auf.kante
Gunnar macht sich selbststaendig und fliegt auf
die Schnauze
wird erfolgreich. Wer mag darf zuschauen.
Gunnar is starting his business. He will certainly
fail succeed. You may watch.
auf.kante

Mon, 22 Jan 2007

Schon irgendwie schön

Es sind irgendwie nur kleine Freuden. Aber für jemanden wie mich, der aus einem anderen Feld kommt und jetzt etwas artfremd durch das Berufsleben eiert, durchaus geeignet etwas zu erfreuen. Zum einen die Tatsache, dass man meine Arbeit schon bestellen kann bevor sie überhaupt fertig ist. Und zum anderen, dass Amazon mich bewirbt, wenn man nach meinem Namen sucht.

Treibt einen ja auch noch mal mehr an. Schon irgendwie schön.

Mon, 04 Dec 2006

Pastoren und Perücken

Ich stolpere durch das finstere Treppenhaus. Einen rettenden Lichtschalter kann ich nicht erblicken und so entgeht meiner Wahrnehmung der Fahrstuhl, der die folgenden sechs Etagen leichtfüßiger überbrückt hätte. Leicht schnaufend erobere ich den letzten Treppenabsatz, befinde mich unter dem Dach und betrete die erleuchtete Wohnung.

Hey, hallo. Ich habe gerade von Dir erzählt. Wir wollen "Nobody is perfect" spielen und ich meinte, dass sei sicher voll Dein Ding.

Mein Hirn schnauft leider noch etwas verzögert irgendwo hinter mir die Treppe hinauf und so brauche ich träge verstreichende Sekunden, bis der Gag auch bei mir aufschlägt und ich das Gesicht zu einem gequälten Lächeln verziehe.

Ich werde an den Spieltisch bugsiert, erhalte ein Bier für die geistige Unterstützung und beginne mir wildeste Lexikon-Erklärungen auszudenken. Und siehe da: Die Frau hat recht. Voll mein Ding. Ich habe wirklich Chancen auf Mister Imperfect.

Nur der Pastor, der ist zu durchtrieben und gewitzt für mich. Es war mir nicht klar, dass man diesem Menschenschlag heutzutage auch nicht mehr vertrauen kann. Besondere Eigenart von Ludwig XIV am Hofe? Er hat allen untersagt eine höhere Perücke zu tragen als er selbst. Erstunken und erlogen, aber genial plausibel. Schämen sie sich, Herr Pastor. So bin ich ja nicht mal perfekt unperfekt.

Sun, 26 Nov 2006

Du bist so durchschnittlich

Man sagt einer Frau nicht: "Du bist so normal." Und nein, nicht mal die Erweiterung "angenehm normal" hätte den Karren aus dem Dreck befördert. Es ist ja nicht mal so, dass ich behaupten könnte, ich wüsste nicht, wie der Satz "Du bist so ..." weitergehen würde. Ein wenig habe ich in meinen dreißig Jahren doch gelernt: aufregend, wunderbar, sexy, klug, elegant, schön. Schön geht immer.

Normal.

Die Wahl des Mannes, der sich an vernichtenden Blicken erfreut. Dem vor Säure triefender Spott auch nichts mehr anhaben kann. Der auch ansonsten gerne über glühende Kohlen läuft.

Das sind dann so die Momente in denen ich mir denke an dieser ganzen Sache, Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars, könnte doch etwas dran sein. Nur wo ich eigentlich herkomme ist mir noch nicht so ganz klar geworden.

Die Retourkutsche dann gestern in der Mail: "Du bist so durchschnittlich." Wurde mit einem lachenden und einem weinenden Auge hingenommen.

Sat, 18 Nov 2006

Abzug auf der Macho-Skala

Wenn man in einer Runde harter Jungs die Qualität des Paten diskutiert, dann sollte man darauf verzichten zu erwähnen, dass man sich letztens auch noch mal "Die Schöne und das Biest" ausgeliehen hätte und der "ja auch ganz schön sei".

Punktverlust.

Thu, 16 Nov 2006

Spieglein, Spieglein...

Da liegt dann dieses Foto. Und es gefällt mir. Warum weiß ich nicht so genau. Ich kann mich nicht daran erinnern mein Gesicht wirklich zu mögen. An mein Profil darf ich gar nicht denken. Aber das Bild dort. Das mag ich. Und ich frag mich, ob ich das bin.

Da ist dann dieses Spiegelbild. Und ich versuche dieses Foto darin zu finden. Ist es der Winkel? Die Beleuchtung? Augen? Es gelingt nicht. Es ist nicht da. Und doch bin das ich auf diesem Bild. Wie hat sie das gemacht? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist das auch nicht wichtig. Schließlich muss ich lächeln, wenn ich dieses Bild sehe.

Mon, 13 Nov 2006

Umschalten

Wenn ich Montag morgens so langsam in den Arbeitsfluß gekommen bin, im Hintergrund leise das Radio dudelt, mein Fuß unbemerkt mit wippt und noch etwas Kaffee-Duft in der Luft liegt, dann sieht alles nach einer guten Woche aus.

Nur frage ich mich, warum mir diese seltsamen Menschen im Radio den schönen Morgen mit heißen News über die Scheidung von Britney und Kevin versüßen möchten. Haben die nichts Besseres zu tun?

