auf.kante
Gunnar macht sich selbststaendig und fliegt auf
die Schnauze
wird erfolgreich. Wer mag darf zuschauen.
Gunnar is starting his business. He will certainly
fail succeed. You may watch.
auf.kante

Thu, 11 Jan 2007

Erinnerungen

Ganz einfach wunderbar an diesen Abend zurück erinnert zu werden. Da will man doch glatt wieder auf die Bühne. Ganz lieben Dank an Klaus Friese für die Bilder.

Heute Abend war wieder Probe. Und Ole von Beust war zu Besuch. Hat sich reichlich über die Jugendkriminalität aufgeregt. Wollte mal ordentlich in seiner Stadt aufräumen. Kann ja auch nicht angehen, dass rücksichtslose Fahrradgangs anderen Kindern das Taschengeld und die Handys abzocken.

Spannend zu beobachten. Richtig schade, dass wir das Ende der Geschichte nicht gespielt haben. Aber im realen Leben weiß man ja auch nicht wie es ausgeht.

Sun, 03 Dec 2006

Empfehlung fürs Ohr

Jana Nitsch - Drachenblut

Mehr hier.

[ gefunden (mit Geschichte) bei Kerstin ]

Tue, 28 Nov 2006

Gehen sie nie in ein Theater

Also jedenfalls nicht in Reinbek. Das ist auch so ein Städtchen, von dessen Existenz ich als einjähriger Hamburger noch nichts geahnt habe. Angesichts des pulsierenden Lebens, dass einem dort unten entgegen schlägt, wäre dieser Zustand auch in meinen nächsten dreißig Jahren in Hamburg unverändert geblieben. Aber aus zeittechnischen und organisationstaktischen Gründen kam ich heute in den Genuss von mehreren Stunden Reinbek.

Schiller. Kabale und Liebe. In einer Schulaula. Nein, das Stück war ganz nett. Der Schiller hat sich schon Mühe gegeben. Die Hälfte des Laien-Ensembles ebenfalls. Und so hätte man einen netten Abend haben können.

Hätte können. Wenn denn nicht einige Schulkinder irgendwie in diesen Saal zwangsverfrachtet worden wären. So fiel denn die Entscheidung schwer, ob man sich lieber auf die Dauerbeschallung der fünf gelangweilten Jungs hinter einem konzentriert oder auf das Drama auf der Bühne.

Ich neige ja nicht gleich dazu andere in ihre Schranken zu verweisen. Was in diesem Fall aber auch an der Deko der Feindgruppe lag: Patronengurte, Nietengürtel, Totenköpfe. Der durchschnittliche Theaterbesucher in Reinbek eben. Aber nach der Pause hatten wir die Schnauze voll und ich musste todesmutig meines Amtes walten.

Und siehe da: Reinbek ist halt doch nur plattes Land. Die sehen zwar nach Hamburg aus, sind aber tief drinnen ganz zarte Seelchen. Will sagen, sie haben gekuscht... Dafür fingen dann ersatzweise die gelangweilten Girlies auf der anderen Seite ein tödliches Gegacker an, das uns die zweite Halbzeit begleitet hat.

Gehen sie nie in ein Theater. Jedenfalls nicht in Reinbek.

Fri, 20 Oct 2006

Scheiter heiter

Wir stehen ganz entspannt.

Ich bin nicht entspannt. Ganz im Gegenteil. Auch wenn die Worte aus meinem Mund perlen, so spricht mein Körper eine völlig andere Sprache. Schließlich mache ich das hier zum ersten Mal. Da läge mir nichts ferner als meine Muskeln in den Zustand lockerer Entspannung zu versetzten.

Und jetzt rollen wir uns langsam und völlig entspannt gegen Boden ab. Die Knie nicht durchdrücken.

Auch wenn sich mein Körper in gelöster Form gen Boden verflüchtigen soll, bewirken meine eigenen Anweisungen das Gegenteil. Ich verlasse mich für einen Moment, empfinde mich als fahrig, zu schnell und unkonzentriert.

Um die Unsicherheit zu überspielen springe ich unkoordiniert zur nächsten Übung durch, lasse so etwas wie Lockerheit gar nicht aufkommen. Merke, dass ich schneller werde. Entspannungsübungen im D-Zug Format.

Vergessen wir die Entspannung. Mein Inneres schlägt leise Alarm. Hier fehlt etwas.

Versucht Euch auf die Anderen einzulassen.

Vielleicht gelingt es mir wenigstens die Gruppe aufeinander einzuschwingen. Doch ich bin zu anspruchsvoll, selbstkritisch und schaffe es ja nicht einmal meine eigenen Schwingungen mit nur irgend etwas in Einklang zu bringen.

