auf.kante
Gunnar macht sich selbststaendig und fliegt auf
die Schnauze
wird erfolgreich. Wer mag darf zuschauen.
Gunnar is starting his business. He will certainly
fail succeed. You may watch.
auf.kante

Tue, 08 May 2007

Blogtod

Zeit hier einmal kurz das Ende meiner Blogzeit zu verkünden. Naja, zumindest vorerst. Die Zeit ist einfach zu knapp, um zwischen den täglichen Aufgaben hier noch halbwegs lesbare Einträge zu schreiben.

Das hat natürlich auch seine guten Seiten: Die knappe Zeit rührt schließlich daher, dass es mit der Selbstständigkeit läuft. Und wie sehr mich das zufrieden stellt kann ich kaum ausdrücken.

Also, hier geht es weiter wenn ich vierzig bin und wieder mehr Zeit habe. Oder so. Bis dahin, macht's gut und danke für den Fisch.

P.S.: Das englische Blog läuft natürlich weiter.

Thu, 12 Apr 2007

Vorfreude

(Bild von djmq)

Ach ja, da geht einem das Herz auf und die Sonne scheint herein. Frühling, Hitze und der ganze Krams... Kann ich doch drauf verzichten, wenn ich so ein schönes Winterbild sehe. Da fühlt man doch die prickelnde Kälte auf der Haut und es ergreift einen eine wilde Vorfreude. Man hofft geradezu, die warmen Tage mögen schnell vergehen...

Wie es geht Dir nicht um den Schnee? Du hast nur kein anderes Bild von der Stelle im Internet gefunden? Ja, das ist mir doch egal. So, Du ziehst da hin? Guck doch: Grau in Grau. Wird auch nicht anders sein als anderswo in Hamburg.

Pah, Altbau. Blödsinn, Zweisamkeit. Guck Dir doch mal die Flocken an. Da wird einem doch wohlig ums Herz. Da rieselt leise der Schnee... Umziehen... ne, wirklich...

Sun, 11 Feb 2007

Hamburg, Lesung: Strictly British

Könnt ihr mir doch nix erzählen. Da ist doch einer mal Sonntags zu Kaffee.Satz.Lesen gelaufen, fand das ja alles ganz nett, hat sich allerdings gedacht: "Ich will aber Tee. Yes, indeed."

Durch einen kurzen Tip auf der Party gestern bin ich also mit meinem Nordlicht heute auf der Konkurrenzveranstaltung des Kaffe.Satz.Lesen gelandet. Und ich muss sagen: "Very british, very nice."

Der Eintrittspreis war zwar doppelt so hoch wie bei der gewohnten Sonntags-Veranstaltung, aber dafür gab es dann die Scones, Sandwiches und den Tee gratis. Und die Scones waren genial. Dazu richtig fette Sahne und eine geniale Himbeer-Sauce. Göttlich.

Lesung? Ach so, ja. Gelesen wurde natürlich auch. Stilecht im holzgetäfelten Salon mit zwei antik gekleideten Vortragenden. Oscar Wilde in Original-Ambiente und in Original-Version. Ich musste zugegebenermaßen aufmerksamer sein als bei einer deutschen Lesung. Aber ganz wunderbare Geschichten.

Wer Tee brauchte musste nur seine Britische Flagge heben und schon kam die Bedienung geeilt. Wir wurden allerdings stilecht vorgewarnt: "Please be patient though. They are only women..."

Wunderbarer Nachmittag. Das nächste Mal steht noch nicht fest, aber ich hoffe es war für die Veranstalter ein voller Erfolg und es findet noch einige Male statt. Hier die Webseite: Strictly British

Fri, 09 Feb 2007

Hamburg, Theater: Impromptü vs. Stadtgespräch

Nach längerer Zeit gab es mal wieder das kostenlose Impro-Doppelpack im Bürgertreff Altona-Nord. Impromptü vs. Stadtgespräch. Sehr schöner Abend.

Ich erinnere mich noch gut an letztes Jahr, als ich den ersten Auftritt beider Gruppen gesehen habe. Damals war ich selber noch auf der Suche nach einem Team. Ich also gleich nach der Aufführung mal einen von den Jungs angequatscht, ob man denn nicht bei ihnen mitspielen könne. So habe ich Klaus Friese kennen gelernt, der diesmal souverän die Moderation übernommen und sich wacker geschlagen hat.

Diesmal wurde Team gegen Team gespielt und das Stadtgespräch hatte da die Nase leicht vorne. Und das obwohl beim "Unparteiischen" (nicht ganz zu Unrecht) das türkisfarbene Hemd unter der weißen Weste vermutet wurde. Schließlich ist der Mann vollwertiges Mitglied von Impromptü. Aber er hat das gegnerische Team sehr fair gewinnen lassen.

Wed, 07 Feb 2007

British sun

Nein, das haben sie schon nett gemacht. Die Briten. Das mit dem Wetter. Anfang Februar auf der Insel, die nicht gerade für ihre sonnigen Strände berühmt ist. Ich gebe zu, dass ich etwas Nebel erwartet hatte.

Extra für uns hat aber der höfliche Brite für himmlisch wolkenfreies Wetter gesorgt. Und das fast ein ganzes Wochenende lang. Da will man ja nicht meckern.

Gut, die Queen mochte uns nicht wirklich persönlich begrüßen. Aber das habe ich ihr noch so gerade durchgehen lassen. Schließlich haben wir the queen schon die Woche vorher gesehen. Da will man nicht meckern.

Und ehrlich gesagt war es mir dann ja doch lieber mit dem lieben Felix durch Cambridge zu spazieren. Hach, ein sonniges Wochenende. Genau was ich gebraucht habe.

Fri, 02 Feb 2007

Grummel...

Ich bitte darum, diese Woche zu streichen. Das war ja mal gar nix. Die fing mit Migräne and und hörte unproduktiv auf. Zwischendrin auch nicht richtig was gepackt.

So und ich fahr jetzt auf die Insel, besuche die Queen und geb mir im Pub die Kante. Genau, saufen kann ich auch auf Kante.

Tschö... auf das die nächste Woche mich mehr bereichert.

Fri, 26 Jan 2007

Das geht nicht

Dein Finanzamt, Dein Garant für fröhliche Telefonate:

Guten Tag, Finanzamt Hamburg-Eimsbüttel.