Zeit umzuschalten... das Radio friedlich weiter dudeln zu lassen, den Kaffee-Duft in die Nase zu saugen und das leise Klimpern der Tastatur zu genießen. Montag morgen...

Sat, 28 Oct 2006

Neuland

Manchmal hat man Treibsand unter den Füßen. Aber wenn ich Entscheidungen treffen muss habe ich nicht gerne Sand zwischen meinen Zehen. Ganz im Gegenteil. Von mir aus darf der schwarze Asphalt unter meinen Füßen brennen. Hauptsache er ist hart und mein nächster Schritt ist sicher.

Es gibt den einen oder anderen Bereich in dem ich ohne Nachzudenken wie über steinharten Beton laufe. Aber mit Sicherheit nicht im Verlagswesen. Wissenschaftliche Artikel habe ich ab und an geschrieben, aber um Recht und Ordnung haben sich da andere gekümmert. Und Veröffentlichungen in Computerzeitschriften sind ja auch keine Epen.

Also liegt hier vor mir Treibsand. Ein Vertrag über ein Buch. Meine Wenigkeit als Autor.

Und wieder einmal lasse ich mich fallen. Diesmal in die Arme von Freunden und Bekannten. Eine Lektorin, einen Buchautor und einen Verlagschef. Und habe plötzlich wieder sicheren Boden unter den Füßen. Was für ein gutes Gefühl. Danke!

Jetzt muss ich es nur noch schreiben. Mit Freude.

Thu, 26 Oct 2006

Grau

So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.

Ich möchte nicht hier draußen sein. Sondern in Dir. In Dir ich möchte sein. Nicht mit meinen kleinen Fäusten gegen diese Wand hämmern. Meine Finger bis zum Knochen aufkratzen. Das Blut nutzlos gegen Deine Hülle spritzen.

Ich bin da. Bin für Dich da. Will für Dich da sein. Ich darf nicht. Kann nicht. Versage. Und ich weiß es. Mit jedem unbeholfenen Schritt. Mit jedem Schlag meines Kopfes gegen diesen grauen Stahl.

Nutzloser Kopf. Hoffnungfroher, dummgläubiger, kindsnaiver Kopf. Das ist nicht dein Weg. Du kannst ihn denken aber diese Wand schmilzt nicht. Dieser Stahl gebietet Halt.

Du stehst vor mir. Und weinst.

So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.

Tue, 24 Oct 2006

Verspätet

Das ist dann wohl die sprichwörtlich lange Leitung, wenn man morgens aufwacht und einem plötzlich die Pointe eines Gags klar wird, den man im Film am Abend vorher einfach nicht gerafft hat.

Und dann musste ich nicht mal lachen. Hoffnungslos.

Mon, 23 Oct 2006

Rise and Shine

Titel einer E-Mail, die mir heute morgen in den Briefkasten trudelt. Ich muss grinsen. Selten Tage gehabt an denen ich weniger als heute nach "Rise and Shine" aussehe. Zu lächeln hilft da weiter.

Meist kann ich mich mit Montagen durchaus anfreunden. Heute mit Sicherheit nicht. Ein Wochenende mit vier Stationen im Westen Deutschlands. Mit viel zu wenig Schlaf. Und einer hoffnungslos späten Rückfahrt. Inklusive der üblichen Verspätung, weil ja Sonntag Nacht die Strecken so brechend voll sind.

Und so wollte ich doch gnädig mit mir sein und mir eine Stunde mehr Schlaf geben. Aber heute ist Finn Lars ausgezogen. Der süße kleine Neugeborene in unserem Wohnblock. Jetzt sind wir wieder über fünf Etagen kinderlos. Und Finn Lars ist leider um sieben Uhr morgens ausgezogen.

Der Auftakt einer neuen Woche.

Rise and Shine.

Tue, 17 Oct 2006

Die Zwiebel

Für mich war Grass bisher eigentlich asexuell.

Wed, 27 Sep 2006

Schön sein

Ich will mich liften lassen. Weil ich jeden Morgen aufwache und mir nicht sicher bin ob mir die Versuche vom Vortag, mein Äußeres etwas aufzuhübschen, mir noch gefallen werden. Oder ob ich mal wieder im Angesicht meiner selbst verzweifle.

Und dann will auch wieder nicht. Die dreckigen Finger von jemand anderem an meine zarte Haut heran lassen. Schließlich weiß ich doch selbst am besten was gut für mich ist. Ich kenne doch alle Tricks und Finessen.

Aber ich will mich liften lassen. Weil meine Freunde mir sagen, wie hässlich ich bin. Und das ist auf Dauer schwer zu ertragen. Das nimmt die Psyche etwas mit.

Aber so wirklich will eigentlich nicht. Weil ich manchmal den Eindruck habe, ich bekomme das schon selber in den Griff. Weil ich immer denke, ich würde alles in den Griff bekommen. Und dann kostet es ja auch eine gute Stange Geld.

Letzten Endes muss ich dann aber immer wieder an ihren Satz zurück denken. Die Bloggerin, die meinte, dass sie morgens ihren Rechner hochfährt, ihre eigene Homepage öffnet und denkt:

"Mein Gott, bin ich schön!"

Sie hat sich extern liften lassen und ist glücklich.

Und ich sitze hier, technisch begabt, code HTML und CSS, aber frage mich am Ende eines Tages doch nur eines: Was ist das eigentlich, Schönheit?