So haste ich von Punkt zu Punkt, von Übung zu Übung, verfalle in daher gehaspelten Erklärungen, die unverständlich bleiben. Ohne Ziel im Raum stehen. Unbehagen erfüllt mich. Ein Gefühl das ich transparent nach außen durchblicken lasse.

Pause.

Die Ansammlung an Fehlern aus der ersten Halbzeit würde mir für eine Weile reichen. Aber ich darf uns auch noch durch die zweite Hälfte schleifen. Die Fehler verfestigen und vertiefen.

Die Schauspieler spielen gegen alle Regeln, verlassen entnervt die Bühne, brechen kichernd auf dem Boden zusammen und ich ... ich bin Chaos.

Und ende ... ende mit einem Blick auf mich selbst und einem zufriedenen Lächeln. Improvisieren heißt scheitern.

Thu, 05 Oct 2006

Ernste Stunde - R. M. Rilke

Wer nicht schläft in dieser Nacht
ohne Grund nicht schläft in dieser Nacht
hört mir zu

Tue, 03 Oct 2006

blog:read - Melancholie

Wunderbarer Text von Madame Modeste. Zum Mikrophon habe ich schon vor einer Weile gegriffen, aber der gesprochene Text schlummerte noch eine Zeitlang auf meiner Platte. Etwas später hat sich mit dem Stück Snakeskin von Morpheus dann entsprechend düsteres Begleitmaterial gefunden. Und am Wochenende war dann die Zeit da, um ein bisschen an den Reglern zu spielen und einen weiteren Beitrag für blog:read zu verfassen.

Als Abschluss diesmal ein vollständiges Stück von gutfürnkeller.

Sat, 23 Sep 2006

Gnadenlos

Die Kursleitung braucht Urlaub. Nein, noch nicht jetzt. Aber bald. Keine Sorge, wir arbeiten daran. Letztes Jahr waren wir einfach noch zu wenige. Das Potential zu gering. Der Terror zu vereinzelt. Aber diesmal sind wir das dreckige Dutzend. Und schon die zweite Stunde war so effektiv wie lange nicht mehr.

Was wir machen? Oberflächlich betrachtet nennt sich das Theater. Aber eigentlich, eigentlich sind wir Kritiker. Wenn wir mal wieder nicht schnell genug waren die Bühne einzunehmen und anderen den Vortritt lassen müssen. Dann sitzen wir da wie auf der Stange, unsere Argusaugen überwachen das Treiben auf der Bühne und wir sammeln unser Gift.

Oh ja, die Kursleitung versucht uns zu bremsen. "Warme Dusche" nennt sich das Prinzip. Pah, Weicheier. So soll man uns nicht kommen. Wer auf der Bühne und im Leben bestehen will, der sollte freudestrahlend durch die Kälte des Polarkreises marschieren können. Warmduschern wird hier kurzer Prozess gemacht.

Jetzt hampeln die da auf der Bühne rum. Irgendwo im Publikum:

"Was macht der da? Wäsche aufhängen?"

Klar, Kursleitung gleich auf hundertachtzig. Aber hallo? Das will doch mal gesagt sein. Wir wollen schließlich Action sehen. Und warm duschen können wir hinterher immer noch. Jetzt mal Tacheles hier. Ja, ja, gut. Ruhe im Publikum, schon klar.

Dauert aber auch zu lange der Krampf da oben. Verbeugen muss doch nicht auch noch sein. Glaubt bloß nicht hier unten würde einer klatschen wenn's nicht Pflicht wäre.

So, jetzt aber. Warme Dusche am Arsch. Jetzt wird hier mal ordentlich der Kaltwasserhahn aufgedreht. Wir mischen unser Gift in einen warmen Sprühregen geheuchelten Weihrauchs. Und dann schert doch glatt einer aus der Reihe und sülzt positives Gedankengut vor sich hin. Gewehr bei Fuss, zurück in Reih und Glied:

"Bist du jetzt fertig?"

"Äh..."

"Du warst doch fertig, oder?"

"Hrm, schon gut."

"Dann bin ich jetzt dran."

Situation geklärt. Das sind die Spielregeln. Wer unterbricht ist dran. Ist im wahren Leben ja auch so.

"Lass sie ausreden. Dann bist Du gleich als nächstes dran."

Ja, klar. Kursleitung wieder. Sie versucht es noch. Bemüht sich um Struktur und Haltung. Und diesmal, diesmal lassen wir sie noch gewähren. Wir sind keine Unmenschen, wir gewähren Gnade. Aber wir kommen wieder. Spätestens nächsten Mittwoch...