Ja, guten Tag. Wrobel hier. Sie hatten mir einen Brief geschickt und mir mitgeteilt, dass ich mich von der monatlichen Voranmeldepflicht für die Umsatzsteuer befreien lassen kann. Da wollte ich mich erkundigen, was ich dafür machen muss.

Hm. Geben sie mir mal ihre Steuernummer.

54/331/13464

Hm. Kann ich mir nicht vorstellen, dass wir ihnen etwas geschickt haben.

Naja, ich habe hier ihren Brief vom 9.1. diesen Jahres vor mir liegen.

Warten sie, ich sehe mal nach.

Irgendwo im Hintergrund Suchgeräusche, in der Ferne dudelt das Radio vor sich hin...

Ah ja. Das ist ein maschinelles Schreiben, nicht wahr? Die Daten werden hier ja immer automatisch ausgewertet und dann geht ein entsprechendes Schreiben raus.

Ja und kann ich mich dann von der Pflicht zur monatlichen Voranmeldung befreien lassen?

Nein, das geht nicht.

Aber hier steht doch: "Sie haben die Möglichkeit, die Befreiung von der Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen und Entrichtung von Vorauszahlungen zu beantragen."

Hm, kann ich mir nicht vorstellen, dass es diese Möglichkeit gibt. Warten sie, ich schaue mal nach.

Eine Weile später...

Ah, ja. Wenn sie unter einem bestimmten Satz an Umsatzsteuer liegen, können sie sich von dieser Pflicht befreien lassen.

Ja und was muss ich tun, um mich nun befreien zu lassen? Schicke ich ihnen einen Brief?

Nein. Ich kann das ja hier umstellen.

Klickgeräusche.

So, das wärs.

Wed, 24 Jan 2007

Leise rieselt...

.. der erste Schnee des Jahres. Ja, er ist auf dem Bild schwierig zu erkennen. Aber ein bisschen Mühe kann man sich schon geben. Schließlich ist nicht gesichert, dass wir in diesem Jahrhundert dieses Phänomen in Hamburg nochmal beobachten werden können.

Also ich habe jedenfalls mal zu Isas Wintergetränk gegriffen, um feierlich auf den ersten Schnee zu trinken.

Tue, 23 Jan 2007

Abgewendet

Irgendwann Abends. Dir bleiben ein paar Minuten auf diesem Bahnsteig. Umsteigen in Altona. Die Hände in den Taschen vergraben wanderst Du ziellos zwischen den vergitterten Süßwaren und der Bahnsteigkante hin und her.

Du nimmst das Pärchen nur am Rande wahr. Wie sie da so gegen die Plakatwand gelehnt stehen. Irgendwie in Umarmung. Nur wie sein Arm um sie gelegt ist, das stimmt nicht ganz. Und fordert Deinen zweiten Blick.

Seine Hand ist verkrampft in ihr Genick gepreßt, hält sie im harten Griff und presst sie mit der Wange gegen die Wand. Seine Augen sind zu Schlitzen verengt. Und er giftet sie an: "Warum machst Du das, eh? Warum machst Du das?"

Sie weint nur. Was sie sagt kannst Du nicht verstehen. Er zieht sie nach vorne, seine Gesicht entgleist verzerrt und er spuckt ihr eiskalt ins Gesicht. Mit Verachtung.

Als Du zwei Schritte auf ihn zugehst, schaut er Dich an. Der gleiche Blick. Er braucht das "Komm nur" nicht auszusprechen. Gesicht und Körper sprechen mehr als deutlich. "Komm nur, wenn Du meinst Dich hier einmischen zu müssen."

Aber er lockert seinen Griff. Lässt sie los. Sie befreit sich, wendet den Kopf. Tränen und Spucke laufen ihr die Wangen hinunter. Sie wischt sich einmal fahrig mit dem Ärmel über das Gesicht. Und bleibt. Sie bleibt stehen, unternimmt nichts.

Und so verharrst Du. Bleibst stehen und lässt nur den Blick hinter beiden her wandern.

Irgendwann Abends. Dir blieben ein paar Minuten auf diesem Bahnsteig. Dir ist eiskalt.

Mon, 22 Jan 2007

Schon irgendwie schön

Es sind irgendwie nur kleine Freuden. Aber für jemanden wie mich, der aus einem anderen Feld kommt und jetzt etwas artfremd durch das Berufsleben eiert, durchaus geeignet etwas zu erfreuen. Zum einen die Tatsache, dass man meine Arbeit schon bestellen kann bevor sie überhaupt fertig ist. Und zum anderen, dass Amazon mich bewirbt, wenn man nach meinem Namen sucht.

Treibt einen ja auch noch mal mehr an. Schon irgendwie schön.

Sat, 13 Jan 2007

Der kühle Norden

Nun bin ich eigentlich schon eine Weile aus dem hohen Norden zurück. Schön war es. Gemütlich war es. Aber das Nordlicht habe ich vermisst.

Kalt war es. Geschneit hat es nicht. Lassen wir das Thema. Das Wetter ist ja momentan sowie in aller Munde.

Da oben Internet zu bekommen ist wie in der Steinzeit. Gutes altes Modem und ein unzuverlässiger Provider. Kinders, wenn ich an die Zeit vor dreizehn Jahren zurückdenke. Was man da noch alles ausgehalten hat.

Egal, ich bin froh wieder an meinem Datenhighway zu sitzen. Nur die Zeit zum Bloggen habe ich irgendwo zwischen der Vorweihnachtszeit und der Rückkehr verloren. Ich entwickle mich zum vollständigen Sonntagsblogger.

Thu, 11 Jan 2007

Erinnerungen

Ganz einfach wunderbar an diesen Abend zurück erinnert zu werden. Da will man doch glatt wieder auf die Bühne. Ganz lieben Dank an Klaus Friese für die Bilder.

Heute Abend war wieder Probe. Und Ole von Beust war zu Besuch. Hat sich reichlich über die Jugendkriminalität aufgeregt. Wollte mal ordentlich in seiner Stadt aufräumen. Kann ja auch nicht angehen, dass rücksichtslose Fahrradgangs anderen Kindern das Taschengeld und die Handys abzocken.

Spannend zu beobachten. Richtig schade, dass wir das Ende der Geschichte nicht gespielt haben. Aber im realen Leben weiß man ja auch nicht wie es ausgeht.

Sat, 23 Dec 2006

Bin dann mal weg

Bis in das neue Jahr im hohen Norden. Ein bisschen frische Luft schnuppern, mein Wissen weiter in Schriftform bringen, Tee trinken und lesen.