Sun, 24 Sep 2006

Herbstkollektion

Die neue Herbstmode aus dem Hause "Armer Schlucker" ist da:

Links die dezente, europäische Variante des "letzten Hemdes", rechts das farbenfrohere "sista skjortan" aus Schweden.

[ Original design by Stella ]

Fri, 22 Sep 2006

Der Arsch

Eigentlich ist flickr ganz wunderbar. Ab und zu losgelöst durch faszinierende Bilderwelten gleiten.

Aber das mit den Kontakten empfinde ich jetzt schon seit Monaten als nervtötendes Problem. Das ist schon super, dass man schnell die neuesten Bilder seiner Freunde checken kann. Problem nur, wenn manche Freunde in erster flickr-Begeisterung nur abartige Bilder rein stellen und das Portal dann vergessen. So sehe ich seit geschlagenen vier Monaten jedes Mal wenn ich meine Kontakt-Seite aufrufe, den weißen, behaarten Arsch eines guten Freundes. Der in irgendeinem Zustand von Volltrunkenheit fotografiert wurde. Und das ist definitiv nicht so ein knackiger Arsch, wie der von Elle, die ja bekanntlich Fotos ihrer intimen Körperbereiche überall im Internet verbreitet.

Nein, es ist so ein richtig labriges Teil. Ungebräunt. Affenartig behaart. Einfach unschön. Nehmt das endlich mal da raus, sonst muss ich das posten oder einen guten alten Freund einfach so aus meinen Kontakten löschen. Ich kann meinen Flickr-Account nicht mehr im Beisein anderer Leute öffnen. Kommen gleich die cleveren Kommentare: "Ach, ja, klar. Flickr. Fotos. Schon klar."

Und nein, das Foto links ist vom CSD in Hamburg, nicht besagter Freund. Sonst müßte ich mich hier ja nicht beschweren.

Wed, 20 Sep 2006

Niederlage

Groteske Körper im triefenden Dreck
als Armee im letzten Rückzug.

Die Körper zermürbt.
Den Geist verloren.
Alle Bande zerfetzt.

Wir haben versagt.

Alter Sack

Da wurde ich heute sechs Jahre älter geschätzt als ich es bin. Wie können Männer bloß so unsensibel sein.

Leute, bringt mir den Sarg, Hammer und Nägel...

Thu, 31 Aug 2006

Die Zeiten ändern sich

ER

Aber vor einem Jahr hast du den Typen doch noch abgelehnt.

SIE

Ja, aber jetzt bin ich bedürftiger.

Mon, 21 Aug 2006

Erkenntnis

Wofür bist Du eigentlich zu gebrauchen? Was bringt mir bitte schön Dein Signal: Das Gesicht kennen wir aber!?

Hirn an Hirn: "Ja. Schön. Und weiter? Name?"

Hirn: "Pffft...."

Saftige Leistung, liebes Hirn. Wie wäre es Du würdest Dein Namensgedächtnis auf den Stand der Mustererkennung bringen bevor Du Dich weiter unqualifiziert äußerst!? Dieses Gefühl gefährlichen Halbwissens ist nämlich blöder zu ertragen, als der kurze peinliche Moment in dem der Andere uns erzählt woher man sich denn eigentlich kennt.

Wir erinnern uns doch beide gerne und fröhlich an den Moment zurück an dem wir gemeinsam gedacht haben: "Wow, hübsche Frau." Wir erinnern uns doch auch fast noch fröhlicher an den Moment als uns diese Frau um den Hals fällt und uns ein glückliches "Hallo, Gunnar, wie geht es dir?" entgegenwirft? Ja, ja, ich weiß Du hast uns um Haaresbreite mit einem notgedrungenen Lächeln gerettet, aber wir mussten uns trotzdem bei der Gastgeberin nach dem Namen der Dame erkundigen.

Ja, finde ich auch wunderbar, dass wir so schöne Erinnerungen teilen. Und jetzt weiter mit den Vokabeln: Armin, Kathrin, Ralf, Maren ...

Fri, 18 Aug 2006

Wortkrieg

Nicht dass ich wirklich an der Weltanschauung von Mahmood Ahmadinejad interessiert wäre. Aber wenn der iranische Präsident schon bloggt und sich ins Englische übersetzen lässt, dann doch bitte von qualifizierten Übersetzern.

Da wird gefragt ob denn der derzeitige Libanon Konflikt einen neuen "Wortkrieg" auslösen könnte. Gemeint ist allerdings der "Weltkrieg". Auch wenn das die Frage eher in ein heiteres Licht rückt, bin ich minder begeistert wenn ich mir vorstelle, dass sich der gute Mahmood in Gedanken freudig erregt mit dem Thema Weltkrieg beschäftigt. Präsidenten eines Landes würde man im Allgemeinen eine etwas friedlichere Gemütsverfassung wünschen.

