ich ja noch eine gute Schulbildung bekommen habe. Hätte
bekommen können. Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mir
nicht ganz so sicher bin.
Wie jetzt. Wenn ich entspannt im Bummelzug gen Ostsee sitze. Naja,
eben nicht ganz entspannt. Denn immerhin habe ich es geschafft das
Niedersachsen-Ticket zu lösen. Nun ist Lübeck aber nicht gerade
Niedersachsen. Das nennt sich dann schon eher Schleswig-Holstein. Und
da bräuchte man dann - oh Wunder - das Schleswig-Holstein-Ticket.
Aber ich hatte eine gute Schulbildung. Hätte haben können.
Pisa
Deutsche_Bahn
Lübeck
reise
Posted at: 18:44 |
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Thu, 26 Oct 2006
Grau

So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.
Ich möchte nicht hier draußen sein. Sondern in Dir. In Dir ich
möchte sein. Nicht mit meinen kleinen Fäusten gegen diese Wand
hämmern. Meine Finger bis zum Knochen aufkratzen. Das Blut
nutzlos gegen Deine Hülle spritzen.
Ich bin da. Bin für Dich da. Will für Dich da sein. Ich darf
nicht. Kann nicht. Versage. Und ich weiß es. Mit jedem
unbeholfenen Schritt. Mit jedem Schlag meines Kopfes gegen diesen
grauen Stahl.
Nutzloser Kopf. Hoffnungfroher, dummgläubiger, kindsnaiver
Kopf. Das ist nicht dein Weg. Du kannst ihn denken aber diese Wand
schmilzt nicht. Dieser Stahl gebietet Halt.
Du stehst vor mir. Und weinst.
So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.
Selbstvertrauen
Posted at: 23:55 |
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Tue, 24 Oct 2006
Verspätet
Das ist dann wohl die sprichwörtlich lange Leitung, wenn man morgens
aufwacht und einem plötzlich die Pointe eines Gags klar wird, den man
im Film am Abend vorher einfach nicht gerafft hat.
Und dann musste ich nicht mal lachen. Hoffnungslos.
Posted at: 14:11 |
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Mon, 23 Oct 2006
Rise and Shine
Titel einer E-Mail, die mir heute morgen in den Briefkasten
trudelt. Ich muss grinsen. Selten Tage gehabt an denen ich weniger als
heute nach "Rise and Shine" aussehe. Zu lächeln hilft da weiter.
Meist kann ich mich mit Montagen durchaus anfreunden. Heute mit
Sicherheit nicht. Ein Wochenende mit vier Stationen im Westen
Deutschlands. Mit viel zu wenig Schlaf. Und einer hoffnungslos späten
Rückfahrt. Inklusive der üblichen Verspätung, weil ja Sonntag Nacht
die Strecken so brechend voll sind.
Und so wollte ich doch gnädig mit mir sein und mir eine Stunde mehr
Schlaf geben. Aber heute ist Finn Lars ausgezogen. Der süße kleine
Neugeborene in unserem Wohnblock. Jetzt sind wir wieder über fünf
Etagen kinderlos. Und Finn Lars ist leider um sieben Uhr morgens
ausgezogen.
Der Auftakt einer neuen Woche.
Rise and Shine.
Montag
Posted at: 16:49 |
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Fri, 20 Oct 2006
Scheiter heiter
Wir stehen ganz entspannt.
Ich bin nicht entspannt. Ganz im Gegenteil. Auch wenn die Worte aus
meinem Mund perlen, so spricht mein Körper eine völlig andere
Sprache. Schließlich mache ich das hier zum ersten Mal. Da läge mir
nichts ferner als meine Muskeln in den Zustand lockerer Entspannung zu
versetzten.
Und jetzt rollen wir uns langsam und völlig entspannt gegen Boden
ab. Die Knie nicht durchdrücken.
Auch wenn sich mein Körper in gelöster Form gen Boden verflüchtigen
soll, bewirken meine eigenen Anweisungen das Gegenteil. Ich verlasse
mich für einen Moment, empfinde mich als fahrig, zu schnell und
unkonzentriert.
Um die Unsicherheit zu überspielen springe ich unkoordiniert zur
nächsten Übung durch, lasse so etwas wie Lockerheit gar nicht
aufkommen. Merke, dass ich schneller werde. Entspannungsübungen im
D-Zug Format.