Wünsche fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

P.S.: Weihnachten schon vorbei, aber bis man hier oben in der Wildnis den Zugang ins Internet gefunden hat dauert es halt etwas.

Fri, 22 Dec 2006

Hamburg, Theater: Ich bin glücklich

Sechs Menschen tuscheln aufgeregt hinter der verschlossenen Tür, kichern verhalten und versuchen krampfhaft mit ihrem Adrenanpegel klar zu kommen.

Ich glaube das ist der Moment den ich am meisten liebe. Bevor Du raus gehst. Wenn Du Dich bereit machst, um auf die Schnauze zu fallen. Los zu lassen. Etwas zu tun, was Du nicht kannst. Dich auf andere zu verlassen, Dein Bestes zu geben und zu wissen, dass Dein Bestes eben nicht gut genug ist. Sich an die eigenen Grenzen zu bewegen, zu lieben, dass sie da sind und manchmal den Schritt darüber hinaus zu wagen.

Sechs Menschen laufen auf die Bühne, geben sich keine Chance mehr auf den Weg zurück. Schalten die Navigation aus und beginnen für den Moment zu leben.

Meine Eltern sitzen in der ersten Reihe. Das Nordlicht in ihrer Mitte. Familiär eingemeindet. Links davon die Improszene, Kamera im Anschlag. Mitte links die lieben Mitspieler von der Mittwochstruppe. Noch mehr Profiaugen. Hinten rechts sehr gute Freunde. Hier bin ich plötzlich nicht mehr anonym. Aber das würde mir nur auffallen, wenn ich wirklich noch denken würde.

Sechs Menschen gleiten durch die Szenen, vertrauen einander und spielen. Sie scheitern, sie brillieren, sie versagen und sie unterhalten. Sie leben ihre Leben auf der Bühne.

Ich bin Mörder, mal schwul, gelegentlich tot, auch alt und gebrechlich, rette Deutschland vor den Russen und bin zu guter Letzt ein Hase. Als Häschen scheitere ich grandios und mich rettet nur der Fangschuss. Ein schöner Tod auf der Bühne.

Sechs Menschen verbeugen sich ein letztes Mal, lassen die Spannung fallen, verweben sich mit den Zuschauern und sind wieder da, unter den Lieben.

Vielen lieben Dank an jeden der da war. Ihr habt uns echt viel Energie gegeben und das war perfekt. Absoluten Dank an Ralf, der leider wegen Krankheit ausgefallen ist, aber großen Anteil daran trug, dass wir gespielt haben.

Wed, 20 Dec 2006

Hamburg, Theater: Mal in eigener Sache

Nun treten wir wirklich morgen Abend auf. Es gab doch einige Probleme und Energietäler zu umschiffen, bis jetzt wirklich sicher ist, dass wir uns morgen Abend das erste Mal auf die Bühne trauen und einer kleinen Menge Publikum stellen werden. Zumindest wohlwollendem Publikum.

Aufregend genug. Als ich hier das letzte Mal auf einer Bühne gespielt habe, kannte ich noch keine Sau in Hamburg. Und da niemand im Publikum saß, mit dem ich auch nur ansatzweise verwandt, verschwägert oder sonst irgend wie verbunden gewesen wäre, war das eine lockere Angelegenheit. Das ist diesmal nicht mehr so und wird es spannender gestalten.

Es war überraschend zu sehen, wie viel Selbstzweifel wir als Gruppe besitzen. Bei zwei heftigen Irritationen kurz vor dem Auftritt ist es eigentlich ein kleines Wunder, dass die Energie gereicht hat, um den morgigen Abend wirklich zu stemmen. Gruppendynamik ist schon spannend. Besonders wenn man drin steckt.

Jetzt lasse ich mich überraschen wie es morgen wird. Klar, wir sind alles Laien, also kann man nichts Spektakuläres erwarten. Aber ich hoffe es wird nett werden. Und ich glaube es wird uns vor allem Spaß machen und die Energie für mehr Bühne geben.

Tue, 12 Dec 2006

Hamburg, Lesung: Kaffee.Satz.Lesen wird ein Jahr alt

Während ich diesen Morgen so durch die Post wühle und Antworten formuliere, bleibe ich bei einer Nachricht hängen und frage mich, wann ich eigentlich das erste Mal beim Kaffee.Satz.Lesen war? Könnte das vor einem Jahr gewesen sein? An die Weihnachtslesung letztes Jahr kann ich mich noch gut erinnern, aber war ich schon einmal vorher dort?

Ich nehme mir den Moment, die Termine der vergangenen Lesungen durch zu gehen und in meinem Tagebuch nach zu blättern. Eintrag vom 18.12. letzten Jahres:

Was allerdings den Tag deutlich verschönert hat, war meine Entscheidung zur Weihnachtslesung "Kaffee.Satz.Lesen" zu gehen. War eine sehr kurzfristige Entscheidung, nachdem ich ein Foto von der letzten Lesung gesehen habe. Kurz nach Kaffee.Satz.Lesen gesucht, festgestellt, dass es im Dezember am 18.12. stattfindet und mir noch zehn Minuten bleiben um los zu düsen. War extrem überfüllt und ich habe nur noch einen Sitzplatz auf einer Kante bekommen. Fragt sich ob so viele Leute wegen der Lesung oder dem Glühwein und Keksen gekommen waren. War aber beides sehr gut. Schon faszinierend, dass es so viele gute Autoren in Hamburg gibt.

Als ich das lese muss ich lächeln. Mir war nicht mehr bewusst, dass mich Kerstin indirekt dazu verleitet hat, zu dieser Veranstaltung zu gehen.

Irgendwie macht mich das fröhlich. Und ich freue mich auf Sonntag. Auf Glühwein, Gebäck und Kuchen. Und Hamburgs wunderbare Autoren.

Wed, 06 Dec 2006

Hamburg, Lesung: Transit #31

Obwohl ich nach dem letzten Mal Transit ja nicht ganz so überzeugt nach Hause gegangen bin, hat mich dann diesmal die Begeisterung wieder vollständig erwischt. Abwechslungsreicher war es noch nie.

Hellmuth Optiz als eröffnender Autor hat zwar anfänglich qualitativ etwas tief gestapelt aber dann einen wunderbaren Wechsel zwischen charmanten und tiefsinnigen Gedichten hin gelegt. Sehr angenehmer Einstieg.

Anja Frisch folgte dann mit einer gut konstruierten Geschichte, einfühlsam aus Kinderaugen erzählt.