Thu, 24 Aug 2006

blog:read - Ich kann es nicht lassen

Irgendwie kann ich die Finger nicht vom Mikro lassen. Es war nicht wirklich eingeplant, aber der letzte Eintrag der Nachtschwester hatte etwas so schön düsteres, dass ich spontan wieder zum Headset gegriffen habe. Das Resultat.

Technisch geht das Ganze mittlerweile und ich fange an zu begreifen, was ich in Audacity machen darf und was nicht. Eigentlich eine recht einfach Regel: Möglichst gar nichts machen. Nur nach der Aufnahme den Ton etwas verstärken, die schlechten und wiederholten Sequenzen rausschneiden, Musik reinsetzen und fertig. Alles Filtern, Rauschunterdrückung und Anpassen bringt zwar manchmal spontan den Eindruck, dass es besser klingen würde. Aber meist stellt es sich dann im Nachhinein doch als zu unnatürlich heraus. Die einzige Funktion, mit der ich ab und zu liebäugel, ist die Möglichkeit niedrige Frequenzen raus zu ziehen. Um dann letztendlich doch wieder "Undo" zu drücken. Langsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Leider war ich diesmal nicht wirklich mit der Musik zufrieden. Mit der eigenen Stimme auch noch nicht richtig, aber das ist etwas bei dem ich mehr Zeit brauche. Egal, zurück zur Musik. Manchmal ist es recht schwierig ein freies Stück unter Creative Commons Lizenz zu finden. Vor allem wenn man etwas Spezielles sucht. In meinem Kopf spielte im Hintergrund bei diesem Beitrag jedenfalls ein einsames Saxophon. Das fand sich aber in einer einstündigen Suche nicht und dann habe ich es gefrustet dran gegeben. Warten wir mal noch zwei Jahre, dann wird es da sicherlich auch noch Systeme geben, die so geile Musiksammlungen bieten, dass man einfach alles findet.

Tue, 22 Aug 2006

blog:read - Nächster Versuch

Neues Mikro und die Stimme diesmal normaler. So ganz den richtigen Dreh habe ich beim Vorlesen noch nicht unbedingt, aber zumindest stimmt jetzt die Technik besser. Also auf zum nächsten blog:read Beitrag.

Eigentlich hätte ich den Merlix gerne direkt mit einer Geschichte von MC Winkel (whudat.de) gepaart, aber dort fand sich nichts, was wirklich gepasst hätte.

Diesmal bin ich tief in den verstaubten Blog-Keller von Merlix gestiegen, habe die lange nicht mehr benutzte Tür zum alten Blog aufgestossen und zwischen Spinnenweben und Mottenkugeln eine schöne Geschichte ausgegraben.

Musikalische Untermalung ("Perfect Love") bietet diesmal die Hamburger Band gutfürnkeller deren Namen ich persönlich zwar immer noch schrecklich finde, aber deren Musik dafür umso besser ist. Von denen zu einem späteren Zeitpunkt mal mehr. Live sind sie am 1.August in der Astra Stube.

Den Abschluss machen "The Comforters" mit "Driving of the edge of the world". Passt hoffentlich zum ruhigen Fahrstil von Merlix.

Genehmigung durch Merlix auch erteilt, also kann der zweite Versuch auch heruntergeladen werden. Demnächst dann auch bei blog:read.

Mon, 21 Aug 2006

Schatzsuche

Ein wenig neidisch war ich ja schon. Weil der Mek beim Vorlesen ein deutlich besseres Mikro zur Verfügung hat. Ja klar, auch die bessere Stimme. Aber das kann ich nun nicht ändern. Erst mal die Technik, dann den Rest.

Aber der Mek ist ein freundlicher Kerl und hat mir glatt verraten, dass er nur so ein Billig-Headset benutzt. Das dafür aber ernsthaft saubere Aufnahmen liefert. Beim Mini-Bloggertreff habe ich mir also fünf Stichworte gemerkt, um ebenfalls glücklicher vorlesen zu können: "Media Markt", "Headset", "grün-rosa Klinke", "Trust" und 10 €. Ich glaube in Bloggerkreisen nennt man so etwas virales Marketing.

Ich also voll infiziert am Samstag in Altona in den Media Markt. Erstes Schlagwort verbraucht. Headset in rauhen Mengen, 10 € Sektion ungefähr ein Drittel davon. Zwei Geheimtipps bleiben übrig. So ein Blödsinn, das mit dem grün-rosa hatte ich als besonders wichtig bewertet. Schade, dass jedes Headset so beflaggt ist. Macht auch Sinn, wenn die Buchsen an allen Rechnern farblich passend gekleidet sind. Hm, dann suchen wir mal nach Trust. Gibbet nich. Nix zu machen. Nirgendwo wird mein Vertrauen geweckt. Ich sehe mich schon leer ausgehen und greife mal halbherzig nach einem Hama-Headset. Kenn ich ja immerhin vom Fotografieren her. Kein wirkliches Argument.