Vergessen wir die Entspannung. Mein Inneres schlägt leise Alarm. Hier
fehlt etwas.
Versucht Euch auf die Anderen einzulassen.
Vielleicht gelingt es mir wenigstens die Gruppe aufeinander
einzuschwingen. Doch ich bin zu anspruchsvoll, selbstkritisch und
schaffe es ja nicht einmal meine eigenen Schwingungen mit nur irgend
etwas in Einklang zu bringen.
So haste ich von Punkt zu Punkt, von Übung zu Übung, verfalle in daher
gehaspelten Erklärungen, die unverständlich bleiben. Ohne Ziel im Raum
stehen. Unbehagen erfüllt mich. Ein Gefühl das ich transparent nach
außen durchblicken lasse.
Pause.
Die Ansammlung an Fehlern aus der ersten Halbzeit würde mir für eine
Weile reichen. Aber ich darf uns auch noch durch die zweite Hälfte
schleifen. Die Fehler verfestigen und vertiefen.
Die Schauspieler spielen gegen alle Regeln, verlassen entnervt die
Bühne, brechen kichernd auf dem Boden zusammen und ich ... ich bin
Chaos.
Und ende ... ende mit einem Blick auf mich selbst und einem
zufriedenen Lächeln. Improvisieren heißt scheitern.
theatersport
hamburg
impro
Posted at: 13:17 |
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Thu, 12 Oct 2006
"Apprendre une langue étrangère"
Als ich diese Worte nieder schreibe, muss ich lächeln. Wann habe ich
damals meine ersten französischen Vokabeln gelernt? Es muss so um
diese Zeit herum vor genau zehn Jahren gewesen sein.
Ich hatte kein Französisch in der Schule. Damals traf man Ende der
sechsten Klasse noch die schwer wiegende Entscheidung für das Leben:
Latein oder Französisch? Sah man für sich den naturwissenschaftlichen
Pfad voraus oder plante sich in philosophische Höhen zu katapultieren,
dann musste man Lateiner werden. Sonst durfte es auch gerne eine
lebendige, nützliche Sprache sein. In der man sich ernsthaft
unterhalten kann.
Wie häufig bei wichtigen Entscheidungen, die einfach zu früh getroffen
werden, habe auch ich mich völlig falsch entschieden. Mir war schon
damals klar, dass ich irgendwann mal in die Naturwissenschaften
reinrutschen würde. Wenn also etwas aus mir werden sollte, dann musste
ich mich vom toten Dunst der lateinischen Sprache durchdringen lassen
und alles Notwendige in mich aufsaugen, um das Latinum zu
erlangen. Völliger Blödsinn.
Oh ja, Naturwissenschaftler bin ich geworden. Zumindest bis ich davon
die Schnauze voll hatte. Aber Latein?
Wenn das Problem nur gewesen wäre, dass ich schon ein Jahr nach der
letzten Unterrichtsstunde keinen blassen Schimmer mehr davon hatte
dort überhaupt je etwas gelernt zu haben. Mir ist auch heute nicht
klar, wie man sechs Jahre Unterricht so gnadenlos vergessen
kann. Nein, das hätte ich abgehakt und nicht weiter darüber
nachgedacht.
Dass Problem kam mit dem Vordiplom. Wer schon einmal in Bochum
studiert hat, kennt das Gefühl, doch lieber irgendwo anders studieren
zu wollen. Nichts gegen die architektonische Effizienz von
Betonlandschaften aus einem Guß. Aber darin leben? Arbeiten?
Studieren? Nein, es kommt der Zeitpunkt an dem man gehen muss. Und der
war nach zwei Jahren erreicht.
Frankreich.
Von wegen Frankreich. Ich habe meine Freundin damals angelächelt und
ihr liebevoll klargemacht, dass ich bestimmt nicht nach Frankreich
gehe. Vielleicht habe ich mir dabei ein wenig an den Kopf getippt und
mit den Augen gerollt, um den Worten den nötigen, liebevollen
Nachdruck zu verleihen.
Strasbourg.
Ja klar, Strasbourg. Ich komme mal mit. Gucke mir die Uni da unten
an. Aber mehr als ein nettes Wochenende mit Sightseeing wird das
nicht. Kulturell sicherlich wertvoll.