Und an Cornelia Travnicek schieden sich dann nach der Pause die Geister. Jedenfalls der meiner Schwester und der meinige. Ich liebe diese Art melancholischer Texte, brauche da nur die Augen zu schließen und verliere mich irgendwie. Aber Geschmäcker sind verschieden.

Den runden und gelungenen Abschluß machte Nora Gomringer mit viel Humor, Sprechkunst und Schauspielerei. Beeindruckende Geschwindigkeit beim Wechsel der Stimmlagen. Könnte man auch sehr gut beim Improvisationstheater gebrauchen.

Sehr facettenreicher Abend und absolut gelungen. Nur leer war es irgendwie. Mir war nicht klar, dass sich das Publikum bei Lesungen und Fußball so stark überschneidet. Ich habe aber dazu gelernt. Spätestens als Daniel meinte:

Och, ich hätte ja auch ganz gerne Fußball geguckt.

Schäm Dich ;) Die Alternative war besser.

Mon, 04 Dec 2006

Pastoren und Perücken

Ich stolpere durch das finstere Treppenhaus. Einen rettenden Lichtschalter kann ich nicht erblicken und so entgeht meiner Wahrnehmung der Fahrstuhl, der die folgenden sechs Etagen leichtfüßiger überbrückt hätte. Leicht schnaufend erobere ich den letzten Treppenabsatz, befinde mich unter dem Dach und betrete die erleuchtete Wohnung.

Hey, hallo. Ich habe gerade von Dir erzählt. Wir wollen "Nobody is perfect" spielen und ich meinte, dass sei sicher voll Dein Ding.

Mein Hirn schnauft leider noch etwas verzögert irgendwo hinter mir die Treppe hinauf und so brauche ich träge verstreichende Sekunden, bis der Gag auch bei mir aufschlägt und ich das Gesicht zu einem gequälten Lächeln verziehe.

Ich werde an den Spieltisch bugsiert, erhalte ein Bier für die geistige Unterstützung und beginne mir wildeste Lexikon-Erklärungen auszudenken. Und siehe da: Die Frau hat recht. Voll mein Ding. Ich habe wirklich Chancen auf Mister Imperfect.

Nur der Pastor, der ist zu durchtrieben und gewitzt für mich. Es war mir nicht klar, dass man diesem Menschenschlag heutzutage auch nicht mehr vertrauen kann. Besondere Eigenart von Ludwig XIV am Hofe? Er hat allen untersagt eine höhere Perücke zu tragen als er selbst. Erstunken und erlogen, aber genial plausibel. Schämen sie sich, Herr Pastor. So bin ich ja nicht mal perfekt unperfekt.

Sun, 03 Dec 2006

Empfehlung fürs Ohr

Jana Nitsch - Drachenblut

Mehr hier.

[ gefunden (mit Geschichte) bei Kerstin ]

Sat, 02 Dec 2006

Hamburg, Party: Datscha Party

Ja, fast vergessen, aber heute morgen glücklicherweise noch erinnert worden:

Datscha-Party, heute Abend, Fundbüro, Stresemann Str. 114

Und Tanzen schadet ja nicht, ne?

Tue, 28 Nov 2006

Gehen sie nie in ein Theater

Also jedenfalls nicht in Reinbek. Das ist auch so ein Städtchen, von dessen Existenz ich als einjähriger Hamburger noch nichts geahnt habe. Angesichts des pulsierenden Lebens, dass einem dort unten entgegen schlägt, wäre dieser Zustand auch in meinen nächsten dreißig Jahren in Hamburg unverändert geblieben. Aber aus zeittechnischen und organisationstaktischen Gründen kam ich heute in den Genuss von mehreren Stunden Reinbek.

Schiller. Kabale und Liebe. In einer Schulaula. Nein, das Stück war ganz nett. Der Schiller hat sich schon Mühe gegeben. Die Hälfte des Laien-Ensembles ebenfalls. Und so hätte man einen netten Abend haben können.

Hätte können. Wenn denn nicht einige Schulkinder irgendwie in diesen Saal zwangsverfrachtet worden wären. So fiel denn die Entscheidung schwer, ob man sich lieber auf die Dauerbeschallung der fünf gelangweilten Jungs hinter einem konzentriert oder auf das Drama auf der Bühne.

Ich neige ja nicht gleich dazu andere in ihre Schranken zu verweisen. Was in diesem Fall aber auch an der Deko der Feindgruppe lag: Patronengurte, Nietengürtel, Totenköpfe. Der durchschnittliche Theaterbesucher in Reinbek eben. Aber nach der Pause hatten wir die Schnauze voll und ich musste todesmutig meines Amtes walten.

Und siehe da: Reinbek ist halt doch nur plattes Land. Die sehen zwar nach Hamburg aus, sind aber tief drinnen ganz zarte Seelchen. Will sagen, sie haben gekuscht... Dafür fingen dann ersatzweise die gelangweilten Girlies auf der anderen Seite ein tödliches Gegacker an, das uns die zweite Halbzeit begleitet hat.

Gehen sie nie in ein Theater. Jedenfalls nicht in Reinbek.

Sun, 26 Nov 2006

Du bist so durchschnittlich

Man sagt einer Frau nicht: "Du bist so normal." Und nein, nicht mal die Erweiterung "angenehm normal" hätte den Karren aus dem Dreck befördert. Es ist ja nicht mal so, dass ich behaupten könnte, ich wüsste nicht, wie der Satz "Du bist so ..." weitergehen würde. Ein wenig habe ich in meinen dreißig Jahren doch gelernt: aufregend, wunderbar, sexy, klug, elegant, schön. Schön geht immer.

Normal.

Die Wahl des Mannes, der sich an vernichtenden Blicken erfreut. Dem vor Säure triefender Spott auch nichts mehr anhaben kann. Der auch ansonsten gerne über glühende Kohlen läuft.

Das sind dann so die Momente in denen ich mir denke an dieser ganzen Sache, Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars, könnte doch etwas dran sein. Nur wo ich eigentlich herkomme ist mir noch nicht so ganz klar geworden.

Die Retourkutsche dann gestern in der Mail: "Du bist so durchschnittlich." Wurde mit einem lachenden und einem weinenden Auge hingenommen.

Sat, 18 Nov 2006

Abzug auf der Macho-Skala

Wenn man in einer Runde harter Jungs die Qualität des Paten diskutiert, dann sollte man darauf verzichten zu erwähnen, dass man sich letztens auch noch mal "Die Schöne und das Biest" ausgeliehen hätte und der "ja auch ganz schön sei".