Irgend eine nostalgische Anwandlung hat mich dann noch in die Computer-Sektion getrieben. Da habe ich eigentlich nur früher immer rumgehangen. Mittlerweile interessiert mich dieser ganze neumodische Technik-Schnick-Schnack nicht mehr. Aber siehe da, eine zweite Fundgrube mit Headsets. Trust im Überfluss. Schatz gefunden.

Und jetzt bin ich stolzer Besitzer eines sauteuren Mikros, das beschissen für Aufnahmen ist und einem putzigen Billig-Headset das ordentlich klingt. So einfach ist das. Danke Mek!

Sun, 06 Aug 2006

blog:read - Ein erster Versuch

Vermutlich war es die Sehnsucht nach Salz auf meiner Haut. Etwas Meer und einer frischen Brise. Dinge denen ich diesen Sommer wohl entsagen werde. Da hat mich einfach die Sehnsucht gepackt, als ich vom tollkühnen Wellenreiter Paulsen gelesen habe.

Ob Sehnsucht oder nicht, der Text hat mir so gut gefallen, dass ich ihn einfach vertonen musste. Es gibt das blog:read-Projekt, das vorgelesene Texte (optional mit Musik-Mashup) sammelt, und da würde es ganz gut hin passen.

Für das Intro habe ich mir Quincy & The Saints of Somewhere ausgesucht, als Untermalung für den Text ein paar Wellen und den Fernweh-Abschluss liefert Rebel Lion. Nur an der eigenen Aufnahmetechnik muss ich noch feilen. Eigentlich ist mein Mikro ja ganz okay, aber das Resultat ist noch deutlich zu dumpf. Naja, für einen ersten Versuch ist es hörbar.

Jetzt brauche ich nur noch die Erlaubnis von Herrn Paulsen, dass ich ihn so einfach vertonen darf. Aber gehe ich mal von aus, schließlich ist Paulsen ein Netter. Aber momentan hüpft er wahrscheinlich wieder von Welle zu Welle. Ich bin ja so gar nicht neidisch...

Nachtrag: Genehmigung erteilt, mp3 hier. Außerdem mit dem Mikro rumgespielt und nächstes Mal wird der Sound auch besser, versprochen.

Thu, 20 Jul 2006

Mobelithe-WG

So, das Internet wird jetzt erst mal nicht mehr weiter mit meinem nicht vorhandenen Gesangstalent belästigt. Trotzdem eine interessante Erfahrung, weil ich zum Beispiel beim lauten Sprechen mittlerweile einige Dinge an meiner Atmung bewusster wahrnehmen kann.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte, war die Mobelithe-WG, die ich durch Zufall in den Wirren meiner Gesangsbemühungen unter den Tags bei Technorati entdeckt habe. Die Bewohner der Berliner WG sind allesamt Schauspieler und sie dokumentieren sich ihren Weg zum Ruhm. Ich kann die Seite zwar nicht uneingeschränkt empfehlen, weil die paar Videos, die ich mir angesehen habe, ungefähr so kreativ waren wie der Name der WG. Aber die schrägen Töne und schiefen Klänge hatten es mir angetan.

Tue, 18 Jul 2006

Singen nach der Etosha-Methode (2)

Hm, zweiter Teil des Fernstudiums in Sachen Gesang (meine Reaktion auf den ersten Teil). Ich gebe zu, dass es mich diesmal doch etwas peinlich berührt. Hecheln, summen und huhen ist ja alles noch ganz nett gewesen. Aber diesmal zuckte mein Zeigefinger nach Abspulen der Aufnahme ganz ungewöhnlich stark in Richtung "Löschen". Egal, jetzt muss es auch sein:

Und last but not least:

Ja, was soll ich sagen? Ich bin selbst leider nicht taub genug, um das Resultat für unbedenklich zu erklären. Aus Fairneß der Etosha-Methode gegenüber muss ich aber zugeben, dass meine Erwartungen, in nur zwei Tagen mit Hilfe eines Internet-Lehrgangs an Weltruhm zu gelangen, etwas hoch gesteckt waren.

Nein, um ehrlich zu sein hat es Spaß gemacht. Und ich glaube mir sind zwei oder drei Dinge bewusst geworden, an denen ich herum probieren kann. Aber die Karaoke-Bar hat noch etwas Zeit gewonnen.