Thu, 17 Aug 2006

Gleichgewicht

Way down:

  • Stress bis ultimo
  • Schmerzen
  • Kein Schlaf
  • Liebe in Freundschaft umdefinieren
  • Streit mit der Schwester

Way up:

  • Eingeladen werden
  • Bestes Telefongespräch des Lebens führen
  • Zweig lesen
  • Jonglieren im Sonnenuntergang mit "Hotel California" auf den Ohren
  • Nachts bloggen

Fri, 11 Aug 2006

Es muss nicht immer die Seite mit der Butter sein

Als mir heute Mittag mein frisch aufgebackenes, goldig braunes und wohlig duftende Brötchen in das Spülwasser gefallen ist, habe ich geschrien. So richtig laut "Scheiße" habe ich geschrien. Seit Jahren habe ich nicht mehr so leidenschaftlich geflucht und gebrüllt.

Normalerweise bin ich nicht so. Normalerweise bin ich eher der ruhige Typ. Und so ein Semmelchen würde mich nie aus der Fassung bringen. Normalerweise.

Vielleicht lag es einfach daran, dass heute morgen keine einzige der von mir betreuten Webseiten lief. Oder daran, dass die E-Mail für zwei Tage nicht funktionierte. Oder an meinen Bemühungen gestern Abend trotz Migräne weiter zu arbeiten. Der fehlende Schlaf die Nacht davor?

Gott, was bin ich eine Heulsuse geworden. Das arme Brötchen. Es ist nicht mal mit der Butterseite in das Wasser geklatscht. Und hat beim anschließenden Verzehr auch nur ganz zaghaft zwischen den Zähnen gequietscht. Verzeih mir.

Sat, 05 Aug 2006

Wenn South Central an der Tür klopft...

In der realen Welt gibt es Raum. Distanz, die überwunden werden will wenn man beim Nachbarn vorbei schauen möchte. Entsprechend klopft man eher ein Haus weiter an der Türe als bei einem Block zehn Kilometer die Straße runter. Was wiederum dazu führt, dass die Leute, die sich in zehn Kilometern Entfernung ansiedeln häufig einem anderen Kulturkreis angehören als man selbst. Eigentlich brennt es mir unter den Fingern etwas dazu zu sagen, dass diese Distanz sicherlich eine der Hauptursachen für eine Vielzahl an Problemen zwischen den Menschen ist. Aber aus gegebenen Anlass geht es mir eher darum, dass Entfernung manchmal auch etwas für sich hat. Wenn man in LA wohnt, möchte man schließlich auch nicht, dass sich die Jungs aus South Central spontan dazu entschließen bei der eigenen Geburtstagsfeier auf ein Bierchen vorbei zu schauen.

Im Internet ist Entfernung nun aber kein realer Begriff. Und so ist es dann Elle passiert, dass ganz plötzlich die Klingel nicht mehr still steht und sich South Central im Wohnzimmer versammelt. Es ist schon spannend zu beobachten, wenn vollständig unterschiedliche Communities im Internet aufeinander treffen. Immerhin ist das Wohnzimmer nur virtuell und es kann nicht wirklich etwas beschädigt werden (hoffe ich zumindest). Eines haben die Horden, die dort einfallen, aber auf jeden Fall drauf: Sich selbst lächerlich zu machen.

Fri, 04 Aug 2006

Männer, lasst die Finger von den Blumen

Aus genetischer Perspektive ist der Mensch ja quasi eine exakte Kopie des Orang-Utan. Und vor allem die Männer. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Bruchstücke anderer Lebewesen die Wissenschaftler in unserem Bauplan entdecken. Angeblich gibt es ja auch gewisse genetische Ähnlichkeiten zwischen Männern und Frauen. Aber ich bin mir ganz sicher, dass es zumindest einen klaren Unterschied geben muss: Frauen haben in ihrer Genetik deutlich mehr Ähnlichkeit mit Blumen als dies bei Männern der Fall ist. Und damit sind wir Männer natürlich beim Thema Blumen ganz unvergleichlich benachteiligt.

Trotzdem versuche ich dieses Defizit bei mir auszugleichen, wenngleich ich doch zugeben muss, dass es wohl wenig Sinn hat. Jedenfalls habe ich nun schon seit längerem einen ständig wechselnden Blumenstrauß an meinem Schreibtisch stehen. Etwas Sommer in meinen Augen, ein schöner Anblick. Nun liegt es aber eben in meiner männlichen Natur, dass die Beziehung zu diesem Grünzeug noch nicht sonderlich persönlich geworden ist. Man kennt sich halt noch nicht beim Namen. Es ist mehr so, dass man mal sagen kann "Hallo, schöne Blume", ganz wie man einem hübschen Mädchen im Vorbeilaufen die Worte "Hallo, schöne Frau" entgegen wirft.

Nun habe ich diese Woche einer Freundin eine Blume aus dem derzeitigen Strauß geschenkt. Eine, die zu den wenigen Exemplaren gehört, die ich persönlich ansprechen kann: "Hallo, süße Gerbera." In dem Gespräch, das sich dann entwickelte - nicht mit der Blume, mit der Freundin - erfuhr ich, dass sie ja ganz besonders gerne Lilien mag. Mit der mir dank der Verwandtschaft zum Affen gegebenen Geistesleistung speicherte ich also geflissentlich ab, dass zur besagten Dame eben Lilien gehören. Und äußerte laut, dass ich dann ja wüsste, was ich ihr das nächste Mal schenken kann.

Nun hat sich in den letzten zwei Tagen in meinem Blumenstrauß ein Exemplar von Blüte geöffnet, das wirklich ganz wunderbar anzuschauen ist. Ein Bild der Schönheit, das mich dann doch so beeindruckt hat, dass ich dieses weibliche Prachtstück gerne etwas persönlicher kennen lernen wollte. Den Orang-Utan mag es verwundern, den weiblichen Leser wohl kaum: Diese wunderschöne Blume heißt Lilie.