Punktverlust.

Thu, 16 Nov 2006

Spieglein, Spieglein...

Da liegt dann dieses Foto. Und es gefällt mir. Warum weiß ich nicht so genau. Ich kann mich nicht daran erinnern mein Gesicht wirklich zu mögen. An mein Profil darf ich gar nicht denken. Aber das Bild dort. Das mag ich. Und ich frag mich, ob ich das bin.

Da ist dann dieses Spiegelbild. Und ich versuche dieses Foto darin zu finden. Ist es der Winkel? Die Beleuchtung? Augen? Es gelingt nicht. Es ist nicht da. Und doch bin das ich auf diesem Bild. Wie hat sie das gemacht? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist das auch nicht wichtig. Schließlich muss ich lächeln, wenn ich dieses Bild sehe.

Mon, 13 Nov 2006

Umschalten

Wenn ich Montag morgens so langsam in den Arbeitsfluß gekommen bin, im Hintergrund leise das Radio dudelt, mein Fuß unbemerkt mit wippt und noch etwas Kaffee-Duft in der Luft liegt, dann sieht alles nach einer guten Woche aus.

Nur frage ich mich, warum mir diese seltsamen Menschen im Radio den schönen Morgen mit heißen News über die Scheidung von Britney und Kevin versüßen möchten. Haben die nichts Besseres zu tun?

Zeit umzuschalten... das Radio friedlich weiter dudeln zu lassen, den Kaffee-Duft in die Nase zu saugen und das leise Klimpern der Tastatur zu genießen. Montag morgen...

Sat, 11 Nov 2006

Heimat

Und manchmal... manchmal da flechtet sie ganz ungezwungen die Worte "hünen und püdünen" in den Satz. Und dann lächle ich in einem Winkel meines Herzen, weiß, dass ich jetzt im Norden bin, und fühle mich ein wenig zu Hause.

Thu, 09 Nov 2006

Inkompatibel

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, warum ich auf diesem Planeten gelandet bin. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es Sinn macht, dass ich an einem Ort existiere, an dem es Fahrräder gibt. Ich fühle mich zunehmend inkompatibel mit dieser technischen Errungenschaft.

Das liegt eigentlich weniger an der Tatsache, dass ich grundsätzlich unfähig bin langsam zu fahren. Eventuelle Begleitung gesteht mir hechelnd am Ende der Fahrt, dass ich die Sache doch etwas zu flott angehe. Fahre ich allein, dann erreiche ich meinen Zielort meist nur mit maximalem Durchfluss aus allen Schweißdrüsen und nass durchtränktem T-Shirt.

Nein, das Problem ist, dass die Dinger im Allgemeinen versuchen meine Gegenwart zu meiden. Selbst wenn sie mir rechtmäßig gehören. Am erfolgreichsten war dabei mein Vehikel in Heidelberg.

Ich bin von Natur aus notorischer Fußgänger und benutze das Fahrrad eigentlich nur dann, wenn ich schnell irgendwo ankommen muss. An irgend einem Abend an den ich mich im Nachhinein nicht mehr wirklich erinnern konnte, muss ich es damals in Heidelberg wohl eilig gehabt haben. Ob nun Party oder Kneipe oder was auch immer an diesem Abend geschah, zum Ende des Abends war ich wohl deutlich gelöster als zu Beginn. Und bin völlig entspannt nach Hause gegangen.

Irgendwann zwei Wochen später habe ich dann begonnen mich zu fragen, wo eigentlich mein Fahrrad ist. Leider gab es bei der versuchten Rekonstruktion der Zusammenhänge einfach keine ausreichende Menge an Hinweisen mehr. Mehr als ein paar wahrscheinliche Orte abzusuchen ist mir nicht geblieben. So steht wohl heute noch irgendwo in Heidelberg ein verwaistes, violett-schwarzes Damen-Rad, das sich diebisch freut seinem Herrchen entkommen zu sein.

Nun fahre ich in Hamburg seit zwei Monaten wieder Fahrrad und es kommt wie es kommen muss: Dienstag Abend nach Transit bricht mir mein Schlüssel im Schloss ab. Klare Verweigerungstaktik von Seiten meines Fahrrades. Ich weiß auch nicht, was ich ihm getan habe. Es redet einfach nicht mit mir.

Ich überlege noch kurz, ob ich Merlix zu Hilfe rufen soll. Schließlich kommt der mit seiner Herzdame klar und sollte doch eigentlich mit allen Wassern gewaschen sein. So ein bockiges Fahrrad ist nix für den. Aber er verschwindet schon als ferner Schatten um die nächste Ecke.

Also bleibt mir nichts, als mein Gefährt einsam auf der Schanze nächtigen zu lassen. Kann mir schon denken, wie es die ganze Nacht sehnsüchtig auf einen gierigen Langfinger wartet, nur um mir zu entkommen. Aber nicht mit mir. Und es braucht auch nicht zu glauben, dass es noch gut genug aussieht, um einfach so jeden Kerl abschleppen zu können.

Und ich komme wieder. Den nächsten Tag mit schwerem Gerät. Naja, einer kleinen Zange. Um das Schlüsselblatt aus dem Schloß zu befreien. Und mein eigen Hab und Gut wieder fröhlich nach Hause zu fahren, nachdem ich das Schloss mit meinem Zweitschlüssel geöffnet habe. Dem Zweitschlüssel. Genau dem Zweitschlüssel, den ich in aller Hektik zu Hause vergessen habe.

Da stehe ich nun mit meiner kleinen Zange auf der Schanze und realisiere, dass eine Zange einfach kein Bolzenschneider ist. Dass ich mal wieder verloren habe. Und bin mir sicher, dass es Absicht ist. Ich selbst kann einfach nicht so blöd sein, dass ich die Zange mitnehme und den Schlüssel vergesse. Nein, so blöd kann ich nicht sein, will ich nicht sein,... es muss das Fahrrad sein.

Ob es heute noch da steht? Bekomme ich eine zweite Chance? Oder ist es fremd gegangen? Ich befürchte das Schlimmste und beginne einen generellen Hass auf Fahrräder zu entwickeln.

Aber manchmal, manchmal habe ich das Gefühl es liegt an mir. Manchmal, wenn z.B. die Nachtschwester mich als Apraktiker bezeichnet, dann denke ich, ich brauche Hilfe.