Gott, was war ich erleichtert als sich die erste Schule, die sich nur
mit organischer Chemie beschäftigte, auch in den Augen meiner Freundin
nichts war. Auf dem Programm stand noch irgendeine zweite Uni, die
Biotechnologie anbot. Vielleicht auch etwas für uns Biochemiker, aber
ging es da nicht nur ums Bier brauen? Mir war klar, dass ich nicht
wirklich einen Gedanken daran verschwenden musste und konzentrierte
mich stattdessen auf den schönen Strasbourger Münster.
Die Schule am südlichen Rand der Stadt sah zwar nett aus, aber
Biotechnologie? Meine Freundin war interessiert, aber ich brauchte nur
einen Blick auf die angebotenen Themen zu werfen: "Mischen und Rühren?
Willst du mich verarschen?"
Nein, keine zehn Pferde und nicht mal zehn hübsche Französinnen hätten
mich nach Strasbourg verfrachten können. Die sprechen
Ausländisch. Lehren über Mixer. Und ich bin weder sprachbegabt noch
rührbegeistert. Und mir war sogar egal ob Mixér auf Französisch
irgendwie besonders sexy klingen könnte. Das war kompletter Humbug.
Ich weiß nicht was mich dazu bewogen hat, mich breitschlagen zu
lassen, ebenfalls eine Bewerbung hin zu schicken. Ich saß sowieso
gerade im Bewerbungskarusell und es schien mir ein netter Gefallen zu
sein. Oder so.
Und wir wurden eingeladen. Bewerbungsgespräch mit zwanzig Leuten in
Freiburg. Die Hälfte von uns würde genommen werden.
Ich gebe zu, ich fand das Ganze amüsant. Ich war nicht ansatzweise
aufgeregt und hielt es für einen netten Spaß. Ich konnte sehr relaxt
dabei zusehen wie eine Horde nervöser Leute völlig aufgelöst um mich
herumwuselte und versuchte nebenbei die Nervosität meiner Freundin zu
bremsen. Letzteres ist mir damals natürlich misslungen, wie mir das
auch vor jeder Klausur misslang. Aber das ist eine andere Geschichte.
Was habe ich denen erzählt? Dass ich vorher noch Kurse in Französisch
machen würde. Irgend etwas Crash-mäßiges. Ich bin ja so motiviert. Das
geht einem wahnsinnig leicht von den Lippen, wenn man es nicht ernst
meint. Und die Professoren waren super nett, fast fürsorglich,
meinten, ich solle mir da mal keine Sorgen machen. Sie hätten schon
mal jemanden gehabt, der kaum Französisch konnte und der hätte das
dann auch irgendwie gepackt. Und ich nickte. Einfach nicken. Ich bin
ja so motiviert. Ich packe das. Ganz klar. Noch ein bisschen über
Gentomaten erzählt und schon ist das belanglose Geplänkel vorbei.
Was den restlichen Nachmittag passiert ist, begreife ich bis heute
nicht. Rückblickend verwundert es mich immer noch. Ich habe mich nur
ein wenig mit den anderen Bewerbern unterhalten und dabei
festgestellt, dass die alle super nett waren. Gar kein Vergleich zu
Bochum. In Bochum wurden Matrikelnummern gesammelt, damit man genau
wußte, wer in den Klausuren besser war als man selbst und man nicht
immer nur mit dieser unpersönlichen Nummer konfrontiert war. Ein
Verhalten, bei dem mir auch heute noch die Galle hochkommt. Und die
Jungs und Mädels da unten in Freiburg an diesem sonnigen Nachmittag,
die waren anders. Offen, freundlich, interessiert und nett.
Dass sowohl meine Freundin als auch meine Wenigkeit unter den zehn
ausgewählten Studenten waren, quittierte ich anfangs noch mit einem
kurzen Lächeln ohne mir wirklich etwas dabei zu denken.
Aber an den Moment während der Rückfahrt, im alten silbergrauen Volvo
meiner Eltern, kann ich mich noch ganz genau erinnern. Als meine
Finger nach einer langen, schweigsamen Pause auf das schwarze Plastik
des Lenkrads trommeln, ich mich lächelnd zu meiner Freundin umdrehe
und völlig gelöst sage: "Ich mach das." Und sie nickt.
Einige Monate später saß ich dann völlig nervös und aufgelöst vor
meiner Französisch-Lehrerin, habe sie mit großen Augen angeguckt,
nichts verstanden und langsam angefangen meine ersten französischen
Vokabeln zu lernen.
strasbourg
französisch
studieren
ausland
biotechnologie
Posted at: 08:38 |
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