Jetzt weiß der Affe auch, was er wohl hätte besser aus der Vase pflücken sollen und laust sich irritiert am Kopf.

Thu, 03 Aug 2006

Bloggen für Legastheniker

Manchmal stelle ich mir schon die Frage ob man Leute wie mich so völlig ungebremst an das Internet heran lassen sollte. Schließlich darf man nicht vergessen, dass es Menschen in unserem Land gibt, die sich aktiv um den Erhalt der deutschen Sprache kümmern. Nicht zu vergessen glanzvolle Initiativen wie die Rechtschreibreform, die sich der Verbesserung unserer wohlklingenden Muttersprache verschrieben haben.

Und dann komm ich.

Ich meine jetzt mal ehrlich: Mir sind doch sämtliche Regeln zur Kommasetzung im Deutschen vollständig unbekannt. Und das ist nicht erst seit gestern der Fall. Zu Schulzeiten haben wir mal ein Diktat direkt nach den Sommerferien geschrieben. Ich bin mit Pauken und Trompeten und einer sauberen Sechs durch gerasselt. Mehr rote Kommas kann kein Text verkraften.

Also das war damals von Herrn Krey natürlich nicht nur deshalb fies, weil man als Schüler ja quasi als unbeschriebenes Blatt aus den Sommerferien zurück kehrt. Sondern vor allem deswegen, weil ich dann plötzlich in so einen Legastheniker-Kurs musste. Der wurde zwar nicht offiziell so betitelt, aber wenn sich nachmittags fünf Schüler mit einem Deutsch-Lehrer treffen, um sich mit Grundschul-Grammatik herum zu plagen, wie soll man das schon nennen?

Nur gebracht hat es mir natürlich gar nichts. Fast zwanzig Jahre später muss ich also gestern frustriert feststellen, dass meine Deutschkenntnisse nicht mal mehr zum Lachen sind.

Vielleicht habe ich mich auch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, als ich einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben habe. Der Inhalt war offensichtlich brauchbar genug, aber es kam eine sprachliche Anmerkung: Ich könnte ja vielleicht noch ein paar von den Passivkonstruktionen eliminieren, die würde der Chefredakteur nicht so gerne sehen.

Und da sitzt man nun. Denkt über sich, die Welt im Allgemeinen, die Schlechtigkeit von Herrn Krey im Speziellen und die Bedeutung des Wörtchens "Passiv" nach. Gegenteil von Aktiv halt. So rumliegend. Irgendwie inaktiv. Aber wie zum Teufel identifiziere ich ein solches Ding in meinem eigenen Sprachsalat?

Und fragen wir uns doch mal ehrlich: Solche Leute dürfen unbeschränkt bloggen? Mittlerweile kann schließlich jedes Kleinkind das Internet bedienen. Die können die Seiten hier lesen. Die könnten glauben, das gehört so. Unsere Sprache hat schließlich schon den Ansturm hipper, englischer Trendwörter nur mit schweren Schäden überstanden.

Und jetzt komm ich.

Also liebe Kinder: Der bekloppte Onkel hat nicht den Funken einer Ahnung was er hier eigentlich tut. Und wenn ihr nicht mit dreißig so enden wollt wie er und Blogeinträge verfasst, die eine Beleidigung für die Schule Eurer Jugend sind, dann tut Euch einen Gefallen und sucht mal rechtzeitig nach "Passiv" in der Wikipedia. Ihr wißt ja wie so etwas geht.

Sun, 30 Jul 2006

Grrrr

Da gebe ich heute morgen noch clevere Tipps dazu ab wie man sich in Richtung innerer Ruhe bewegt. Reichlich einfältig wenn man sich dann gegen Abend selber auflöst. Ich hasse die Momente in denen es das Hirn schafft sich selbst in den Reißwolf zu schmeißen.

Sat, 29 Jul 2006

Schwedische Küche

Die schwedische Küche ist ja nun nicht besonders reichhaltig an interessanten Rezepten. Vielleicht einmal abgesehen vom Surströming, den hierzulande aber aus Rücksicht vor den Nachbarn wohl kaum jemand wirklich verzehren wird.

Aber dass ich dann auch noch meine Gäste ordentlich versalze, indem ich die komplette Marinade der Sardellen über das Janssons Frestelse kippe. Hätte nicht sein müssen. Jetzt hat Schweden ganz verloren. Was lernen wir daraus? Das man Rezepte doch einmal ausprobieren sollte, bevor man die Welt damit beglückt.

Der Fisch war allerdings allererste Sahne. Ich wusste gar nicht, dass ich einen derartig genialen Fischladen gleich vor der Haustür habe. Aber ich lebe ja jetzt auch im Norden, da muss so etwas schon sein.

Mon, 17 Jul 2006

Ich nehm mir jetzt 'nen Euro ...

... und verballer den in der Eisdiele. Jawoll!

Nachtrag:

Pampelmusi ... Mmmmh ...

Thu, 13 Jul 2006

Sonette und so

Als Vollblut-Informatiker hat man gewisse Vorteile: Man kann auf Unwissenheit plädieren.