Aber ach, was soll ich mir Gedanken machen. Solange mich meine Füße noch tragen. Und ich mir kein Auto kaufe.

Sat, 04 Nov 2006

Andere Zeit

Als mir dieses Foto von Dir in die Hände fällt halte ich inne. Es ist eines der Fotos, die ich liebe. Du schaust mich nicht an, aber Du lächelst. Scheinst ein wenig zufrieden mit Dir und der Welt. Wir sind irgendwo an der Westküste. Im Fenster nichts als Nebel und wir beide beim Kaffee. Alter Holztisch, frische Blumen und einige Bilder in Deinem Rücken. Ich kann mich nicht daran erinnern wo wir dort sind. Es spielt keine Rolle. Was zählt ist dieses Lächeln auf Deinen Lippen.

Als ich Dich das letzte Mal umarmt habe, hat Dein Körper gezittert. Wir haben geweint. Du hast mich angesehen und gesagt: "Ich werde mich bessern." Und ich habe diese Welt verflucht.

Fri, 03 Nov 2006

Der letzte Vorhang

Kann mir jemand erklären, warum ich das ein Jahr lang gemacht habe? Bin ich mit meinem Einzug in die Hansestadt irgendwie unbemerkt zum Exhibitionisten geworden? Bloggen für sich genommen ist ja schon schlimm genug. Aber darüber hinaus in einer Erdgeschosswohnung zu leben und bewusst keine Gardinen anzubringen.

Natürlich, ich habe Erkenntnisse gewonnen. Ich kann ganz wunderbar nachvollziehen, warum sich die eine oder andere Oma mit ihrem Kissen in das Fenster lehnt. Die Integration in die Nachbarschaft passiert da quasi wie von selbst. Mittlerweile grüße ich eine ganze Reihe Leute aus den umliegenden Häusern nur vom Sehen und Gesehen werden. Ganz besonders gerne die Nachbarin aus Nummer 14, die eine ganze Weile jeden Morgen an meinem Fenster vorbei gejoggt ist und die ... aber das gehört nicht hier her.

Auch die Bandbreite der Reaktionen, wenn jemand in mein Fenster hinein stiert, fasziniert. Von "Wenn er da schon sitzt, kann ich auch gucken" bis zu "Oh Gott, oh Gott, er hat gesehen, dass ich geguckt habe.... Ewige Verdammnis!". Frauen, die lächeln und fröhlich winken. Ja, ja, nur einmal. Aber es will doch erwähnt sein.

Wiegt das den Verzicht auf eine gesicherte Privatsphäre auf?

Kaum dass ich meine Nähmaschine aus dem Schrank geholt habe und dazu ansetze mir Gardinen zu nähen, erfasst mich ein unerwartetes, unbändiges Gefühl der Freude. Und mir wird schlagartig klar, dass ich die Privatsphäre vermisst habe. Warum ich das nicht vorher begriffen habe, bleibt mir aber ein Rätsel.

Und nun ist er gefallen, der letzte Vorhang. Und ich bin allein. Und fröhlich.

Mon, 30 Oct 2006

Hamburg, Theater: Kurz notiert

Ein paar vermischte Theater-Events der nächsten Tage: Heute Abend gibt es Impro-Theater von Hidden Shakespeare im Schmidt Theater. Würde ich super gerne sehen, weil ich die Gruppe selbst noch nicht gesehen habe, aber eigentlich nur Gutes berichtet wurde. Aber das war dann heute etwas zu kurzfristig, so dass ich nicht da sein werde.

Donnerstag dann definitiv eine Empfehlung: ICE CUBE / frozen minds. Das Stück das Jens-Jakob im letzten Jahr im Rahmen des Eigenarten Festivals gebracht hat, war sehr sehenswert. Es wird wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder visuell aufwändig, einsam und etwas melancholisch. Karten heute reserviert.

Für Freitag schlummert dann noch das Ticket für Hänsel und Gretel in meiner Tasche. Da muss ich mich aber erst mal überraschen lassen wie es wird. Kommentar folgt am Wochenende.

Hamburg, Lesung: Die rosa-rote Lesung

Meine Güte war das voll gestern. Kaffee.Satz.Lesen platzte aus allen Nähten. Gar nicht auszudenken wenn es letzten Monat genau so voll gewesen wäre. Da bin ich exakt um vier zur einleitenden Musik in die gemütliche Stube geplatzt. Und bekam den letzten Platz neben einer mir damals noch völlig unbekannten Dame. Hätte der gleiche Platzmangel wie gestern geherrscht... Herr Paulsen hätte mich wahrscheinlich wieder nach draußen in die Kälte schicken müssen. Mit völlig unkalkulierbaren Schäden für mein Gemütsleben. Kaum auszudenken. Aber das Schicksal war mir vor einem Monat wohl gesonnen.

Gestern war ich pünktlich. Die Dame neben mir die Gleiche. Nur diesmal deutlich vertrauter. Und irgendwie hatte Kaffee.Satz.Lesen diesmal diesen seltsam rosa-roten Touch. Ist das sonst jemandem aufgefallen?

Sat, 28 Oct 2006

Neuland

Manchmal hat man Treibsand unter den Füßen. Aber wenn ich Entscheidungen treffen muss habe ich nicht gerne Sand zwischen meinen Zehen. Ganz im Gegenteil. Von mir aus darf der schwarze Asphalt unter meinen Füßen brennen. Hauptsache er ist hart und mein nächster Schritt ist sicher.

Es gibt den einen oder anderen Bereich in dem ich ohne Nachzudenken wie über steinharten Beton laufe. Aber mit Sicherheit nicht im Verlagswesen. Wissenschaftliche Artikel habe ich ab und an geschrieben, aber um Recht und Ordnung haben sich da andere gekümmert. Und Veröffentlichungen in Computerzeitschriften sind ja auch keine Epen.

Also liegt hier vor mir Treibsand. Ein Vertrag über ein Buch. Meine Wenigkeit als Autor.

Und wieder einmal lasse ich mich fallen. Diesmal in die Arme von Freunden und Bekannten. Eine Lektorin, einen Buchautor und einen Verlagschef. Und habe plötzlich wieder sicheren Boden unter den Füßen. Was für ein gutes Gefühl. Danke!

Jetzt muss ich es nur noch schreiben. Mit Freude.

