Hamburg, Lesung: Transit #29
Sie dreht sich zu mir um, lächelt und meint: "Kannst Du Dich daran erinnern, dass Transit jemals so schön war?"
Ich schüttele den Kopf und verneine. Obwohl ich auch an Tranzyt #28 noch sehr gerne zurück denke, war der gestrige Abend etwas Besonderes.
Als Daniel vor zwei Wochen meinte, er sei noch nicht sicher, ob der Saal überhaupt fertig werden würde, hatte ich als Bild wohl etwas anderes im Kopf. "Fertig" bezeichnete gestern Abend eher die Tatsache: "Wir haben Strom!".
Damit hatte der Saal aber seine ganz eigene Baustellen-Atmosphäre, die von der gold schimmernden Stehlampe am Leserpult in die Welt von Transit verwandelt wurde.
Stevan Paul, von dem ich ja eigentlich langsam mal genug haben könnte, hat sich geschickt als Grieche getarnt und mich so ein weiteres Mal mit einem seiner Texte zum Lachen gebracht. Wunderbarer Einstieg in den Abend.
Vera Klocke wird vielleicht nicht gleich jeden verzaubert haben, weil ihr die Übung im Vorlesen noch gefehlt hat. Aber ein Buch oder Texte von ihr würde ich jederzeit kaufen, denn für mich traf sie genau den Punkt, bei dem ich die Augen schließen mußte und traurig werden durfte.
Dafür konnte ich mich dann weniger mit dem Text von Thomas Pletzinger anfreunden, wobei ich zugeben mußte, dass er gut war. Und darauf kommt es schließlich an.
Krönenden Abschluß bildete Saša Stanišić. Der wunderbar einfühlsam vorgelesen hat. Ich könnte nicht im mindesten beschreiben, was er eigentlich gemacht hat, um mich so in seinen Bann zu schlagen. Aber seine Worte haben einen in eine andere Welt transportiert. Ein sehr schönes Buch, von dem ich mir ein Exemplar mitnehmen musste.
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