Natürlich nicht auf technischem Gebiet. Bei jedem Computer-Problem ist man der Willi vom Dienst. Unabhängig davon ob man die Software je bedient hat oder nicht, wird einem bereitwillig ein hohes Grundvertrauen zugesprochen. Natürlich sind aber auch die Erwartungen entsprechend hoch und die sollten im eigenen Interesse nicht enttäuscht werden. Sonst gehört man ganz schnell zu der Informatiker-Gruppe, die nun wirklich zu gar nichts zu gebrauchen ist. Also die Jungs, die mit Hornbrille verstockt in ihrer Ecke sitzen und sich auch im dichten Gedränge nie über zu wenig Freiraum beklagen müssen.

Nein, da ist man schon lieber Informatiker, der wenigsten in Notsituationen noch einen gewissen Marktwert besitzt.

Auf künstlerischem Gebiet darf man dagegen nach Herzenlust Unwissenheit bekunden. Nein, man kann sogar bewusst auf Wissen verzichten ohne gleich vor Scham im Boden zu versinken, weil man sich dem gesellschaftlich verlangten Grundniveau kultureller Bildung verweigert.

Als ich heute so überlegt habe, dass ein Sonett wohl irgend so etwas Spezielles in Richtung Gedicht oder auch Musikstück oder halt so kultureller Krams sein müsste, fand ich die Idee mein Allgemeinwissen über die Wikipedia zu bereichern ganz famos. Manchmal hat man ja so den Eindruck, dass da Wissensbrocken im Hirn herumschwirren, die sich noch präzisieren lassen.

Folgende zwei Sätze bereiteten meinem Ansinnen dann jedoch ein jähes Ende:

Die einzelnen Zeilen (Verse) des italienischen Sonetts sind Elfsilbler mit meist weiblicher Kadenz. Dem entspricht im Deutschen der jambische Pentameter,...

Weil man muss das mal so sehen: So ein Sonett, das ist halt so ein kultureller Krams. Und das ist ja schon mal eine klare Idee der Sache an sich. Manchmal verwässert zu viel Präzision die Dinge ja auch. Da gibt es auch so etwas mit dem Wald und vielen Bäumen. Aber das ist eine andere kulturelle Geschichte.

Und was war jetzt genau Dein Problem mit Windows?

Wed, 12 Jul 2006

Vorsicht

Ja, ich sollte vorsichtiger sein. Einfach so Städte als "Stadt der Liebe" zu deklarieren. Das habe ich vor fast zwei Jahren schon einmal getan. Damals habe ich Stuttgart als Zentrum der Liebe betitelt.

Ich wurde milde belächelt. Mehr als zurecht. Man hätte mich ruhig gleich für vollkommen durchgeknallt erklären können. Vielleicht hätte mich das ansatzweise zum Nachdenken angeregt. Wie ich mich kenne aber vermutlich eher nicht.

Nach fünf Monaten im neu ausgerufenen Zentrum für die Liebe dieser Welt - ja, ich kann egozentrisch sein - stand ich vor mehr Scherben als ich mir das je für mein Leben hätte ausmalen können.

In dem Sinne lasse ich die Liebenden dieser Welt vielleicht doch lieber weiter nach Paris pilgern. Oder benenne als Stadt der Liebe den einzigen Ort wo sie hingehört: das Herz.

Mon, 10 Jul 2006

Stadt der Liebe

Paris? Das ich nicht lache!

Schon mal in Hamburg gewesen?

An der Kaimauer der Außenalster gesessen und den Sonnenuntergang genossen? Zugesehen wie die Tore zur Welt zu blauen Leuchtfeuern werden?

In den Sanddünen gesessen, den Wind im Haar, auf den Hafen geblickt? Die leise italienische Musik im Hintergrund, dem orange glühenden Himmel verfallen?

In einem kleinen Kanu über das Wasser geglitten und den Rücken der Stadt betrachtet? Unter Brücken dem Sonnenuntergang entgegen gepaddelt?

Paris? Das ich nicht lache!

Sat, 01 Jul 2006

Der Weltenraum bleibt leer

Worte kullern silbern aus dem Munde,
springen hell vergnügt in harte Runde.

Wirbeln wild im bunten Glitzerreigen
um sich fremden Perlen stolz zu zeigen.

Kaum erhascht der Blick das Sternenflirren,
bleiben leere Reflektionen, die verwirren.

Stolzer Glanz gedacht so glühend groß,
spiegelt bittere Verzweiflung bloß.

Ein wild erdachter Fluss, gehofft auf Sinn,
läuft ohne Fracht ins Nirgendwo dahin.

Wären es bloß leise Tropfen auf der Haut,
die sanft im Nichts verklingen ohne Laut.

Doch dieser Reigen kommt von übler Brut
und färbt die Erde tief mit düsterem Blut.

Sun, 25 Jun 2006

Private Bloglesung

Interessante Perspektive, wenn einem ein angetrunkener Freund die eigenen Blogeinträge vorliest. Natürlich problematisch, wenn besagter Freund zwar nur eingeschränkt kohärent vorlesen kann, aber als gelernter Autor leider noch ausreichend Geistesgegenwärtigkeit besitzt, um einen darauf hinzuweisen, dass man plötzlich völlig unmotiviert aus dem Präsens ins Präteritum gewechselt hätte. Nun könnte man ins Zweifeln geraten und sich fragen, ob die Schwierigkeiten beim Vorlesen nicht eher durch den eigenen holprigen Satzbau verursacht werden. Oder man könnte bierumnebelt darüber nachdenken, dass man sich eigentlich gar nicht mehr so sicher ist, was dieses Wörtchen "Präteritum" eigentlich bedeuten könnte. Oder ... man öffnet sich einfach das nächste Bier und bloggt's halt nacher weg.