Fri, 27 Oct 2006

Hamburg, Lesung: Kaffee.Satz.Lesen am Sonntag

Ist mal wieder am Sonntag. Nummer 33 oder so. Kann ich mich gerade nicht daran erinnern. Ist aber auch egal, weil ist ja eh immer schön. Und es ist auch wieder ganz Hamburg da. Also ich jedenfalls auch. Und der Merlix halt. Ja und ganz viele, die ich kenne. Eben Hamburg. Man sieht sich.

Pisa

Als ich noch in der Schule war, gab es keine Pisa-Studie. Kann ich mir also immer einreden, dass bei uns damals noch alles in Ordnung war. Und ich ja noch eine gute Schulbildung bekommen habe. Hätte bekommen können. Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mir nicht ganz so sicher bin.

Wie jetzt. Wenn ich entspannt im Bummelzug gen Ostsee sitze. Naja, eben nicht ganz entspannt. Denn immerhin habe ich es geschafft das Niedersachsen-Ticket zu lösen. Nun ist Lübeck aber nicht gerade Niedersachsen. Das nennt sich dann schon eher Schleswig-Holstein. Und da bräuchte man dann - oh Wunder - das Schleswig-Holstein-Ticket.

Aber ich hatte eine gute Schulbildung. Hätte haben können.

Thu, 26 Oct 2006

Grau

So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.

Ich möchte nicht hier draußen sein. Sondern in Dir. In Dir ich möchte sein. Nicht mit meinen kleinen Fäusten gegen diese Wand hämmern. Meine Finger bis zum Knochen aufkratzen. Das Blut nutzlos gegen Deine Hülle spritzen.

Ich bin da. Bin für Dich da. Will für Dich da sein. Ich darf nicht. Kann nicht. Versage. Und ich weiß es. Mit jedem unbeholfenen Schritt. Mit jedem Schlag meines Kopfes gegen diesen grauen Stahl.

Nutzloser Kopf. Hoffnungfroher, dummgläubiger, kindsnaiver Kopf. Das ist nicht dein Weg. Du kannst ihn denken aber diese Wand schmilzt nicht. Dieser Stahl gebietet Halt.

Du stehst vor mir. Und weinst.

So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.

Tue, 24 Oct 2006

Verspätet

Das ist dann wohl die sprichwörtlich lange Leitung, wenn man morgens aufwacht und einem plötzlich die Pointe eines Gags klar wird, den man im Film am Abend vorher einfach nicht gerafft hat.

Und dann musste ich nicht mal lachen. Hoffnungslos.

Mon, 23 Oct 2006

Rise and Shine

Titel einer E-Mail, die mir heute morgen in den Briefkasten trudelt. Ich muss grinsen. Selten Tage gehabt an denen ich weniger als heute nach "Rise and Shine" aussehe. Zu lächeln hilft da weiter.

Meist kann ich mich mit Montagen durchaus anfreunden. Heute mit Sicherheit nicht. Ein Wochenende mit vier Stationen im Westen Deutschlands. Mit viel zu wenig Schlaf. Und einer hoffnungslos späten Rückfahrt. Inklusive der üblichen Verspätung, weil ja Sonntag Nacht die Strecken so brechend voll sind.

Und so wollte ich doch gnädig mit mir sein und mir eine Stunde mehr Schlaf geben. Aber heute ist Finn Lars ausgezogen. Der süße kleine Neugeborene in unserem Wohnblock. Jetzt sind wir wieder über fünf Etagen kinderlos. Und Finn Lars ist leider um sieben Uhr morgens ausgezogen.

Der Auftakt einer neuen Woche.

Rise and Shine.

Fri, 20 Oct 2006

Scheiter heiter

Wir stehen ganz entspannt.

Ich bin nicht entspannt. Ganz im Gegenteil. Auch wenn die Worte aus meinem Mund perlen, so spricht mein Körper eine völlig andere Sprache. Schließlich mache ich das hier zum ersten Mal. Da läge mir nichts ferner als meine Muskeln in den Zustand lockerer Entspannung zu versetzten.

Und jetzt rollen wir uns langsam und völlig entspannt gegen Boden ab. Die Knie nicht durchdrücken.

Auch wenn sich mein Körper in gelöster Form gen Boden verflüchtigen soll, bewirken meine eigenen Anweisungen das Gegenteil. Ich verlasse mich für einen Moment, empfinde mich als fahrig, zu schnell und unkonzentriert.

Um die Unsicherheit zu überspielen springe ich unkoordiniert zur nächsten Übung durch, lasse so etwas wie Lockerheit gar nicht aufkommen. Merke, dass ich schneller werde. Entspannungsübungen im D-Zug Format.

Vergessen wir die Entspannung. Mein Inneres schlägt leise Alarm. Hier fehlt etwas.

Versucht Euch auf die Anderen einzulassen.

Vielleicht gelingt es mir wenigstens die Gruppe aufeinander einzuschwingen. Doch ich bin zu anspruchsvoll, selbstkritisch und schaffe es ja nicht einmal meine eigenen Schwingungen mit nur irgend etwas in Einklang zu bringen.

So haste ich von Punkt zu Punkt, von Übung zu Übung, verfalle in daher gehaspelten Erklärungen, die unverständlich bleiben. Ohne Ziel im Raum stehen. Unbehagen erfüllt mich. Ein Gefühl das ich transparent nach außen durchblicken lasse.

Pause.

Die Ansammlung an Fehlern aus der ersten Halbzeit würde mir für eine Weile reichen. Aber ich darf uns auch noch durch die zweite Hälfte schleifen. Die Fehler verfestigen und vertiefen.

Die Schauspieler spielen gegen alle Regeln, verlassen entnervt die Bühne, brechen kichernd auf dem Boden zusammen und ich ... ich bin Chaos.

Und ende ... ende mit einem Blick auf mich selbst und einem zufriedenen Lächeln. Improvisieren heißt scheitern.

Tue, 17 Oct 2006

Die Zwiebel

Für mich war Grass bisher eigentlich asexuell.

Thu, 12 Oct 2006

"Apprendre une langue étrangère"

Als ich diese Worte nieder schreibe, muss ich lächeln. Wann habe ich damals meine ersten französischen Vokabeln gelernt? Es muss so um diese Zeit herum vor genau zehn Jahren gewesen sein.

Ich hatte kein Französisch in der Schule. Damals traf man Ende der sechsten Klasse noch die schwer wiegende Entscheidung für das Leben: Latein oder Französisch? Sah man für sich den naturwissenschaftlichen Pfad voraus oder plante sich in philosophische Höhen zu katapultieren, dann musste man Lateiner werden. Sonst durfte es auch gerne eine lebendige, nützliche Sprache sein. In der man sich ernsthaft unterhalten kann.