Mon, 17 Jul 2006

Singen nach der Etosha-Methode

Vor zwei Monaten habe ich vollen Ernstes die Worte von mir gegeben: "Singen finde ich zwar schon interessant, aber das hebe ich mir für später auf." Ich dachte dabei an die Zeit mit Fünfzig, wenn vielleicht mein Hörvermögen schon etwas nachlässt oder mir meine Umwelt einfach völlig egal geworden ist.

Ebenfalls vor zwei Monaten musste ich allerdings singen. Ich habe das erst später etwas ausführlicher verarbeitet. In der Zwischenzeit wurde mir schon mehrfach angedroht, dass ich irgendwann mal in eine Karaoke-Bar mitgeschleppt werde. Damit ist natürlich etwas mehr Panik-gespeiste Energie da, um es doch mal irgendwie zu versuchen. Aber um ehrlich zu sein, sah Fünfzig als rundes Alter immer noch nach einem guten Zeitplan aus.

Als dann aber die Nachschwester von sich gab, dass sie gerne singen können würde und daraufhin Etosha mit

Kannst du sprechen und rufen? Dann kannst du auch singen.

kommentierte, kam ich um eine eigene Bemerkung nicht herum. Eigentlich wollte ich nur wissen wo ich denn die Hinweise zum Eigenstudium im Netz finde. Herausgekommen ist eine eigene Anleitung zum Singen von Etosha. Das ist nun wirklich nett und ich kann es wohl kaum unbeantwortet stehen lassen.

Glücklicherweise haben mich sowohl Jens-Jakob als auch Moni im vergangenen halben Jahr ausreichend bearbeitet, so dass das Land der unmöglichen Peinlichkeiten für mich irgendwie kleiner geworden ist.

Also, Zeit für meinen ersten Podcast:

Gunnar lernt singen nach der Etosha-Methode

Mit vielem herzlichen Dank an Etosha! Macht Spaß ;)

Sat, 15 Jul 2006

Entzug

Bei zwei Improvisations-Gruppen habe ich um Asyl gebeten und an mehreren anderen Stellen nach entsprechenden Gruppen gefahndet. Aber alles schon eingespielte Teams, die derzeit keinen Nachwuchs-Bedarf haben.

Mit anderen Worten: Ich bin bis September auf Entzug. Theater-Entzug. Mir war vorher nicht klar, dass mir das schwer fallen würde. Tut es aber.

In meiner Not lerne ich Gedichte auswendig. Auch wieder so etwas, womit man mich als Schuljunge hätte quälen können. Heute dagegen kann ich ganz wunderbar darüber berichten, was daran fasziniert und begeistert. Ich vermute, dass ich mich langsam von der Jugend entfremde.

Eigentlich wollte ich auch nur vorwarnen: Sollte in Eimsbüttel in naher Zukunft ein offensichtlich geistig verwirrter Mensch in Altenglisch bizarre Monologe über Liebe und Hass durch die Straßen schmettern - keine Sorge. Der Typ ist nicht gefährlich und sie brauchen auch nicht die Polizei zu informieren. Das mit der Liebe und dem Hass gehört bei Shakespeare so.

Tue, 11 Jul 2006

Abschied von Lüneburg

Eine allerletzte Improvisation auf Lüneburger Parkett. Es ist schade zu gehen wenn man etwas lieb gewonnen hat. Aber es bleibt auch das Gefühl, dass es richtig ist, sich weiter zu bewegen.

Ganz großen Dank an Katja, die mich mit den Worten verabschiedet hat, dass unsere letzte gemeinsame Improvisation vor zwei Wochen das Bewegenste gewesen sei, das sie bisher gespielt hat. Ein Kompliment, das ich nur erwidern konnte.

Manchmal sind die leisen Momente die Eindrucksvollsten.

Ich wünsche Euch jedenfalls weiterhin alles Gute und hoffe wir spielen noch ab und an gemeinsam!

Sat, 08 Jul 2006

Shake

Ich werde wohl nie wieder eine solche Stimmung in einem Theater erleben. Da wurde mit der Laola begonnen und in Ekstase geendet.

Was die 16 Teams aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt an diesem Abend auf die Bühne gebracht haben, war einfach unglaublich. In den vier Stunden improvisiertem Theatermarathon wurde gesponnen, gelitten, gesungen und geliebt.

Den Beginn machten die Kanadier, Kolumbianer, Franzosen und das Team aus Russland. Ein Reigen aus sechs Paaren die alternierend ihre Geschichten in je drei Akten aus der Luft zauberten. Für mich am eindrucksvollsten war die Liebe zwischen der Französin und dem Russen, die tragisch an seiner Unfähigkeit auch nur ein Wort zu sprechen, zerbrach. Manchmal sind eben die stillen Momente die wunderbarsten. Was sicherlich auch für die kanadisch-russische Pantomime galt, bei der eine Sitzgelegenheit still und doch äußerst machtvoll umkämpft wurde.