Fri, 23 Jun 2006

Ribbeln

Als ich heute morgen aufgewacht bin, fand ich einen kleinen Faden, der vorwitzig aus meinem Bauchnabel hervorschielte. Keinen Fussel, nein, ein fleischfarbenes Fädchen, festgewachsen. Ich habe versucht ihn zu ignorieren. Aber auch als ich mich angezogen hatte, kitzelte er ein wenig, als wolle er mich an seine Anwesenheit erinnern. Bei jeder Bewegung ein leises Kribbeln. Nein, er war da, unbestreitbar.

Knibbeln am Körper ist grundsätzlich untersagt. Am Körper gibt es nichts Unnormales, nichts das gerechtfertigt weggerubbelt, geknibbelt, gerissen oder gerupft werden könnte. Und doch, dieses Fädchen gehört dort nicht hin. Verlangt nach Aufmerksamkeit und will gezogen, verdreht und entfernt werden.

Irgendwann hat die Hand einen unbedachten Moment genutzt, ist leise, still und heimlich, ganz ungewollt unter das T-Shirt gewandert. Die Finger nach dem Nabel ausgestreckt, das kleine Fädchen erspürt, gefühlt und ertastet. Und dann, es leicht zwischen Daumen und Zeigefinger packend, ein kleines wenig gezupft, gezogen. Dann ein wenig mehr, das ziehende Gefühl verstärkend. Und schließlich kommt es los, das Fädchen.

Und mein Nabel ribbelt sich. Ribbelt sich auf. Ein wenig nur. Ein seltsames Gefühl, während sich der Bauchnabel langsam ins Nichts hinfort ribbelt. Zurück bleibt nur ein unbestimmtes Gefühl. Eine leere Faserigkeit.

Gedankenverloren wird der Faden um den Zeigefinger gewickelt, während sich die Bauchdecke langsam ins Unbestimmte auflöst. Zurück bleiben ausgefranste Maschen die trostlos die mulmige Leere umsäumen. Haltlose Maschen orientierungslosen Fleisches, das dem unausweichlichen Auflösungsprozess harrt.

Ein kleines Knäuel hat sich so schon um meinen Finger gewickelt, bis ich mein Tun bemerkte, erschreckt aufspringe und die Hand unbedacht, ruckartig hervor ziehe. Dabei die rechte Hüfte in ein ungeordnetes Faserwirrwarr verwandle.

Und jetzt geht alles ganz schnell. Es sind nicht mehr nur die losen Maschen zu sehen, sondern überall lose Enden. Enden, die nach Erlösung suchen. Die gerupft, gezogen und gerissen werden wollen, denn sie sind aus der Ordnung gefallen. Sie gehören nicht in das Geflecht, sind reine Faserigkeit, aus den Fugen geraten. Und ich reiße und zupfe. Löse hier, ribbel dort. Links und rechts, die Hüfte verschwindet in unbeherrschbarer Unsicherheit. Der Po verwandelt sich in ein Meer unkontrollierter Trübsinnigkeit. Die Oberschenkel lösen sich auf in wütenden Selbsthass, die Füße in brennenden Schmerz. Die Rippen werden freigelegt, lassen Luft für zerstörerische Selbstzweifel.

Und schließlich bleibt ein Faden, der Letzte, der das Gesicht nimmt und der Flut an Verzweiflung erlaubt alles zu überschwemmen. Ausgeribbelt.

Wed, 21 Jun 2006

Der Wink mit der Birke

Das Niendorfer Gehege bezeichne ich mit einem Lächeln als meinen persönlichen Märchenwald. Wie es sich für einen zünftigen Märchenwald gehört, treffe ich dort beim Joggen ab und an Erscheinungen, die nicht von dieser Welt sind. Zu denen gehört zum Beispiel die wundersame Wandergruppe. Nicht dass der Eindruck entsteht ich hätte etwas gegen Seniorengruppen oder sei militanter Gegner der Nordic Walking Bewegung.

Natürlich erinnere ich mich immer gerne an mein Idealbild des Nordic Walkers. Die kleine Dampfwalze, die in der kalifornischen Sonne mit schnaufenden Geräuschen die Hanteln ganz weltmeisterlich hektisch auf und ab schwenkte. Eigentlich war ihr Einsatz mustergültig, die Sportkleidung tadellos teuer und Kritik wohl kaum angebracht. Trotzdem konnte ich mir einen leicht verwunderten Blick nicht verkneifen, während ich langsamen Schrittes rechts zum Überholen ansetzte. Das am Rande.

Nein, eine Gruppe Senioren beim gemeinsamen Stöckchen-Schwingen ist bei weitem noch im Rahmen der Phänomene des Alltags auf diesem Planeten. Nun ist dieser spezielle Wanderverein aber eine Multi-Tasking-Gruppe, die in besonders fröhlichen Momenten der Wanderung innehält und ein Liedchen anstimmt.