Wie häufig bei wichtigen Entscheidungen, die einfach zu früh getroffen werden, habe auch ich mich völlig falsch entschieden. Mir war schon damals klar, dass ich irgendwann mal in die Naturwissenschaften reinrutschen würde. Wenn also etwas aus mir werden sollte, dann musste ich mich vom toten Dunst der lateinischen Sprache durchdringen lassen und alles Notwendige in mich aufsaugen, um das Latinum zu erlangen. Völliger Blödsinn.

Oh ja, Naturwissenschaftler bin ich geworden. Zumindest bis ich davon die Schnauze voll hatte. Aber Latein?

Wenn das Problem nur gewesen wäre, dass ich schon ein Jahr nach der letzten Unterrichtsstunde keinen blassen Schimmer mehr davon hatte dort überhaupt je etwas gelernt zu haben. Mir ist auch heute nicht klar, wie man sechs Jahre Unterricht so gnadenlos vergessen kann. Nein, das hätte ich abgehakt und nicht weiter darüber nachgedacht.

Dass Problem kam mit dem Vordiplom. Wer schon einmal in Bochum studiert hat, kennt das Gefühl, doch lieber irgendwo anders studieren zu wollen. Nichts gegen die architektonische Effizienz von Betonlandschaften aus einem Guß. Aber darin leben? Arbeiten? Studieren? Nein, es kommt der Zeitpunkt an dem man gehen muss. Und der war nach zwei Jahren erreicht.

Frankreich.

Von wegen Frankreich. Ich habe meine Freundin damals angelächelt und ihr liebevoll klargemacht, dass ich bestimmt nicht nach Frankreich gehe. Vielleicht habe ich mir dabei ein wenig an den Kopf getippt und mit den Augen gerollt, um den Worten den nötigen, liebevollen Nachdruck zu verleihen.

Strasbourg.

Ja klar, Strasbourg. Ich komme mal mit. Gucke mir die Uni da unten an. Aber mehr als ein nettes Wochenende mit Sightseeing wird das nicht. Kulturell sicherlich wertvoll.

Gott, was war ich erleichtert als sich die erste Schule, die sich nur mit organischer Chemie beschäftigte, auch in den Augen meiner Freundin nichts war. Auf dem Programm stand noch irgendeine zweite Uni, die Biotechnologie anbot. Vielleicht auch etwas für uns Biochemiker, aber ging es da nicht nur ums Bier brauen? Mir war klar, dass ich nicht wirklich einen Gedanken daran verschwenden musste und konzentrierte mich stattdessen auf den schönen Strasbourger Münster.

Die Schule am südlichen Rand der Stadt sah zwar nett aus, aber Biotechnologie? Meine Freundin war interessiert, aber ich brauchte nur einen Blick auf die angebotenen Themen zu werfen: "Mischen und Rühren? Willst du mich verarschen?"

Nein, keine zehn Pferde und nicht mal zehn hübsche Französinnen hätten mich nach Strasbourg verfrachten können. Die sprechen Ausländisch. Lehren über Mixer. Und ich bin weder sprachbegabt noch rührbegeistert. Und mir war sogar egal ob Mixér auf Französisch irgendwie besonders sexy klingen könnte. Das war kompletter Humbug.

Ich weiß nicht was mich dazu bewogen hat, mich breitschlagen zu lassen, ebenfalls eine Bewerbung hin zu schicken. Ich saß sowieso gerade im Bewerbungskarusell und es schien mir ein netter Gefallen zu sein. Oder so.

Und wir wurden eingeladen. Bewerbungsgespräch mit zwanzig Leuten in Freiburg. Die Hälfte von uns würde genommen werden.

Ich gebe zu, ich fand das Ganze amüsant. Ich war nicht ansatzweise aufgeregt und hielt es für einen netten Spaß. Ich konnte sehr relaxt dabei zusehen wie eine Horde nervöser Leute völlig aufgelöst um mich herumwuselte und versuchte nebenbei die Nervosität meiner Freundin zu bremsen. Letzteres ist mir damals natürlich misslungen, wie mir das auch vor jeder Klausur misslang. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was habe ich denen erzählt? Dass ich vorher noch Kurse in Französisch machen würde. Irgend etwas Crash-mäßiges. Ich bin ja so motiviert. Das geht einem wahnsinnig leicht von den Lippen, wenn man es nicht ernst meint. Und die Professoren waren super nett, fast fürsorglich, meinten, ich solle mir da mal keine Sorgen machen. Sie hätten schon mal jemanden gehabt, der kaum Französisch konnte und der hätte das dann auch irgendwie gepackt. Und ich nickte. Einfach nicken. Ich bin ja so motiviert. Ich packe das. Ganz klar. Noch ein bisschen über Gentomaten erzählt und schon ist das belanglose Geplänkel vorbei.

Was den restlichen Nachmittag passiert ist, begreife ich bis heute nicht. Rückblickend verwundert es mich immer noch. Ich habe mich nur ein wenig mit den anderen Bewerbern unterhalten und dabei festgestellt, dass die alle super nett waren. Gar kein Vergleich zu Bochum. In Bochum wurden Matrikelnummern gesammelt, damit man genau wußte, wer in den Klausuren besser war als man selbst und man nicht immer nur mit dieser unpersönlichen Nummer konfrontiert war. Ein Verhalten, bei dem mir auch heute noch die Galle hochkommt. Und die Jungs und Mädels da unten in Freiburg an diesem sonnigen Nachmittag, die waren anders. Offen, freundlich, interessiert und nett.

Dass sowohl meine Freundin als auch meine Wenigkeit unter den zehn ausgewählten Studenten waren, quittierte ich anfangs noch mit einem kurzen Lächeln ohne mir wirklich etwas dabei zu denken.

Aber an den Moment während der Rückfahrt, im alten silbergrauen Volvo meiner Eltern, kann ich mich noch ganz genau erinnern. Als meine Finger nach einer langen, schweigsamen Pause auf das schwarze Plastik des Lenkrads trommeln, ich mich lächelnd zu meiner Freundin umdrehe und völlig gelöst sage: "Ich mach das." Und sie nickt.

Einige Monate später saß ich dann völlig nervös und aufgelöst vor meiner Französisch-Lehrerin, habe sie mit großen Augen angeguckt, nichts verstanden und langsam angefangen meine ersten französischen Vokabeln zu lernen.