Im krassen Gegensatz dazu die kanadisch, kolumbianische Liebesgeschichte zwischen zwei Männern. Was macht man schon mit der Publikumsvorgabe, dass sie sich lieben, weil sie beide Papageien sammeln? In diesem Fall ein Drama, in dem im ersten Akt die Liebenden einem scheinbar friedlichen Papagei - der Kolumbianer in einer hervorragenden Doppelbesetzung - die Käfigtür öffnen, nur um mit anzusehen, wie der plötzlich mörderische Papagei dem Kolumbianer das Gesicht zerhackt. Im zweiten Akt schwört nun der Kanadier dem verunstalteten Kolumbianer ihn in immer währender Liebe vor allen Papageien dieser Welt zu beschützen. Doch der Kolumbianer, vor der schweren Wahl zwischen seiner Liebe zu dem Kanadier und den Papageien entscheidet sich für die bunt gefiederten Freunde. Und damit nimmt das Drama seinen Lauf. Der Kanadier, tief getroffen durch die Zurückweisung, entbrennt in Hass und begibt sich auf einen Kreuzzug gegen die Papageien dieser Welt. Im dritten Akt schließlich, der letzte Papagei dieser Erde. Der Kanadier schleicht sich hinterlistig an und man bangt um das letzte befiederte Exemplar dieser Gattung. Doch als Beschützer und Retter der Entehrten tritt der Kolumbianer wieder auf die Bühne. Es kommt zum alles entscheidenden Showdown: Einem Slow-Motion Karatekampf, bei dem der Kolumbianer aufgrund überragender athletischer Fähigkeiten gewinnt. Der Kanadier, gebrochen am Boden, der Kolumbianer über ihm, das Gewehr im Anschlag. Der Verlierer fleht um einen möglichst schnellen Tod. Doch der Kolumbianer erkennt im letzten Moment seine wahren Gefühle, erschießt kurzerhand den Papagei und es kommt zum kaum noch erhofften Happy-End.

Es ist schwierig, den Spielwitz und die Spielfreude, die ein solches Team in dem Moment auf die Bühne bringt, in Worte zu fassen. Als Zuschauer bleibt einem nichts als in jedem Moment erstaunt und fasziniert auf die Bühne zu starren, sich mal leise, mal laut zu freuen und einfach nur glücklich zu sein.

Das Highlight des Abends war unbestreitbar das Musical, das von Schweden, Japan, USA, England und den Belgiern auf die Bühne gebracht wurde. Die Vorgabe sollte ein Fußball-bezogener Beruf sein. "Kabinenwart". Bei solchen Vorschlägen kommt man nicht umhin, anfänglich den Kopf zu schütteln und sich zu fragen, wie das denn bitte schön funktionieren soll.

Der Kabinenwart "Crap", der sich so danach sehnt auch einmal ein großer Fußballstar zu sein. Der aber nur die T-Shirts der Männermannschaft zu kratzigen Stofflappen zu Grunde waschen darf. Der verzweifelte Manager, der angesichts sinkender Zuschauerzahlen kurz vor dem Verkauf seines Teams steht. Die Mädchenmannschaft, die in letzter Sekunde eine Hoffnung auf Rettung zu sein scheint. Nicht jedoch mit dem Kapitän der Männermannschaft, der aus bitterem Neid beginnt düstere Intrigen zu spinnen und versucht den Kabinenwart zu finsteren Machenschaften zu bewegen. Und zu all dem kommt dann noch der böse Manager des verfeindeten Teams, der mit einer Wette vor dem entscheidenden Spiel alles auf eine Karte setzt.

Und trotz widrigster Bedingungen gewinnt das Mädchenteam. Der Manager darf sein Team behalten, bekommt sogar seine Frau zurück. Männer entscheiden sich dazu, dass sie lieber Frauen wären. Und der Kabinenwart findet schließlich heraus das Liebe mehr zählt als Fußball. Und all das einfach aus der Luft gegriffen. Ich habe meinen Mund an einigen Stellen einfach nicht mehr zu bekommen.

Wenn es nach dem Publikum gegangen wäre, hätten die Schauspieler nie nach Hause gehen dürfen. Die Laola ging kontinuierlich durch das Zelt, es wurde spontan "That's the way I like it" angestimmt. Als das auch noch von Drummer und Keyboarder unterstützt wurde, war das Zelt am Kochen. Es gibt nichts Schöneres, als wenn sich Menschen aus allen Nationen gemeinsam so freuen können.

Ein Abend den ich nie vergessen werde.