Um meine Verwunderung bei unserer ersten Begegnung zu verdeutlichen fehlt noch ein kleines Detail das meinen Märchenwald auszeichnet: Er liegt exakt unter der Einflugschneise des Hamburger Flughafens.

Man stelle sich also vor, dass man durch eine Horde Senioren prescht, in eine Serie verzückt aufgerissener Münder blickt, die Gesichtszüge wie in fröhliche singender Ekstase eingefroren, während einen die volle Ladung Dezibel aus den Triebwerken des just in diesem Moment landenden Jumbos auf die Ohren knallt. Ein denkwürdiger Moment, der wie in Zeitlupe an einem vorbeizieht.

Das Geschehene wurde unter der Kategorie "unerklärliche Freizeitbeschäftigung" abgeheftet und ich hatte eigentlich nicht erwartet, das Attribut "unerklärlich" streichen zu müssen.

Doch wir hatten das Vergnügen einer zweiten Begegnung. Zu meinem Leidwesen nur in trauter Zweisamkeit. Mein guter Freund der Jumbo verspätete sich um eine halbe Minute.

Ich hätte wohl schon aufgrund der Lied-Wahl Fersengeld gegeben:

... es tönen die Lieder aus der Schalalalalalalalalalalalalalameieieieieiei ...

Aber den ultimativen Adrenalinkick versetzte mir die völlig missglückte Tonlage. Die konnten nicht einen Deut besser singen als ich selbst. Mit blutenden Ohren habe ich mir den A380 im Tiefflug herbei gewünscht und die letzten Reserven für einen 100m-Sprint aktiviert. Jedenfalls kann ich mir mittlerweile keinen besseren Ort für den Gesangsverein vorstellen als eben genau diese Einflugschneise.

Nun mag manch einer für gutes Wetter beten, bevor es ans Laufen geht, ich für meinen Teil schicke eine kurze Fürbitte für Fluglärm gen Himmel. Allerdings war mir nicht klar, dass mein Draht zu den himmlischen Mächten nicht ganz so störungsfrei ist, wie ich mir das wünschen würde.

Zugegeben, die von Gottes Hand gefällte Birke, die mir heute den Weg an genau jener Stelle versperrte, an der ich ansonsten meine Wandergruppe treffe, hat sicherlich eine gewisse Signalwirkung. Aber mein Fürbitten beinhaltete nicht die Anwendung von Gewalt. Wenn schon Märchenwald, dann bitte einen friedlichen.

Mon, 19 Jun 2006

Ich mag den Aldi ...

... weil man da auch Blumen kaufen kann ...

... und das Arbeiten so einfach mehr Spaß macht.

Wed, 14 Jun 2006

Gut angetäuscht

Sie

Frankreich hat zu Null gespielt.

Er

Ja. Frankreich hat immer einen langsamen Start.

Sie

Ja?

Er

Nö, keine Ahnung. Aber als Mann muss man so etwas sagen.

Tue, 13 Jun 2006

Staatsbesuch

Wenn man an vier Jeeps in Reihe vorbei läuft, jeder mit Doppelbeflaggung, Deutschlandfahne, dann erwartet man irgendwie, dass einem hinter dem nächsten Busch die Merkel entgegen hoppst.

Mon, 12 Jun 2006

Frustrierend ist ...

... wenn man nach dem Essen die clevere Idee hat, die Tischdecke angesichts der ganzen Flecken mal um zu drehen, nur um festzustellen, dass man vor einer Woche schon einmal den gleichen, genialen Gedanken hatte.

Sun, 11 Jun 2006

Ich schmelze dahin

Heute das zweite Mal an diesem Wochenende in die Sonne gelegt und etwas gebräunt. Dabei darüber nachgedacht, dass ich meine Nahrungsaufnahme noch etwas reduzieren könnte. Nicht allzu lange an diesem Gedanken hängen geblieben. Die Sonne macht ja auch dösig. Man wacht nur ab und zu auf, um dem nächsten Billig-Flieger Richtung Kanaren hinterher zu winken. Schade, dass man gerade hier unten sitzt.

Manchmal entwickele ich schon Sehnsüchte. Ich weiß nicht so wirklich wie ich diesen Sommer überleben soll. Dabei bin ich jetzt so absolut froh, dass es endlich mal warm ist. Aber ich habe den Eindruck mir könnte meine Disziplin dahinschmelzen wie Vanilleeis in der Sonne.

Apropos Eis: Direkt um die Ecke liegt auch noch die genialste Eisdiele von Eimsbüttel. Gestern "Heidi" probiert, heute "Quarkose". "Schneeweißchen" und "Kalter Hund" stehen auf dem Plan für die nächste Woche. Wobei wir ja wieder bei der Nahrungsaufnahme wären...

... ach was bin ich plötzlich dösig.

Sat, 10 Jun 2006

Zwei Fremde

Seine Hand, gereicht zum Abschied, wird kurz ergriffen, eine unverbindliche Berührung. Doch sie zögert, die Hände seien so kühl.

Die kalten Finger, dem Kontakt schon wieder entzogen, wandern wie von selbst nach oben, werden ohne Gedanken umfasst, von zwei sorgenden Händen umschlossen und wie selbstverständlich gewärmt.

Zwei Herzschläge. Wir bemerken den Moment und trennen uns.