Tue, 27 Jun 2006

Sei mein

Du bist Licht in dem ich nicht einmal Schatten werfe. Licht in dem ich nur verglühen kann. Doch was birgt nun noch die Dunkelheit? Lass mich brennen.

Und doch ... ich vergehe nicht. Erblickst Du mich in Deinem Strahlenkranz? Ich bin. Still. Nichtiger Hauch. Umlodert von Deiner Glut. Dein Feuer, dass den Willen blendet. Doch nicht zerstört, nicht vernichtet.

Dann gestatte die Berührung. Den letzten Akt. Den letzten Willen vor dem Ende. Du hast keine Wahl gelassen. Du darfst mich nehmen.

Und doch ... ich erlöse nicht. Streife zart die feinen Glieder. Lasse mich umhüllen von der Hitze. Du ruhst und lässt geschehen. Als wäre ich nicht bloß Wind. Du ruhst und verführst. Und ich bin Nichts, das keinen Schatten wirft in Deinem Angesicht.

Als Leere muss ich weichen. Meine Hoffnung ist Vermessenheit, die in Deinem Glanz nicht währt. So bleibt nur Nacht.

Und doch ... ich gehe nicht. Wer einmal geschaut, wer einmal gespürt, wer einmal geliebt hat, bleibt. Schaut zurück. Denn zu brennen bedeutet keinen Schmerz.

Dein Blick bannt mich. Hält und fordert. Du gewährst mir Leben. Vielleicht Liebe? Doch was bin ich noch außer Verlangen?

Und doch ... ich zögere nicht. Was ist schon Willen? Sucht nach Gnade beherrscht die Sinne. Und findet Erlösung in zärtlicher Hand. Die behutsam meinen Kopf verwahrt. Verweilt und gewährt.

Und war ich einst Wind. Vielleicht auch Schatten in der Dunkelheit. Wurde als Nichts getauft. Als Hauch vergessen. Jetzt bin ich Liebe und Du mein Atem.

Fri, 16 Jun 2006

Mal über sich selber lachen

Wer pflanzt einem eigentlich dieses kleine, fiese Männchen ein? Diesen gehässigen Zwerg, dessen einzige Aufgabe darin besteht mit Begeisterung unsere peinlichsten Erfahrungen im Leben zusammen zu sammeln, nur um sie beim kleinsten Anlass aus der Versenkung zu zaubern und uns mit voller Wucht ins Bewußtsein zu schleudern? Hervorragende Kontraste, bestechende Farben, innere Großbildleinwand. Ganz kostenfrei.

Ich stamme aus einer unmusikalischen Familie. Die Eltern konnten froh sein, wenn ich als Kind überhaupt einen Laut von mir gegeben habe. Da wäre es wohl auch mehr als übertrieben gewesen, mich zum fröhlichen Daherträllern zu bewegen. Musikinstrumente standen bei uns auch nicht auf dem Programm und ich muss zugeben, dass der Musikunterricht für mich das geheimnisvollste Fach war. Abgesehen davon, dass mir heute nicht im mindesten einfallen möchte, was ich damals eigentlich gelernt haben könnte, kann ich mich zumindest noch an eine Übung erinnern: Wir sollten die verschiedenen Instrumente bei einem Musikstück heraushören. Zu meiner Verwunderung waren die Mitschüler durchaus in der Lage diese Leistung zu erbringen, während ich meine volle Aufmerksamkeit der Maserung der Tischplatte widmete.

Glücklicherweise lebe ich in Hamburg, nicht in Tokyo. Karaoke ist hier keine Pflichtveranstaltung. Wäre ja noch schöner. Man kann in den ruhigen, nördlichen Gefilden recht problemlos jegliche musikalischen Klippen umschiffen.

Dachte ich.

Gut, man mag jetzt sagen es wäre auch eine blöde Idee von mir gewesen. Theatersport, Improvisieren auf der Bühne. Man weiß ja gar nicht was da so auf einen zukommen kann. Was ja auch durchaus zutrifft. Was es auch durchaus spannend macht. Aber auch jeden Grad der Peinlichkeit erreichen kann. Da bewegt man sich offen und bereit auf die Bühne, harrt der Dinge, die als Vorschlag von den Zuschauern kommen können, und erstarrt zur Salzsäule, als einem aus der zweiten Reihe das lauthals gebrüllte Schlagwort "Musical" ans Ohr dringt.

Zap.

Klein-Gunnar in der sechsten Klasse. Englisch Unterricht. Gewohnte dröge Stunde bei Herrn Babiak. Alle Schüler friedlich, die Hälfte schläft und der Rest arbeitet sich widerwillig durch die Aufgaben vom Vortag. Keine Ahnung worum es in Aufgabe Nr. 5 eigentlich ging. Aus irgend einem Grund finden sich da zwei oder drei Liedzeilen. Noten stehen auch dabei. Nur Gott im Himmel weiß warum Herr Babiak plötzlich fröhlich strahlend Energie sammelt und meint: "Gunnar, sing das doch mal!". 25 Schüler in der Klasse. Warum ich? Englischunterricht. Warum singen?

Leider findet sich selbst bei größtem Bemühen in den Winkeln meines Körpers noch nicht genug Selbstbewußtsein, um dankend abzulehnen. Und so leiere ich mit hochrotem Kopf durch 20 Sekunden Horror, begleitet von einer Horde prustender Mitschüler. Es hilft nicht wirklich, dass man Herrn Babiak ansieht, dass er sich solch spontane Ideen demnächst zweimal überlegen wird.

Und der kleine Zwerg im Hintergrund schneidet die Szene hämisch grinsend mit. Hochauflösend.

Zap.

Nochmal von der Bühne rennen? Hinterausgang? Seitlicher Vorhang?

Hände vor das Gesicht? Was ich nicht sehe sieht mich auch nicht?

Mittlerweile wäre das Selbstbewußtsein vielleicht da:

"Och nö du, lass mal..."

Dann wäre ich allerdings eigenhändig von der Regie verprügelt worden. Die Dame, die dort vorne am Bühnenrand steht. Fröhlich vor sich hin grinsend. Königlich amüsiert, weil sie an Körpersprache und Gestik erkennt, dass gerade mal wieder einer der Schauspieler seine eigenen Grenzen überwindet. Die Dame, die mich am Anfang mal gefragt hat, wo denn meine Herausforderungen liegen, und die es geschafft hat, dass ich ihr das jetzt problemlos beantworten kann.

Ich habe es gespielt und gesungen. Aber die Grenze ist noch nicht nieder gerissen. Nur mal über den Zaun geklettert und festgestellt, dass es auf der anderen Seite immer noch nach ziemlich tristem Ödland aussieht.

Aber eins habe ich gelernt: Man kann sich neben den Zwerg setzen, sich zurück lehnen, das Panorama genießen und mal eine Runde herzlich lachen. Dann ist er eigentlich ein ganz famoser Kumpel. Gehört ja schließlich zur Familie.

Tue, 13 Jun 2006

Was hast Du erwartet?

Dass ich es dir einfach mache? Das du entkommen kannst? Ich kann nichts für Züge, die vor sich selbst resignieren. Sie nehmen, das kann ich. Das willst Du? Das hast du dir gewünscht?

Es ist mehr als deine Reflektion im kalten Stahl. Das hast du nicht gesehen. Nicht bedacht. Der rohe Schliff, die verlorene Gestik, der gebrochene Körper. Wirres Mosaik sich beißender Splitter. Wohin willst du gehen? Für dich kann ich nichts, dein Scheitern ignoriere ich, du bist mir egal.

Du machst mich lächerlich. Ich bin keine Hülle. Ich bin. Und du füllst mich nicht, fühlst mich nicht. Ich kenne meinen Weg, deiner verliert sich im Nirgendwo.

Leg mich beiseite, du genügst nicht. Mir nicht, anderen nicht. Das möchtest du nicht? Dann nimm mich, aber sei ich. Vergesse dich, verlass dich. Vielleicht gewähre ich dir Gnade und wir hinterlassen Scherben.

Thu, 18 May 2006

Ein Hoch auf die Kursleitung

Gemurmel und Gebrabbel füllt den Raum.

Schweigen bei der Kursleitung.

Gemurmel und Gebrabbel füllt den Raum.

Schweigen bei der Kursleitung.

Gemurmel füllt den Raum.

Schweigen bei der Kursleitung.

Schweigen.

"Ok, jetzt einmal das Silbenspiel, bei ..."

"Das kenne ich nicht."

...

"Ok, jedes Wort besteht bei dem Spiel aus zwei Silben."

"Da war ich nicht da."

...

"Ich auch nicht."

...

...

"Also, einer beginnt mit einem Wortteil, z.B. ''Haus'' und ..."

"Ach, doch, das kenne ich doch."

...

"... und der zweite ergänzt das Wort z.B. mit 'Tür'. Dann ..."

"Ach doch, ich kann mich erinnern, da war ich doch da."

"Ne, aber ich glaube, ich nicht."

...

" ... dann, ... dann wiederholen ... "

"Achso, das mit den Silben!"

Kursleitung mit Kniefall: "Lieber Gott, bitte erhöre meine Gebete..."

Wir sind alle über dreißig. Aber es gibt Tage, da muss das einfach raus. Und sie hat durchgehalten, eisern, bis zum Ende.